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PKV publik 2.2017

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V.

 

08.03.2017

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

„Gemeinsam machen wir das deutsche Gesundheitssystem zu einem der besten der Welt.“ Mit diesem Slogan macht der PKV-Verband seit fast zwei Jahren auf den unermüdlichen Einsatz der Menschen im Gesundheitsbereich aufmerksam – und zugleich auf die positiven Auswirkungen des Wettbewerbs zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung im dualen Krankenversicherungssystem. Dass die Aussage der Kampagne keine bloße Behauptung ist, wird nun eindrucksvoll von einer neuen Studie belegt, über die wir in dieser Ausgabe kurz berichten.

Laut Healthcare Barometer 2017 zählen nämlich zwei Drittel der Befragten das deutsche Gesundheitssystem zu den drei besten der Welt. 80 Prozent geben zudem an, alle Leistungen für eine gute medizinische Versorgung zu erhalten. Und sogar 85 Prozent sagen, dass sie mit den Leistungen ihrer gesetzlichen Krankenkasse bzw. ihrer privaten Krankenversicherung zufrieden sind. In andern Untersuchungen ist die Zustimmung sogar noch höher. Das sind hervorragende Werte. Sie belegen, dass sich die medizinische Versorgung hierzulande auf höchstem Niveau bewegt.

Diese hohe Zustimmung entsteht nicht zufällig, sondern ist das Ergebnis eines jahrzehntelangen Wettbewerbs zweier Versicherungssysteme, der zu einer immer besseren Qualität der Versorgung aller Menschen in Deutschland geführt hat – und alle Beteiligten stetig zu weiteren Verbesserungen antreibt. Eine neue Untersuchung, deren Ergebnisse wir in dieser Ausgabe zusammenfassen, zeigt die positive Funktion des Wettbewerbs am Beispiel des medizinisch-technischen Fortschritts. Die Studie macht deutlich, dass sich das Nebeneinander von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung auszahlt, weil es die Überführung neuer Methoden in die Regelversorgung aller Patienten beschleunigt. So wird der Zugang zu medizinischen Innovationen gerade wegen der unterschiedlichen Bedingungen letztlich für alle verbessert. Das hohe Versorgungsniveau, das von den Menschen auch positiv wahrgenommen wird, ist also das Ergebnis eines funktionierenden Systemwettbewerbs. Umso unverständlicher ist es daher, dass drei Parteien im Wahljahr wieder einmal das Experiment einer so genannten Bürgerversicherung aus der politischen Mottenkiste holen, das über kurz oder lang zu einem Einheitssystem führen würde. Dabei bliebe der Wettbewerb auf der Strecke – und mit ihm die Chance auf zukünftige Leistungsverbesserungen.

Bei aller Zufriedenheit wird dennoch wohl niemand behaupten, dass die heutige Situation rundum perfekt sei. Wie in allen Lebensbereichen gibt es auch in der Krankenversicherung immer wieder Verbesserungspotenzial. Das kann aber nur dann ausgeschöpft werden, wenn eine gesunde Konkurrenz den Druck aufrechterhält, bestehende Herausforderungen zu identifizieren und anzupacken. In einem der anerkannt besten Gesundheitssysteme der Welt würden Radikalumbauten à la Bürgerversicherung nichts besser, aber vieles schlechter machen.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach