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Trend gegen den Alkohol

 

13.06.2017

Die Zahl der Jugendlichen, die sich in einen Rausch trinken, geht weiter zurück

Für die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler ist die positive Entwicklung beim Alkoholmissbrauch durch Jugendliche auch das Ergebnis erfolgreicher Aufklärungsarbeit, die der PKV-Verband maßgeblich unterstützt.


Gut für junge Menschen und gut für die ganze Gesellschaft: Der Alkoholmissbrauch durch Jugendliche und junge Erwachsene geht weiter zurück. Haben im Jahr 2004 noch 21,2 Prozent der 12- bis 17-Jährigen angegeben, dass sie mindestens einmal pro Woche Alkohol trinken, sind es inzwischen nur noch zehn Prozent.

Das zeigt der aktuelle „Alkoholsurvey“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Für die repräsentative Studie hat die Bundesbehörde im letzten Jahr mehr als 7.000 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren zu ihrem Alkoholkonsum befragt. Gemeinsam mit der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), und PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach hat die BZgA die Ergebnisse in Berlin vorgestellt.

Mortler betonte: „Dieser Trend kommt nicht aus dem Nichts, er ist auch das Ergebnis guter Aufklärungsarbeit.“ Seit dem Jahr 2009 finanzieren die Unternehmen der Privaten Krankenversicherung die bundesweite BZgA-Präventionskampagne „Alkohol? Kenn dein Limit.“ Insgesamt 77 Millionen Euro haben die privaten Krankenversicherer der BZgA seitdem für den Kampf gegen den Alkoholmissbrauch durch Jugendliche und junge Erwachsene zur Verfügung gestellt.

 

Der Erfolg dieses nachhaltigen Engagements lässt sich deutlich in der Statistik ablesen: Stieg der Anteil der regelmäßigen Alkohol-Trinker unter den 12- bis 17-Jährigen zwischen 2004 und 2008 noch leicht an, nimmt er seit dem Beginn der Kampagne konstant ab. Auch das sogenannte Rauschtrinken ging gegenüber 2004 deutlich zurück: Nur noch 13,5 Prozent der Jugendlichen berichteten in der aktuellen Befragung, dass sie sich mindestens einmal im letzten Monat in einen Rausch getrunken hatten. Im Jahr 2004 waren es mit 22,6 Prozent fast doppelt so viele. Nach wie vor ist das Rauschtrinken bei minderjährigen Jungen (16,5 Prozent) weiter verbreitet als bei Mädchen (10,3 Prozent).

Auch bei den 18- bis 25-Jährigen zeigt sich eine positive Entwicklung: Der regelmäßige Alkoholkonsum liegt in dieser Altersgruppe mit 30,7 Prozent zwar deutlich über dem der Jüngeren. Verglichen mit 37,1 Prozent im Jahr 2004 gibt es aber auch hier einen deutlichen Rückgang. Mindestens einmal im letzten Monat haben sich 42,5 Prozent der männlichen und 22,6 Prozent der weiblichen jungen Erwachsenen in einen Rausch getrunken; das ist zwar nach wie vor bedenklich viel, aber schon deutlich weniger als im Jahr 2004 (56,5 Prozent bei den Männern und 29,9 Prozent bei den Frauen).

Somit bleibt Prävention weiter nötig. „Trotz positiver Trends betreiben insgesamt nach wie vor zu viele Jugendliche und junge Erwachsene Rauschtrinken“, warnte BZgA-Chefin Heidrun Thaiss. Und gerade während der Jugend werden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt.

So bilden sich Trinkgewohnheiten früh heraus. Ist das Trinkverhalten aber erst einmal zur Gewohnheit geworden, lässt es sich später umso schwerer ändern. Auch das Gehirn entwickelt sich in diesem Lebensalter stark weiter; deshalb kann übermäßiger Alkoholkonsum auch in diesem Bereich ganz besonders schwerwiegende Folgen haben.

Um neue Impulse zu setzen, hat die BZgA ihre Präventionskampagne überarbeitet: Hatte diese bisher den für Jugendliche zentralen Begriff der „Freundschaft“ in den Mittelpunkt gestellt, sollen nun Motive im Comic-Stil die Jugendlichen mit einem Augenzwinkern für die Risiken eines riskanten Alkoholkonsums sensibilisieren. Auch das Internetportal www.kenn-dein-limit.info sowie ihre Auftritte in den sozialen Netzwerken hat die Bundeszentrale entsprechend überarbeitet.

Geblieben ist die niedrigschwellige Art und Weise, wie die Kampagne mit den jungen Menschen ins Gespräch kommen will. Statt mit dem erhobenen Zeigefinger geht es stets um eine Kommunikation auf Augenhöhe. Daher setzt „Alkohol? Kenn dein Limit.“ nicht nur auf klassische Kommunikationskanäle wie Plakatanzeigen oder Kinospots. Die Jugendlichen werden dort angesprochen, wo sie sich tatsächlich aufhalten.

Die Jugendlichen werden vor Ort auf das Thema Alkohol angesprochen.

„Die Angebote und Inhalte der von uns geförderten Kampagne erreichen die jungen Menschen in ihren Lebenswelten wie Schule, Freizeit und sozialen Netzwerken im Internet“, erläuterte PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach. Dabei spielt die persönliche Ansprache durch Kampagnenbotschafter – sogenannte Peers – eine wichtige Rolle.

Deutschlandweit sind etwa 50 dieser Peers unterwegs, um sich mit Jugendlichen über die Gefahren des Trinkens auszutauschen – ob auf Festivals, in Innenstädten, an Stränden, bei Stadtfesten oder Sport-Events. Die Peers gehören selbst zur Gruppe der jungen Erwachsenen, viele von ihnen sind Studenten. Etwa 30.000 solcher Gespräche führen sie jedes Jahr.

Diese Art der Kommunikation „von jung zu jung“ ist ein besonders wichtiger und wirksamer Bestandteil bei der Ansprache von Jugendlichen. Studien zufolge nehmen sie nach Peer-Einsätzen alkoholbedingte Risiken stärker wahr, sprechen eher mit Gleichaltrigen über Alkoholprobleme und schaffen es eher, Alkohol zu widerstehen.

Auch das nachhaltige Engagement für ihre Gesundheit wissen die jungen Menschen zu schätzen. Das zeigt die hohe Akzeptanz der Präventionskampagne in der Zielgruppe: Mehr als 97 Prozent der Unter-18-Jährigen und fast 99 Prozent der 18- bis 25-Jährigen begrüßen es ausdrücklich, dass die BZgA sie über die Risiken von Alkohol aufklärt.


Weitere Informationen unter: www.kenn-dein-limit.info