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PKV publik 1.2017

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V.

 

08.02.2017

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Private Krankenversicherung ist mit Selbstbewusstsein in ein Jahr gestartet, das viele Herausforderungen mit sich bringen wird. Drei Parteien fordern im Bundestagswahlkampf – mehr oder weniger deutlich – die Einführung einer Bürgerversicherung. Was zunächst gut klingen mag, birgt tatsächlich zahlreiche Risiken für das hervorragende Niveau der Gesundheitsversorgung in Deutschland.

Was die Menschen wirklich wollen, zeigen hingegen die Hochrechnungen der PKV-Geschäftszahlen für das Jahr 2016. Sie belegen ein ungebrochenes Interesse an einem privaten Krankenversicherungsschutz: Die Zahl an Versicherungen stieg nämlich auf 33,87 Millionen Voll- und Zusatzversicherungen weiter an.

In der Zusatzversicherung hat die PKV die 25-Millionen-Marke übersprungen. Der Trend zu privater Vorsorge, um den Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufzustocken, setzt sich also fort. Die Menschen entscheiden sich damit zunehmend für Wahlfreiheit und gegen einen Einheitsversicherungsschutz.

Auch in der Vollversicherung hat sich die Lage der PKV wieder deutlich verbessert. Erstmals seit 2012 verzeichneten wir im zweiten Halbjahr einen positiven Saldo im Nettoneuzugang. Im Gesamtjahr 2016 gab es nur noch ein leichtes Minus von 0,2 Prozent. Die Zahl der Vollversicherten verringerte sich gegenüber 2015 um 17.300 auf insgesamt 8,77 Millionen Personen. Seit dem Tiefpunkt 2013 (minus 66.200) geht es damit Jahr für Jahr kontinuierlich aufwärts.

Das zeigt sich auch in der ausgeglichenen Wechselbilanz zwischen PKV und GKV: 2016 entschieden sich 121.000 Personen für einen Wechsel aus der Gesetzlichen in die Private Krankenversicherung. Umgekehrt wechselten 120.000 Personen in die GKV, wobei diese Abgänge in der Regel nicht freiwillig erfolgen. So mussten auch 2016 wieder zigtausende Privatversicherte zurück in die GKV, weil sie dort zum Beispiel durch die Aufnahme eines Angestelltenverhältnisses versicherungspflichtig wurden. Ein Wechsel aus der GKV in die PKV ist hingegen immer freiwillig.

Zudem konnte die PKV die Demografievorsorge für ihre Versicherten erneut ausbauen: Die Alterungsrückstellungen stiegen auf 233 Milliarden Euro – ein Plus von 5,9 Prozent. Das zeigt die große Kompetenz und Sorgfalt der PKV-Unternehmen bei der Anlage der Versichertengelder. Die PKV trifft nachhaltig und verlässlich dafür Vorsorge, dass für die Versicherten im Alter der Bedarf an Gesundheitsleistungen steigt. Mehr dazu lesen Sie in dieser Ausgabe.

Den zu erwartenden ideologisch motivierten Neiddebatten in Zeiten des Wahlkampfs kann die PKV also mit breiter Brust entgegen treten.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach