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PKV publik 9.2016

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Deshab hat der PKV-Verband schon vor längerer Zeit Vorschläge gemacht, wie sich das rechtlich ermöglichen ließe. Auch Verbraucherschützer sprechen sich für eine solche Reform aus. Doch der Gesetzgeber hat dies bislang leider nicht aufgegriffen. Und so landen in diesem Herbst einige besonders unerfreuliche Beitragsanpassungsschreiben in den Briefkästen der Privatversicherten.

Für Betroffene heißt es: Kühlen Kopf bewahren.

Für Betroffene heißt es da erst einmal: Kühlen Kopf bewahren. Denn bei näherem Hinsehen werden sie feststellen, dass die PKV noch immer die richtige Wahl für sie ist.

  • Weil der persönliche Krankenversicherungsschutz wegen des exzellenten Versorgungsniveaus in Deutschland so umfassend ist wie niemals zuvor und vermutlich auch nirgends sonst auf der Welt.
  • Weil dieses hohe Leistungsniveau einschließlich medizinischer Innovationen in der PKV bis ans Lebensende ungekürzt garantiert ist.
  • Und weil die Alternative – eine Versicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung – oft auch nicht günstiger wäre.

Denn selbst nach vereinzelt stärkeren Beitragsanpassungen bleibt der PKV-Beitrag meist deutlich unter dem, was man in der GKV zahlen müsste. Für privatversicherte Arbeitnehmer wären dies im Jahr 2017 monatlich 682,95 Euro. Hinzu kommen die Beiträge zur Pflegeversicherung, die in den allermeisten Fällen unter dem Dach der PKV deutlich günstiger sind als bei den gesetzlichen Kassen, wo die Höchstbeiträge 2017 für Versicherte mit Kindern bei 99,58 Euro und für Versicherte ohne Kinder bei 110,18 Euro pro Monat liegen.

Privatversicherte können sich bei ihrem PKV-Unternehmen darüber informieren, wie sie einer Beitragserhöhung begegnen können. Wer etwa über einen Tarifwechsel nachdenkt, sollte seinen Versicherungsschutz einer genauen Prüfung unterziehen. Welche Leistungen sind notwendig? Welche gewünscht oder weniger wichtig? Chefarztbehandlung oder Einbettzimmer im Krankenhaus, der Versicherungsschutz bei Zahnbehandlung und -ersatz, Heilpraktikerbehandlung: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie man den Versicherungsschutz reduzieren kann – und dennoch im Krankheitsfall gut versorgt ist. Auch die Erhöhung des Selbstbehalts ist eine Alternative.

Im Alter erhalten Privatversicherte dann ohnehin eine ganze Reihe von Entlastungen: Mit 60 Jahren reduziert sich der Beitrag, da der gesetzliche 10-Prozent-Zuschlag wegfällt, der im Jahr 2000 eingeführt wurde. Die angesparte Summe wird dafür verwendet, ab Alter 65 Beitragserhöhungen zu verhindern oder zu verringern und ab Alter 80 die Beiträge möglichst zu senken. Zudem entfallen bei Renteneintritt die Beiträge zur Krankentagegeldversicherung. Für beihilfeberechtigte Versicherte erhöht sich im Pensionsalter die Beihilfe. Privatversicherte Rentner erhalten einen Zuschuss zu ihrer PKV von der Rentenversicherung.

Ein Vergleich mit der GKV muss alle Umstände berücksichtigen.

Und auch im Rentenalter gilt mit Blick auf die Gesetzliche Krankenversicherung: Ein umfassender Vergleich muss alle Umstände berücksichtigen – und nicht nur die ausgezahlte gesetzliche Rente. So müssen in der GKV alle ehemaligen Arbeitnehmer auch auf ihre betriebliche Altersvorsorge GKV-Beitrag abführen. Von beispielsweise 50.000 Euro Auszahlsumme sind dann – bei annähernd 16 Prozent GKV-Beitragssatz – rund 8.000 Euro Krankenkassenbeitrag fällig.

Freiwillig GKV-Versicherte müssen ihren prozentualen Beitrag sogar auf sämtliche Einkünfte zahlen, also auch auf Kapitalerträge, Mieteinnahmen oder Einkünfte ihrer Ehepartner. Privatversicherte sind davon nicht betroffen – ihnen steht dieses Geld also gegebenenfalls als Puffer zur Finanzierung des PKV-typischen Komfortschutzes im Alter voll zur Verfügung. Und wenn wirklich einmal „alle Stricke reißen“ sollten, gibt es die gesetzlich verankerten Sozialtarife der PKV: den Standardtarif und den Basistarif mit Leistungen jeweils wie in der GKV. Diese Tarife muss jedes PKV-Unternehmen mit Krankheitsvollversicherung anbieten.

Fazit: Die medizinische Versorgung in Deutschland war noch nie so gut wie heute. Dass dies auch seinen Preis hat, merken alle Versicherten – gesetzlich und privat. Während die Gesetzliche Krankenversicherung darauf nicht nur mit steigenden Beiträgen reagiert, sondern in der Vergangenheit schon mehrmals durch „Kostendämpfungsgesetze“ Leistungen gekürzt hat, garantiert die PKV den einmal abgeschlossenen Vertrag ein Leben lang.

Mit ihren Alterungsrückstellungen trifft die PKV Vorsorge für die Zukunft. Dieses nachhaltige, generationengerechte Prinzip fordert nun allerdings einen Tribut – wenn bei der Beitragsanpassung auch das seit Jahren sinkende Zinsniveau berücksichtigt werden muss.

Obwohl das für viele Privatversicherte einen ungewohnt deutlichen Beitragsanstieg bedeuten kann, sind sie immer noch zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis versichert. Wer den Beitrag gleichwohl reduzieren möchte, hat dazu viele Möglichkeiten. Und im Alter greifen ohnehin zahlreiche Mechanismen, die den PKV-Schutz für jeden bezahlbar halten.


Weitere Informationen unter: www.pkv.de/beitrag2017