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PKV publik 9.2016

Heike Zimmermann

Heike Zimmermann ist Stellv. Kaufmännische Direktorin der Uniklinik RWTH Aachen.

 

14.11.2016

„Hochleistungsmedizin ist kein Selbstzweck, sondern Werkzeug zum Wohl des Patienten.“

Mit der Uniklinik RWTH Aachen hat der PKV-Verband einen weiteren renommierten Qualitätspartner im Bereich der stationären Versorgung gewonnen. Heike Zimmermann aus der Kaufmännischen Direktion der Klinik berichtet über die Bedeutung des PKV-Gütesiegels für ihr Haus.


Woran macht sich aus Ihrer Sicht Qualität im Krankenhaus fest?

Zimmermann: Die Uniklinik RWTH Aachen ist ein Haus der medizinischen Spitzenversorgung, das ein stark differenziertes Diagnose- und Therapieangebot bereithält. Wir arbeiten nach dem neuesten Stand von Medizin und Technik. Hochleistungsmedizin ist für uns jedoch kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um unseren Patienten bestmöglich zu helfen. Daher verstehen wir uns als Gesundheitsdienstleister, der strategisch eine exzellente Behandlungs- und Betreuungsqualität anstrebt. Dabei verbessern kontinuierliche Optimierungsprozesse die medizinischen Behandlungsabläufe zum Wohl der Patienten.

Die Uniklinik RWTH Aachen lernt und entwickelt sich sowohl anhand der Ergebnisse der gesetzlich verpflichtenden externen Qualitätssicherung als auch von Qualitätsmessungen aus Routinedaten weiter. Auf Basis der Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA haben wir zudem ein internes System von Qualitätszielen entwickelt, das wir auf Ebene unserer Fachabteilungen anwenden. Zu unserem Qualitätsansatz gehört unter anderem unser „Sixpack“:

  • Benchmarking von Qualitätsindikatoren (Initiative Qualitätsmedizin, Verband der Universitätsklinika Deutschlands)
  • Checklisten (Safe Surgery)
  • Critical Incident Reporting System
  • Medikationssicherheit
  • Infektionsschutz durch Erfassung und Analyse nosokomialer Infektionen, multiresistenter Erreger sowie des Antibiotikaverbrauchs und die Auszeichnung mit dem goldenen Siegel „Aktion Saubere Hände“
  • Patienten-Rückmeldesysteme (Auswertung von Patientenbefragungen, Beschwerdemanagement)

Wie stark orientieren sich Patienten bei der Klinik-Wahl an Qualitätskriterien?

Zimmermann: Patienten werden sich zukünftig auf der Suche nach dem für sie besten Krankenhaus noch stärker über Qualitätsergebnisse informieren und diese bei ihrer Entscheidung berücksichtigen. Das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) unterstützt dies zu Recht, indem Qualitätsergebnisse vermehrt laienverständlich und Orientierung stiftend angeboten werden müssen. Es geht also um eine seriöse und verzerrungsfreie Darstellung komplexer Sachverhalte.

Für uns als Uniklinik RWTH Aachen stellt die Transparenz über die Qualität von Produkten und Dienstleistungen ein sehr hohes Prinzip dar. Neben der messbaren Qualität gibt es auch eine gefühlte Qualität. Die Aspekte Kommunikation, Empathie, Service und Komfort haben daher einen hohen Stellenwert, zumal diese Dinge für den Patienten unmittelbar erfahrbar und beurteilbar sind und erheblichen Einfluss auf das Wohlbefinden während des stationären Aufenthaltes haben.

Wie stellen Sie sicher, dass die hohe Qualität dauerhaft gehalten werden kann?

Zimmermann: Unser Haus hat auf Vorstandsebene eine eigene Stabsstelle Klinisches Qualitäts- und Risikomanagement (QRM). Neben der Erfüllung der gesetzlichen Anforderungen im Bereich des Qualitätsmanagements plant und koordiniert sie Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung und zur Steigerung der Patientensicherheit. Darüber hinaus hält die Stabsstelle das Haus auf dem Laufenden über Neuerungen und Trends im QRM.

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