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PKV publik 5.2016

Professor Reinhard Strametz

Reinhard Strametz leitet beim Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. die Arbeitsgruppe Mindestanforderungen an klinische Risikomanagementsysteme und deren Methoden. Er ist Inhaber der Professur Medizin für Ökonomen an der Wiesbaden Business School/ Hochschule RheinMain.

 

08.06.2016

GASTBEITRAG

Patientensicherheit mit System

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. hat in nur 12 Monaten eine Handlungsempfehlung zu Mindestanforderungen an klinische Risikomanagementsysteme im Krankenhaus definiert, die soeben erschienen ist. Von Professor Reinhard Strametz


Aus den Erkenntnissen der Forschung auf dem Gebiet der Vermeidung kritischer Fehler wurde das Risikomanagement als zentrale Aufgabe von Führungskräften etabliert, um den Fortbestand von Organisationen zu sichern. Neben betriebswirtschaftlichem Risikomanagement gewinnt in Gesundheitseinrichtungen die systematische und umfassende Beschäftigung mit Risiken in Bezug auf die Patientensicherheit mittels klinischem Risikomanagement zunehmende Bedeutung.

Der Gemeinsame Bundesausschuss ist beauftragt, Mindeststandards für klinische Risikomanagementsysteme in Krankenhäusern festzulegen. Unklar ist jedoch bisher, welche Präventionsmaßnahmen unbedingt zu den Mindestanforderungen an ein solches System gehören müssen.

Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) hat im Februar 2015 eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen und binnen 12 Monaten eine Handlungsempfehlung zu Mindestanforderungen an klinische Risikomanagementsysteme in Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken definiert. Diese Handlungsempfehlung soll kaufmännischen, medizinischen und pflegerischen Führungskräften, Risikomanagern und Risikoeignern die bedarfsgerechte Anpassung bereits bestehender oder im Aufbau befindlicher Risikomanagementsysteme ermöglichen.

Roter Faden dieser Handlungsempfehlung ist das dargestellte APS-Risikomanagement- Modell (Abbildung). Ausgehend von einer aufeinander abgestimmten bzw. integrierten Qualitäts- und Risikopolitik der Organisation und der daraus resultierenden Risikomanagement-Strategie werden Mindestanforderungen an die Rahmenbedingungen des klinischen Risikomanagements definiert.

Von den Rahmenbedingungen angetrieben erfolgt die Identifikation, Analyse, Bewertung und Bewältigung von Risiken einschließlich der Evaluation der durchgeführten Maßnahmen auf Wirksamkeit im Rahmen des Risikomanagement- Prozesses. Im Kern des Modells stehen die APS-Risikomanagement-Grundsätze. Dies alles dient letztlich der Entwicklung und dem Erhalt einer Sicherheitskultur in der jeweiligen Organisation als Fundament der Patientensicherheit.


Die Handlungsempfehlung ist im Internet abrufbar: www.aps-ev.de