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PKV publik 10.2016

09.12.2016

Mehr Wohlstand dank der PKV

Die Finanzierungsweise der Privaten Krankenversicherung fördert Wirtschaft und Beschäftigung

Eine Studie zeigt: Die PKV stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und stabilisiert Deutschland in Krisenzeiten.


Rücklagen bilden lohnt sich – selbst in der Niedrigzinsphase. Das gilt nicht nur für den Einzelnen, sondern für die gesamte Wirtschaft: Je mehr Kapital in einer Volkswirtschaft zur Verfügung steht, desto besser können Unternehmen und die öffentliche Hand investieren.

„Für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft ist eine positive Nettoersparnis sehr wichtig“, erläutern Frank Wild und Christine Arentz vom Wissenschaftlichen Institut der PKV (WIP). Je mehr Kapital in einer Volkswirtschaft zur Verfügung steht, desto besser sind Investitionen möglich, die Arbeitsplätze und Wachstum schaffen. In der WIP-Studie wurde untersucht, welche Auswirkungen die Finanzierungsweise der Privaten Krankenversicherung für die Volkswirtschaft hat – und welche Risiken der deutschen Wirtschaft ohne PKV drohen würden.

Mit eindeutigem Ergebnis: Die in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung praktizierte Kapitaldeckung stärkt die Wirtschaftskraft des ganzen Landes. Zugleich ist sie ein wichtiger Stabilitätsfaktor. Denn anders als in der Gesetzlichen Krankenversicherung und in den übrigen umlagefinanzierten Sozialversicherungssystemen, die mit ihren aktuellen Einnahmen stets nur ihre aktuellen Ausgaben decken, führt das Kapitaldeckungsverfahren der Privaten Krankenversicherung zu einer langfristig angelegten Kapitalbildung.

Die Beiträge sind so kalkuliert, dass die Versicherten schon in jungen Jahren Vorsorge für ihre steigenden Gesundheitskosten im Alter treffen. Sie zahlen in jungen Jahren also einen höheren Beitrag, als rechnerisch für ihre Ausgaben erforderlich ist. Der Überschuss wird von der Versicherung verwaltet und gewinnbringend auf dem Kapitalmarkt angelegt. Zusammen mit den erzielten Gewinnen dient diese Alterungsrückstellung später dazu, die durch das Älterwerden der Versicherten steigenden Gesundheitskosten mitzufinanzieren.

In Niedrigzinsphasen muss zwar mehr angespart werden, um die Leistungen im Alter finanzieren zu können. Dadurch steigen die von den Versicherten zu leistenden Beiträge. Im Alter profitieren sie aber von diesen Sparanstrengungen in jüngeren Jahren – ihr Leistungsniveau ist durch das angesparte Kapital garantiert. Im Umlageverfahren werden die jüngeren Generationen dagegen in absehbarer Zeit mit deutlichen Mehrbelastungen rechnen müssen, um die Versorgung der zahlenmäßig größeren älteren Generationen zu finanzieren. Die höheren Beiträge der Jungen werden sofort ausgegeben und stehen für ihre Versorgung im Alter nicht mehr zur Verfügung.

Mehr als 220 Milliarden Euro haben die Versicherten in der Privaten Krankenversicherung bisher an Alterungsrückstellungen aufgebaut. Jedes Jahr kommen mehr als zehn Milliarden Euro dazu. Das ist nicht nur nachhaltig und entlastet die künftigen Generationen bei der Finanzierung der Gesundheitskosten im demografischen Wandel. Es trägt auch zu einem bedeutenden Teil zur jährlichen Gesamt-Kapitalbildung in Deutschland bei.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes belief sich das deutsche Nettosparvolumen im Jahr 2015 auf insgesamt 273,1 Milliarden Euro. Die Zuführung zu den Alterungsrückstellungen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung lag im selben Zeitraum bei 13,9 Milliarden Euro. „Damit trug die PKV mit einem Anteil von 5,1 Prozent zum Nettosparvolumen Deutschlands bei“, resümieren die WIP-Forscher. Oder vereinfacht gesagt: Jeder 20. Euro, den die deutsche Volkswirtschaft im Jahr 2015 angespart hat, kam aus der Privaten Krankenversicherung. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Rückstellungen sogar mehr als verdoppelt. Da es Investitionen ermöglicht, führt dieses zusätzliche Kapital zu mehr Produktivität, technischem Fortschritt und damit zu höheren Wachstumsaussichten der gesamten Volkswirtschaft. Die Folge: Mehr Wohlstand für alle.

Wenn eine niedrige Nettoersparnis durch Investitionen aus dem Ausland ausgeglichen werden müsste, wäre dies hingegen mit Abhängigkeiten und politischen Risiken verbunden.

Positive Nebeneffekte für die Gesetzliche Krankenversicherung

Die höhere Nettoersparnis ist nicht der einzige positive Effekt, den die Kapitaldeckung für die Wirtschaft mit sich bringt. Die Finanzierung der PKV ist zugleich ein Stabilitätsanker in Krisenzeiten. „Die Versicherungen geben ihren Versicherten lebenslange Leistungszusagen“, erläutern die WIP-Forscher. „Um diese langfristigen Verbindlichkeiten zu finanzieren, investieren sie in langlaufende Vermögenswerte (…). Im Gegensatz zu kurzfristig ausgerichteten Investoren, die ihre kurzfristigen Anlagen in Krisenzeiten auflösen und damit Krisenprozesse verstärken können, halten die Versicherer ihre langfristigen Anlagen in der Regel bis zur Fälligkeit und wirken dadurch stabilisierend.“

Diese „Krisenschutzfunktion“ der PKV kommt natürlich auch den gesetzlich Versicherten zugute. Zum einen, weil jeder einzelne Privatversicherte die Folgen des demografischen Drucks auf die GKV abmildert. Zum anderen aber auch, weil die umlagefinanzierten Sozialsysteme wie die GKV bei mehr Wirtschaftswachstum mit mehr Einnahmen rechnen können: So erhöht sich in der Regel die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, und bei wachsender Produktivität steigen die Löhne der Versicherten.


www.wip-pkv.de