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PKV publik 5.2016

Dr. Volker Leienbach, Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

 

08.06.2016

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

ein gutes Jahr vor der nächsten Bundestagswahl laufen sich die Befürworter einer Einheitskrankenversicherung wieder einmal warm. Bündnis 90/Die Grünen nutzten eine parlamentarische Anfrage an die Bundesregierung für diesen Zweck. Schon in der Überschrift der Anfrage wurde pauschal eine „Belastung von Rentnerinnen und Rentnern mit niedrigem Einkommen in der privaten Krankenversicherung“ unterstellt. Die faktenreiche Antwort der Bundesregierung wurde dann von Politikern der Grünen dafür instrumentalisiert, einmal mehr eine so genannte „Bürgerversicherung“ zu fordern.

Dabei fällt auf, dass die Grünen Schlüsse ziehen, die wenig bis gar nichts mit den Fakten zu tun haben, die in der Antwort der Bundesregierung dokumentiert sind: Ende 2015 waren im Standardtarif und Basistarif zusammen 75.200 Menschen versichert. Diese Zahl ist in den letzten vier Jahren nahezu konstant geblieben und nur um zwei Prozent höher als 2012. Insgesamt sind in diesen Sozialtarifen gerade einmal 0,8 Prozent aller PKV- Vollversicherten. Sie erhalten dort eine Versorgung auf dem Niveau der Gesetzlichen Krankenversicherung. Das zeigt, dass die PKV ihre Sozialfunktionalität hervorragend erfüllt.

Der klassische PKV-Sozialtarif ist der Standardtarif. Langjährig Privatversicherte können mit dem Wechsel in diesen Tarif ihren Beitrag erheblich senken, wobei die Alterungsrückstellungen voll angerechnet werden. Der Durchschnittsbeitrag beträgt rund 280 Euro monatlich, von denen bei Rentnern bis zu 140 Eurodurch einen Zuschuss der Rentenversicherung abgedeckt werden können.

Im Basistarif finden vor allem Menschen Aufnahme, die zuvor überhaupt keinen Versicherungsschutz hatten. Zudem bietet er Personen mit finanzieller Hilfebedürftigkeit (Sozialhilfe oder Hartz IV) einen umfassenden Versicherungsschutz – und zwar ohne dass diese Versicherten auch nur einen Cent Beitrag selbst tragen müssen.

Warum die Grünen die geringe Zahl der Versicherten in diesen Sozialtarifen mit Leistungen auf dem Niveau der Gesetzlichen Krankenversicherung als vermeintliches Problem der PKV darstellen, um im selben Atemzug eine Einheitsversicherung mit genau diesem Leistungsniveau für alle Menschen in Deutschland zu fordern, erschließt sich nicht.

Mit solchen ideologisch motivierten Parolen reden die Verfechter einer „Bürgerversicherung“ ein bewährtes Versicherungssystem mit hoher Kundenzufriedenheit schlecht, von dessen Existenz die gesamte Gesellschaft profitiert. Mehr zu den vielen Vorteilen der PKV lesen Sie in dieser Ausgabe.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach