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PKV publik 3.2017

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V.

 

10.04.2017

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

immer wieder wird in der Öffentlichkeit über die Beiträge zur Privaten und Gesetzlichen Krankenversicherung diskutiert. So sagt zum Beispiel das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer aktuellen Studie steigende Beiträge in der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung voraus. Demnach könnte der Beitragssatz in der Krankenversicherung im Jahr 2020 schon bei 16,5 Prozent liegen. Grund dafür sei vor allem die alternde Bevölkerung.

Die PKV ist zwar von der demografischen Entwicklung weitgehend unabhängig, doch auch für viele Privatversicherte gab es in den vergangenen Monaten Beitragserhöhungen. Ein Grund dafür liegt in der lang anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Hinzu kommen bei vielen Versicherern die gestiegenen Aufwendungen für medizinische Leistungen.

Auffällig ist, dass die Beitragsentwicklungen beider Versicherungssysteme langfristig betrachtet sehr nah beieinander liegen. So sind die Beitragseinnahmen der GKV zwischen den Jahren 2007 und 2017 im Durchschnitt um 3,2 Prozent pro Jahr gestiegen, in der PKV um 3,0 Prozent.

Wer jedoch nur auf die Beitragshöhe blickt, übersieht leicht, welche Leistungen die Versicherten für ihr Geld bekommen. Und hier gibt es wirklich gute Nachrichten: Unsere Kolleginnen und Kollegen vom Wissenschaftlichen Institut der PKV (WIP) zeigen in einem aktuellen Ländervergleich, dass es in Deutschland für alle Menschen – unabhängig vom Versichertenstatus – einen sehr guten Zugang zu medizinischen Leistungen gibt. Und dabei haben sie mit Abstand die kürzesten Wartezeiten. Die internationalen Umfragen zeigen, dass 76 Prozent der Patienten hierzulande am selben oder am nächsten Tag einen Arzttermin erhalten. Damit liegt Deutschland auf Platz eins aller befragten Länder.

Zudem verfügen Patienten nirgendwo sonst in Europa über einen derart schnellen Zugang zu innovativen Medikamenten. Der internationale Vergleich zeigt auch eine besonders große Therapiefreiheit im deutschen Gesundheitssystem. Der Blick über den Tellerrand macht viele positive Effekte unseres „typisch deutschen“ dualen Versicherungssystems sichtbar. Diese Erkenntnis kann auch im bevorstehenden Bundestagswahlkampf helfen, das im weltweiten Vergleich herausragend gute deutsche Gesundheitswesen vor falschen politischen Diagnosen zu schützen.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach