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Pfleger mit blauem Kittel im OP
 

10.04.2017

Wie die Private Krankenversicherung Arbeitsplätze schafft

Die Bruttowertschöpfung der Privaten Krankenversicherung ist im Vergleich zu anderen Branchen besonders hoch. Das sorgt für zahlreiche Beschäftigungsverhältnisse – nicht nur in der Gesundheits- und Versicherungswirtschaft.


Die Gesundheitswirtschaft ist eine der wichtigsten Branchen in Deutschland. Und ihre Bedeutung wird in Zukunft weiter wachsen. Dafür sorgen nicht zuletzt die Alterung unserer Bevölkerung und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein. Den exakten Beitrag dieses Wirtschaftszweigs zum Wohlstand in Deutschland lässt das Bundeswirtschaftsministerium regelmäßig vom Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR berechnen.

Als Maßstab dafür ermittelt das Institut die Bruttowertschöpfung. Dieses Bewertungskriterium ist besonders aussagekräftig, weil sich aus der Summe der Wertschöpfung aller Branchen in Deutschland das Bruttoinlandsprodukt ergibt – also der wichtigste volkswirtschaftliche Indikator. Nach exakt derselben Methode hat das WifOR nun die ökonomische Bedeutung der Privaten Krankenversicherung (PKV) analysiert. Die Ergebnisse sind beachtlich.

 

Konkret hat das Institut im nun vorliegenden Untersuchungsschritt den „ökonomischen Fußabdruck“ der PKV als Finanzierer von Gesundheitsleistungen unter die Lupe genommen. Die Berechnungen zeigen, dass 1 Euro an Gesundheitsausgaben durch die PKV 1,07 Euro an Bruttowertschöpfung erbringt. Was sich zunächst gar nicht viel anhört, ist im Vergleich zu den Werten anderer Branchen tatsächlich sehr hoch. So liegt der entsprechende Faktor in der Automobilindustrie bei 0,63 Euro, in der EDV-Branche sogar nur bei 0,32 Euro – sodass im Vergleich dazu der Wertschöpfungs-Effekt der PKV mehr als drei Mal so hoch ist.

Der gute Wert der PKV liegt daran, dass die Branche – anders als die Industrie – nicht auf Vorleistungen aus dem Ausland angewiesen ist und ihre Wertschöpfungskette vor allem im Inland und dort im personalintensiven Dienstleistungsbereich entfaltet. Dies führt dazu, dass die Private Krankenversicherung eine Vielzahl von Beschäftigungsverhältnissen finanziert.

Insgesamt beträgt die Wertschöpfung der PKV als Finanzierer von Gesundheitsleistungen 28,7 Milliarden Euro im Jahr. Doch selbst die Bedeutung dieser Zahl – so hoch sie auch sein mag – lässt sich nur mit einem Vergleich richtig einordnen. Zwar liegen Daten zur Wertschöpfung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bislang nicht vor. Abhilfe schafft jedoch ein indirekter Vergleich über die sogenannten Mehrumsätze durch die Privatversicherten.

Bei diesem Mehrumsatz handelt es sich um das Geld, das Privatversicherte zusätzlich ins Gesundheitssystem einbringen, weil sie eben nicht gesetzlich, sondern privat versichert sind. In Bezug auf diesen Mehrumsatz hat das WifOR eine Bruttowertschöpfung von 13,4 Milliarden Euro durch die PKV errechnet. Von dieser Wertschöpfung profitiert die Wirtschaft also Dank der Existenz der PKV zusätzlich. Und zwar nicht nur direkt in der Gesundheitswirtschaft – etwa durch Gehaltszahlungen in Arztpraxen –, sondern auch darüber hinaus. Zum Beispiel, wenn mit den Einnahmen durch Privatversicherte in die Praxisausstattung investiert wird oder Mitarbeiter angestellt werden.

Damit verbunden ist ein erheblicher Beitrag zum deutschen Arbeitsmarkt. Das WifOR kommt letztlich zu dem Schluss, dass allein von diesen 13,4 Milliarden Euro Mehrumsatz durch Privatversicherte mehr als 303.000 Beschäftigungsverhältnisse abhängen. Mit anderen Worten: Ohne die Private Krankenversicherung würden weit über eine Viertelmillion Arbeitsplätze wegfallen – insbesondere in der Gesundheitsversorgung, aber auch in vielen anderen Wirtschaftsbereichen.

Wer also mit der Idee einer sogenannten Bürgerversicherung liebäugelt, die mittel- bis langfristig eine Einheitsversicherung inklusive einer einheitlichen Gebührenordnung auf Niveau der Gesetzlichen Krankenversicherung zur Folge hat, riskiert nicht nur ein schlechteres Versorgungsniveau für alle Menschen sowie den Verlust des qualitätssichernden Wettbewerbs von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung. Er setzt auch hunderttausende Arbeitsplätze aufs Spiel.


Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie im Internet: www.pkv.de/presse/ meldungen/pkv-wertschoepfung