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Auch Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, hielt ein starkes Plädoyer gegen jede Art von Einheitsversicherung: „Wer glaubt, Gerechtigkeitslücken in unserem Krankenversicherungssystem zu sehen, der verschließt die Augen vor der Wirklichkeit. Wer meint, dass eine Einheitsversicherung gerechter sei als das heutige System, der verwechselt Gleichheit auf einem niedrigen Niveau mit Gerechtigkeit. Der will übersehen, dass unser System die niedrigsten Zugangsschwellen für alle Leistungen hat. Vor allem übersieht er, dass die Menschen in unserem System unabhängig von Alter, Geschlecht, Ethnie, Herkunft, Glauben, ja sogar unabhängig von eigener Vorschädigung die wohl beste Gesundheitsversorgung der Welt erfahren. Das ist Gerechtigkeit. Wer dennoch eine Bürgerversicherung fordert, missbraucht den Begriff Gerechtigkeit allein wegen seines schönen Klangs.“

Dennoch sei es notwendig, sich immer wieder mit der Diskussion über eine Einheitsversicherung auseinanderzusetzten, denn der Begriff „Bürgerversicherung“ sei in der Bevölkerung hochgradig positiv besetzt. In Wirklichkeit führe ein solches System aber sofort zur Etablierung individueller Märkte für Zusatzversicherungen und für selbst eingekaufte Gesundheitsleistungen. Deswegen führe eine Bürgerversicherung zu mehr Ungerechtigkeiten und sei ein „Turbolader für Zweiklassenmedizin“.

 

Klartext von Frank Ulrich Montgomery: "Bürgerversicherung ist ein Turbolader für Zweiklassenmedizin."

 

Angesichts dieser klaren Positionen appellierte der PKV-Vorsitzende Uwe Laue an die Parteien, die ideologischen, rückwärtsgewandten Scheindebatten zu lassen und sich auf die wirklichen Zukunftsfragen zu konzentrieren.

So habe die Private Krankenversicherung zum Beispiel die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung erkannt – und konkret angepackt: „Wir sind bei diesem Zukunftsthema mit Hochdruck unterwegs. Die Branche arbeitet an einer modernen Alternative zur elektronischen Gesundheitskarte der GKV. Deren 2003 beschlossene Chipkarten-Technologie kann nicht der alleinige Weg in die Zukunft sein. Das wollen wir effizienter lösen. Mit einer App, die alle Kernfunktionen aus dem eHealth-Gesetz wie zum Beispiel Notfalldaten oder Impfpass natürlich erfüllt – aber noch viel mehr möglich macht. Über die allgemeinen eHealth-Funktionen hinaus werden die PKV-Unternehmen – im kreativen Wettbewerb untereinander – zusätzlich eine Fülle individueller Service-Funktionen für ihre Versicherten damit verbinden. Unser Modell ist vom Patienten her gedacht – und es beruht auf reiner Freiwilligkeit aller Beteiligten. Wir sind überzeugt, das ist der richtige Weg in die digitale Zukunft.“

Abschließend sagte Laue: „Wir sind zuversichtlich, dass die Private Krankenversicherung auch in der Zukunft einen guten Beitrag leisten wird – damit das deutsche Gesundheitssystem auch unter den neuen Herausforderungen das bleibt, was es ist: eines der besten Gesundheitssysteme der Welt.“

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