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PKV publik 9.2016

viele Handsymbole für OK werden nach oben in den Himmel gehalten
 

14.11.2016

Lob von allen Seiten

15 Jahre PKV-Ombudsmann

Seit 15 Jahren schlichtet der Ombudsmann der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung. Zum Jubiläum gab es einen Empfang – und viel Lob.


„Was der PKV-Ombudsmann leistet, ist ein Beitrag zu dem, was wir im Gesundheitswesen dringend brauchen: Vertrauen.“ Karl-Josef Laumann (CDU), Staatssekretär im Gesundheitsministerium und Patientenbeauftragter der Bundesregierung, brachte es auf den Punkt. In seiner Festrede beim Jubiläumsabend des Ombudsmanns Mitte Oktober in Berlin betonte Laumann, man brauche eine Stelle, über die Streitigkeiten möglichst einvernehmlich gelöst werden können.

Professor Otto Depenheuer, renommierter Rechtswissenschaftler der Uni Köln, nannte in seinem Festvortrag einen wesentlichen Vorteil aller Schlichtungsverfahren: „Beide Parteien können gesichtswahrend von ihren Maximalforderungen abrücken.“ Dies setze jedoch das Vertrauen der Beteiligten in die Person des Schlichters und insgesamt in die Integrität des Schlichtungsverfahrens voraus. „Durch die Tatsache, dass sich Schlichter anders als Richter auf die Logik des Einzelfalles und seine emotionalen Aspekte einlassen können, füllen sie eine Lücke, die der Rechtsstaat frei lässt“, so Depenheuer.

"Schlichten statt Richten" - diese Devise hat sich bestens bewährt.

„Schlichten statt richten“ – diese Devise des Ombudsmanns haben die Privatversicherten denn auch von Beginn an dankbar angenommen. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass im Streitfall rein juristisch betrachtet zumeist die Versicherungs-Unternehmen im Recht sind.

Diese Position können und dürfen die Unternehmen auch nicht so ohne Weiteres räumen, wie der Vorsitzende des PKV-Verbandes Uwe Laue deutlich machte. „Das gebieten schon die Fairness gegenüber der Versichertengemeinschaft und die Verantwortung für die Entwicklung der Beiträge. In diesem Sinne ist die Abwehr eines unberechtigten Versichertenanliegens auch eine Art von Verbraucherschutz“, erläuterte Laue bei der Festveranstaltung, an der auch zahlreiche Bundestagsabgeordnete teilnahmen.

„Natürlich muss man dem Betroffenen dann verständlich machen, warum eben kein Anspruch auf die erhoffte Leistung besteht. Und auch dabei hilft uns ja der Ombudsmann: In zuletzt fast drei Viertel der behandelten Fälle bestand seine Aufgabe vor allem darin, den Versicherten eine ablehnende Entscheidung ihres Unternehmens zu erläutern“, so Laue weiter.

Der PKV-Ombudsmann hat seine Arbeit im Oktober 2001 aufgenommen. Dabei sind die Privatversicherten mit ihrem Versicherungsschutz seit jeher sehr zufrieden – wie schon die geringe Zahl von Eingaben bei der Schlichtungsstelle belegt. Sie ist nun schon zum vierten Mal hintereinander rückläufig. 5.770 Beschwerden waren es zuletzt noch im Jahr 2015.

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