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PKV publik 9.2016

Qualitätssiegel
 

14.11.2016

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Was versprechen Sie sich von der Qualitätspartnerschaft mit dem PKV-Verband?

Zimmermann: Wir sind froh und auch stolz, dass der PKV-Verband uns als qualitativ überdurchschnittliches Krankenhaus wahrnimmt und uns die Qualitätspartnerschaft angeboten hat. Durch das Logo „Qualität und Service“ können wir nach außen, in Richtung unserer Patienten – wahrscheinlich sogar völlig unabhängig vom Versicherungsstatus – und in Richtung Zuweiser, ein sehr positives Signal geben.

Natürlich hoffen wir, zusätzliche Patienten zu gewinnen, die im Internet auf uns als Leistungsanbieter aufmerksam werden. Gleichzeitig dürfte die Qualitätspartnerschaft aber auch Wirkung innerhalb unseres Hauses entfalten, nämlich als Ansporn für alle Mitarbeitenden, auch zukünftig das hohe Leistungsniveau zu halten oder sogar noch zu verbessern, um die Auszeichnung als Qualitätspartner von Jahr zu Jahr zu verteidigen.

Die Partnerschaft mit dem PKV-Verband ist aufgrund der hohen Qualität in mehreren Leistungsbereichen zustande gekommen. Gibt es einen Bereich, den Sie besonders hervorheben können?

Zimmermann: Ja, nehmen Sie beispielsweise die Klinik für Gynäkologie und Geburtsmedizin unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. med. Elmar Stickeler. An eine Frauenklinik werden außerordentlich unterschiedliche Anforderungen gestellt: Entbindungen mit der Gewährung von maximaler Sicherheit für Mutter und Kind, andererseits eine optimale Behandlung von Krebserkrankungen mit den allerbesten Heilungsaussichten. Beides wird in der Klinik in hervorragender Weise auf dem aktuellen Stand der Therapie und Diagnostik geboten.

Gynäkologische Krebserkrankungen erfordern ein hohes Maß an interdisziplinärer Zusammenarbeit. Im Krebszentrum der Uniklinik RWTH Aachen, dem Euregionalen Comprehensive Cancer Center Aachen (ECCA), werden alle am universitären Standort Aachen verfügbaren Kompetenzen gebündelt. Darüber hinaus bestehen enge Kooperationen mit niedergelassenen Onkologen, Psychoonkologen und regionalen Kliniken, um die heimatnahe Versorgung von Krebspatienten der Region Aachen zu gewährleisten.

Das ECCA ist nach EQ-Zert (Europäisches Institut zur Zertifizierung von Managementsystemen und Personal) für die Geltungsbereiche Interdisziplinäre Diagnostik, Therapie, Vor- und Nachsorge onkologischer und hämatologischer Patienten sowie die Durchführung klinischer Studien zertifiziert. Die Klinik ist zudem als klinisch-wissenschaftliches Endometriosezentrum der höchsten Stufe (Stufe III) zertifiziert.

Die Geburtsmedizin der Uniklinik RWTH Aachen ist mit circa 1.200 Geburten eine der größten Anlaufstellen für werdende Eltern in der Städteregion Aachen. Nicht ohne Grund: Unsere Strukturen entsprechen nach gesetzlichen Regelungen dem Level 1, also der höchsten Versorgungsstufe, insbesondere hinsichtlich Risikoschwangerschaften. Dank des gut ausgestatteten Perinatalzentrums wird die optimale Betreuung von schwierigen Fällen an der Uniklinik RWTH Aachen gewährleistet – speziell auch im Blick auf Frühgeborene, die bereits im Kreißsaal vom Team der Sektion Neonatologie, angegliedert an die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, versorgt und behandelt werden.

Qualität ist ja ein wichtiger Aspekt der Änderungen im Krankenhausstrukturgesetz (KHSG). Wie beurteilen Sie die Reformen?

Zimmermann: Als maximalversorgende Uniklinik befürworten wir den Fokus auf Qualität sowie die Förderung von spezialisierten Zentren ausdrücklich. Die Themen Prozessmanagement und Qualität werden künftig noch wichtiger. Es ist unverkennbar, dass die Berichtspflichten und die verpflichtenden externen Qualitätsanforderungen stärker in den Fokus treten werden. Zudem wird für potenzielle Patienten über die Qualitätsberichte der Krankenhäuser laienverständlich eine direkte Vergleichbarkeit im Bereich des Qualitätsmanagements und der Patientensicherheit hergestellt.

Insgesamt halten wir die Initiative, Qualität mehr ins Zentrum medizinischen Denkens und Handelns zu stellen und nach außen abzubilden, für richtig, wenn nicht sogar überfällig. Die Tauglichkeit der diversen Instrumente laut KHSG muss sich noch erweisen. Was uns als Uniklinik sehr beschäftigt, ist das Thema Risikoadjustierung. Wir behandeln schwerstkranke Patienten und „Sonderfälle“, die aufgrund der fachlichen Komplexität und der erforderlichen Infrastruktur nicht in anderen Krankenhäusern behandelt werden.

Aufgrund der Schwere der Grunderkrankung in Kombination mit erheblichen Begleiterkrankungen, ist das Risiko, Komplikationen zu entwickeln, für diese Patienten ungleich höher als für weniger ausgeprägte Erkrankte. Dieses höhere Ausgangsrisiko sollte bei der Ergebnisbetrachtung dann aber auch angemessen berücksichtigt werden.