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PKV publik 9.2016

Mann mit Bart und blauem Hemd liest konzentriert von einem weißen Zettel
 

14.11.2016

Weiter gut versichert

Die PKV in der Niedrigzinsphase

Anhaltende Niedrigzinsphase und medizinischer Fortschritt führen 2017 in vielen PKV-Tarifen zu untypischen Beitragsanpassungen. Im Preis-Leistungs-Vergleich kann die PKV aber weiter überzeugen.


Deutschland hat eines der besten Gesundheitssysteme weltweit. Es bietet ein flächendeckendes Netz von niedergelassenen Haus- und Fachärzten, Krankenhäusern und Apotheken. Die Wartezeiten sind kurz, die Zuzahlungen gering und die Teilhabe am medizinischen Fortschritt ist für alle Patienten gesichert. Letzteres ist besonders wichtig, da sich Diagnose- und Behandlungsmethoden auch in Zukunft weiter rasant verbessern werden.

Auch in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten hat sich die Medizin enorm verbessert: Während ein Herzinfarkt in der Vergangenheit oft tödlich verlief, sind die Überlebenschancen heute viel höher. Modernste Geräte erlauben einen genauen, strahlungsarmen Einblick in den Körper. Medikamente können quasi maßgeschneidert werden. Blinddarmoperationen, die früher mit langen Narben einhergingen, führen die Ärzte heute mittels kleiner Einstiche durch, die man später nicht mehr sieht.

Entscheidend ist die medizinische Versorgung im Krankheitsfall

Dieser erfreuliche Fortschritt geht allerdings nicht nur mit mehr Lebensqualität einher, sondern auch mit einem Anstieg der Kosten. So sind die gesamten Gesundheitsausgaben in Deutschland seit dem Jahr 2000 von 214 Milliarden Euro auf annähernd 328 Milliarden Euro im Jahr 2014 gestiegen. Pro Kopf entspricht das einem Zuwachs um rund 1.400 auf über 4.000 Euro jährlich.

In der Folge müssen auch die Krankenversicherungsbeiträge von Zeit zu Zeit ansteigen. Dabei schneidet die Private Krankenversicherung (PKV) im Vergleich mit der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gerade in den letzten Jahren sehr gut ab: Von 2007 bis 2017 ergibt sich in der PKV (+3,0 Prozent) ein insgesamt geringerer Beitragsanstieg pro Jahr und Versicherten als in der GKV (+3,2 Prozent). Und dabei ist der Steuerzuschuss, den die GKV erhält, noch nicht einmal berücksichtigt. Doch auch so wird deutlich: Von den beständig steigenden Gesundheitskosten sind beide Versicherungssysteme gleichermaßen betroffen.

Die Versicherten sind davon naturgemäß nicht begeistert, erkennen aber die Notwendigkeit: Dass eine immer bessere Versorgung auf internationalem Spitzenniveau, zumal in einer älter werden Gesellschaft, nicht mit eingefrorenen Finanzmitteln zu erreichen ist, leuchtet ihnen ein. Und so geht denn die Mehrheit der Versicherten – privat wie gesetzlich – laut einer aktuellen Allensbach-Umfrage davon aus, dass ihre Krankenversicherungsbeiträge auch in Zukunft tendenziell weiter ansteigen.

Allem Anschein nach wird das schon bald wieder der Fall sein. So kündigte GKVSpitzenverbandschefin Doris Pfeiffer kürzlich an, dass sich der durchschnittliche Zusatzbeitrag in der Gesetzlichen Krankenversicherung bis 2019 von heute 1,1 auf vermutlich 1,8 Prozentpunkte erhöhen wird. Führende Gesundheitsökonomen rechnen sogar mit einer Verdoppelung auf über zwei Prozentpunkte. Und in der Privaten Krankenversicherung wird es – nach einer längeren Phase der Beitragsstabilität für die allermeisten Versicherten – schon 2017 in vielen Tarifen spürbar teurer. Wobei dies nicht nur auf eine erhöhte Inanspruchnahme medizinischer Leistungen zurückzuführen ist, sondern auch auf das seit Jahren fallende Zinsniveau.

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