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11.05.2017

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Beitragsentlastung im Alter

Viele Privatversicherte befassen sich schon frühzeitig mit der Bezahlbarkeit ihrer Versicherungsbeiträge nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben, wenn zum Beispiel bei Arbeitnehmern der Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung entfällt. Dabei wird oft übersehen, dass es für die Privatversicherten in höherem Lebensalter verschiedene Entlastungen gibt – ganz unabhängig von den Sozialtarifen. Dafür sorgen schon die Alterungsrückstellungen der Privaten Krankenversicherung, die im Alter dafür eingesetzt werden, die Beiträge stabil zu halten.

Zusätzlich kann der zu zahlende Beitrag durch mehrere Faktoren beträchtlich sinken:

  • Die meisten Privatversicherten zahlen einen gesetzlichen Zuschlag von zehn Prozent ihres Beitrags. Dieser Zuschlag fällt im Alter von 60 Jahren weg, was den Beitrag schlagartig senkt. Nach dem 65. Lebensjahr wird die angesparte Summe zudem eingesetzt, um künftige Beitragsanpassungen zu dämpfen.
  • Mit dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben entfallen auch die Beiträge für eine Krankentagegeldversicherung. Diese Absicherung des Einkommens für den Fall von Langzeit-Erkrankungen, die oft einen sehr großen Teil des monatlichen PKV-Beitrags ausmacht, wird in der Rente nicht mehr benötigt, sodass der Beitrag entsprechend stark sinkt.
  • Zudem erhalten Mitglieder der Gesetzlichen Rentenversicherung einen Zuschuss von 7,3 Prozent ihrer Rente, bis maximal zu Hälfte ihres PKV-Beitrags. Damit kann der entfallende Arbeitgeberzuschuss zumindest zum Teil kompensiert werden.
  • Für Beamte gilt, dass sich mit dem Ruhestand die Zuschüsse ihrer Dienstherren zu den Krankheitskosten erhöhen, sodass sie entsprechend weniger für ihren ergänzenden PKV-Schutz bezahlen müssen.
  • Wer schon frühzeitig sichergehen will, dass er seine Krankenversicherung auch mit einem geringeren Alterseinkommen zahlen kann, hat darüber hinaus auch die Möglichkeit, frühzeitig einen Beitragsentlastungstarif bei seinem Versicherer abzuschließen und damit gezielt zusätzlich vorzusorgen. Arbeitnehmer können dafür sogar den Beitragszuschuss ihres Arbeitgebers bis zur Höchstgrenze nutzen.

Wie auch immer die individuellen Bedürfnisse sind: Wer eine Beitragsreduzierung anstrebt, ist in der Regel nicht auf die Mitwirkung kommerzieller „Wechselberater“ angewiesen, die sich häufig gegen ein Honorar einschalten. Wenn zudem deren „Erfolgshonorar“ von der Höhe der Beitragsersparnis abhängt, besteht die Gefahr, dass ihre Beratung einseitig auf Kostendämpfung ausgerichtet ist und die Versicherten dadurch zum unbedachten Verzicht auf wichtige Leistungen bewegt werden, deren Streichung sie später im Krankheitsfall womöglich sehr bereuen.

Versicherte sollten daher zunächst alle Optionen mit ihrem Versicherungsunternehmen direkt besprechen. Das Recht zum internen Tarifwechsel nach § 204 des Versicherungsvertragsgesetzes und auch die Serviceleistungen nach den Leitlinien des PKV-Verbandes können die Privatversicherten kostenlos in Anspruch nehmen. Fast immer kann dabei eine passende Lösung gefunden werden.


Weitere Informationen unter www.pkv.de/service/broschueren/verbraucher

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