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PKV publik 10.2016

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e.V.

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

vor uns liegt ein spannendes Jahr, denn im September 2017 wird ein neuer Bundestag gewählt. Schon zeichnet sich ab, dass einige Parteien im bevorstehenden Wahlkampf erneut ihre Forderungen nach einem Einheits-Krankenversicherungssystem präsentieren werden.

Grund genug, sich in der Adventszeit zu besinnen und einen Blick auf die Vorteile unseres Gesundheitssystems zu werfen: Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Allensbach sind 86 Prozent der gesetzlich Versicherten und sogar 95 Prozent der privat Versicherten zufrieden mit ihrer Gesundheitsversorgung. Damit bewegt sich die Zufriedenheit auf historischen Höchstwerten. Die Menschen wissen, dass das deutsche Gesundheitssystem zu den besten der Welt gehört; und der Wettbewerb zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung sorgt dafür, dass dieses hohe Niveau dauerhaft aufrechterhalten wird. Das hat der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, soeben wieder mit Blick auf die Pflegeversicherung bestätigt (siehe Bericht: "Geballte Kompetenz"). Demgegenüber würde der Umstieg auf ein Einheitssystem die medizinische Versorgung für alle Patienten in Deutschland rapide verschlechtern.

Und obendrein bringt die PKV als wichtige Säule des dualen Gesundheitssystems erhebliche Vorteile für die deutsche Wirtschaft und den Arbeitsmarkt. So hat die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in einer neuen Studie berechnet, dass in der PKV-Branche 68.000 Menschen beschäftigt sind. Die Einführung einer Bürgerversicherung würde davon rund 51.000 Jobs vernichten. Das Wirtschaftsforschungsinstitut WifOR geht sogar von mehr als 115.000 Arbeitsplätzen aus, die direkt und indirekt mit der PKV zusammenhängen. Hinzu kommt noch die positive Wirkung der Alterungsrückstellungen, mit denen die PKV-Versicherten für ihre Gesundheitskosten vorsorgen, auf den Wohlstand in unserem Land. Diesen volkswirtschaftlichen Effekt hat das Wissenschaftliche Institut der PKV untersucht (siehe Artikel: "Mehr Wohlstand dank der PKV").

All das zeigt, welchen enormen Schaden die Abschaffung des dualen Versicherungssystems anrichten würde – nicht nur für die medizinische Versorgung, sondern auch für Arbeitsmarkt und Volkswirtschaft. Alle, die aus ideologischen Motiven einer Einheitsversicherung das Wort reden, sollten vielmehr froh darüber sein, dass es keine grundlegenden Probleme mit dem Gesundheitssystem gibt und dass es allen Menschen in Deutschland eine Versorgung bietet, die weltweit ihresgleichen sucht. Für die nächste Bundesregierung gibt es wahrlich genug andere Herausforderungen.

Doch nun wünsche ich Ihnen zunächst einmal eine stimmungsvolle Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2017.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach