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PKV publik 3.2016

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„Um die gesetzlich Versicherten zu behandeln, brauche ich die Privatversicherten.“

So steht etwa für Physiotherapeut Jan einerseits außer Frage, dass bei ihm alle Patienten gleich behandelt werden: „Ich weiß häufig gar nicht, ob Patienten, die einen Ersttermin bei mir haben, gesetzlich oder privat versichert sind.“ Anderseits weiß er aber auch, dass er seine Leistungen ohne Privatversicherte in dieser Form nicht mehr anbieten könnte. Zur Idee eines einheitlichen Versicherungssystems sagt er: „Ich selber könnte meine Praxis nicht so weiterführen wie ich sie im Moment führe. Und das liegt wirklich daran, dass ich meine gesetzlich versicherten Patienten mit den Geldern, die durch die Privatpatienten reinkommen, subventioniere und zusehe, dass ich alle Patienten gleich behandeln kann. Also wenn es nur noch gesetzlich Versicherte in Deutschland geben würde [...] hätte ich nicht mehr die Möglichkeit, die Patienten durch so qualifizierte Therapeuten behandeln zu lassen. Ich hätte keine Möglichkeit, eine so gut ausgestatte Praxis in so guter Lage weiter zu finanzieren. Um die gesetzlich Versicherten zu behandeln, brauche ich Gelder von Privatversicherten.“

Wie sich ein Einheitssystem auf die Abläufe in seiner Praxis auswirken würde, schildert Jan konkret so: „Allein mit den Sätzen der gesetzlich Versicherten geht es nur, wenn man ganz, ganz viele Patienten in ganz kurzer Zeit durchschleust. Zeit für gründliche Untersuchungen und vor allem für gründliche Behandlungen wäre dann nicht mehr. Das wäre ein Minutengeschäft.“

Auch Physiotherapeutin Monika glaubt nicht daran, dass ein einheitliches Versicherungssystem zu einer besseren Versorgung führen kann. Im Gegenteil: „Also ich glaube, dass dieses sogenannte Zwei-Säulen-System am Ende schon für die Versorgung aller gut ist. Für mich persönlich ist es so, dass ich die Praxis, so wie sie besteht, ohne den Privatpatientenanteil nicht halten könnte. Man hat so eine Mischkalkulation. Dann rechnet sich das im Großen und Ganzen aus privat und gesetzlich versicherten Patienten, so dass man alle gut behandeln kann. Wenn ich jetzt nur mit den Gesetzlichen zusammenarbeiten würde, dann könnte ich noch nicht mal eine halbe Stunde behandeln. Da ist ein 20-Minutentakt dann wirklich Usus, sonst ist das unwirtschaftlich.“

Ähnlich sieht es auch Hebamme Linda: „Wenn die Privatversicherungen wegfallen würden, dann müsste ich noch mehr arbeiten, noch viel, viel mehr als ohnehin schon, um die hohen Haftpflichtversicherungen zahlen zu können. Würden die Privatpatienten sich nicht untermischen, dann hätte ich mit Sicherheit ein Problem. Dann ist die Frage, ob ich weiterarbeiten kann.“ Doch auch für Linda steht fest: „In meinen Augen sind alle gleich und für mich ist es auch egal, wie sie versichert sind, für mich steht die Unterstützung und die Hilfe für die Frauen und Paare an erster Stelle.“

Inselarzt Martin weiß ebenfalls die Vorteile des deutschen Gesundheitssystems zu schätzten. Auch er betont: „Die Private Krankenversicherung ist ein ganz, ganz wesentlicher Bestandteil in der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung meiner Arztpraxis. Ich könnte ja ohne die Erlöse aus der Privaten Krankenversicherung gar nicht überleben. [...] Und die Freiheiten, die man dadurch gewinnt, die sind schon nicht unerheblich in der Therapie.“

„Ohne die Private Krankenversicherung hätten wir ein Problem, Innovationen durchzusetzen.“

Darüber hinaus beschreibt er noch einen weiteren Vorteils des Zwei-Säulen-Modells aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung, nämlich die Begünstigung von medizinischen Innovationen, die der Wettbewerb beider Systeme mit sich bringt: „Ohne die PKV hätten wir ein Problem, Innovationen durchzusetzen. Weil das doch die Möglichkeit ist, ein neues Therapie- oder Diagnoseverfahren auf den Markt zu bringen: Dadurch, dass man das bei Privatpatienten sofort anwenden kann, ohne dass man sich Gedanken machen muss ‚Wird das bezahlt oder nicht?‘. Ich glaube, das fördert die Innovation. Wenn neue Behandlungsmethoden oder auch Diagnostikmethoden eingeführt wurden, war es häufig so, dass diese erstmal nur den Privatpatienten zur Verfügung standen und man dann aber gemerkt hat – als das Ganze etabliert war – ,dass das eigentlich Sachen sind, die man den gesetzlichen Versicherten nicht vorenthalten kann.“

So kommt Martin zu dem Fazit: „Ich mache mir über die Zukunft des deutschen Gesundheitssystems eigentlich wenig Sorgen, weil es wie es läuft eigentlich ganz ordentlich läuft. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass man es wirklich bewusst an die Wand fahren wird.“

Und auch Jans Urteil über das deutsche Gesundheitssystem fällt eindeutig aus: „Also wenn ich das vergleiche mit anderen Ländern, auch anderen Ländern in Europa, dann glaube ich nicht, dass es viele gibt, die da in Sachen Qualität mithalten können. Natürlich kritisiert man immer etwas an einem System, weil man immer etwas verbessern kann. Aber: Wir haben eines der besten Gesundheitssysteme.“


Die Videos unserer Botschafter sowie weitere Informationen zur Kampagne finden Sie unter: www.gesundheit.pkv.de