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PKV publik 3.2016

Junge Frau telefoniert lächelnd mit Headset
 

Gut beraten

Die Private Krankenversicherung ermöglicht Patientenberatungen auf Arabisch

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) hat sich neu aufgestellt. Dank der PKV kann sie neben dem deutschen Angebot auch in türkischer, russischer und – künftig auch – arabischer Sprache beraten.


In Deutschland leben derzeit mehr als 16 Millionen Menschen mit einem Migrationshintergrund. Das sind über 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mit der aktuellen Flüchtlingsbewegung kommen viele weitere Menschen hinzu – überwiegend aus dem Bürgerkriegsland Syrien. Die meisten Menschen aus dieser Gruppe müssen die deutsche Sprache erst noch mühsam erlernen.

Gerade bei gesundheitlichen Problemen stellen die bestehenden Sprachbarrieren jedoch besondere Herausforderungen dar. Aus diesem Grund hat sich die Private Krankenversicherung bereits im Jahr 2011 entschieden, im Rahmen der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) ein muttersprachliches Angebot zu finanzieren. Seitdem gibt es neben der deutschen Beratung auch eine Patientenberatung in türkischer und russischer Sprache. Im Zuge der Neuaufstellung der UPD zu Jahresbeginn und angesichts der Flüchtlingsbewegung aus dem Nahen Osten und den Maghreb-Staaten soll das Angebot nun auch auf eine Beratung in arabischer Sprache ausgeweitet werden.

„Die Patientenberatung leistet einen wichtigen Beitrag zur Orientierung in unserem komplexen Gesundheitssystem.“

Unterstützt wird dieses Engagement vom Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann. „Ich begrüße es sehr, dass die Private Krankenversicherung sich an der Finanzierung der Unabhängigen Patientenberatung beteiligt“, sagte er bei der Vorstellung des neuen Projektes. Denn Menschen mit unterschiedlichen Einwanderungsbiografien machten einen wachsenden Anteil an der Bevölkerung aus. In ihrer medizinischen Versorgung spielten verschiedene Faktoren eine Rolle. „Die Sprache ist einer davon. Deshalb sind die muttersprachliche Beratung und kultursensible Fortbildung der Beraterinnen und Berater der Unabhängigen Patientenberatung von so großer Bedeutung.“

Die Unterstützung, die die UPD von der PKV erhält, dient ausschließlich dem Zweck der muttersprachlichen Beratung von Menschen mit Migrationshintergrund, der Verbesserung der Gesundheitskompetenz schwer erreichbarer Zielgruppen sowie der kultursensiblen Fortbildung der Beraterinnen und Berater der UPD. Dafür stellt der PKV-Verband entsprechend dem Anteil der Privatversicherten jährlich 630.000 Euro zur Verfügung. Das entspricht im Verhältnis der Höhe der Fördersumme, mit welcher der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung die UPD entsprechend dem Sozialgesetzbuch V fördert. Das freiwillige Engagement der Privaten Krankenversicherung stockt diese Förderung entsprechend auf. Der mit der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland geschlossene Vertrag gilt bis mindestens 2022.

Das Pilotprojekt in arabischer Sprache wird ab Mai an den Start gehen. „Dafür stellen wir eine separate Rufnummer zur Verfügung, die – genauso wie die anderen Rufnummern auch – aus allen Netzen kostenfrei erreichbar ist“, erklärte UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede bei der Vorstellung des neuen Angebotes. Die arabische Beratung wird zweimal pro Woche für jeweils zwei Stunden erreichbar sein. Die Anrufe werden dann, wie bei den anderen Sprachen auch, von Muttersprachlern entgegengenommen und bei Bedarf an die entsprechenden Experten der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland vermittelt. In den genannten Zeiträumen stehen permanent Simultandolmetscher bereit, um die Gespräche zu übersetzen. „Um das Angebot bekannt zu machen, werden wir auf Flüchtlingseinrichtungen zugehen und es breit kommunizieren“, so Krumwiede weiter.

Ziel der UPD sei es, Ratsuchenden – egal, ob sie gesetzlich, privat oder nicht krankenversichert sind – durch unabhängige, neutrale, kostenfreie und evidenzbasierte Beratung selbstbestimmte Entscheidungen im Hinblick auf gesundheitlich-medizinische, psychosoziale und rechtliche Fragen zu ermöglichen. Dabei sollen unabhängig von der Muttersprache alle Ratsuchenden unterstützt werden.

Da die Beratung in arabischer Sprache zunächst den Charakter eines Pilotprojektes hat, wird es vorerst nur eine telefonische Beratung geben. Im Herbst dieses Jahres wird die UPD dann gemeinsam mit dem Verband der Privaten Krankenversicherung und dem Patientenbeauftragten der Bundesregierung evaluieren, wie das Angebot angenommen wurde und ob es angepasst, weitergeführt oder ausgebaut werden sollte.

Der PKV-Verband ist zuversichtlich, dass das neue Angebot für die vielen Menschen, die aus dem arabischen Raum und vor allem aus dem Bürgerkriegsland Syrien zu uns fliehen, eine Hilfe zur Selbsthilfe sein kann, indem ihre Gesundheitskompetenz gestärkt wird. Die Private Krankenversicherung trägt mit der Unterstützung der UPD gesamtgesellschaftliche Verantwortung und leistet einen ganz konkreten Beitrag zur Integration von Flüchtlingen in unserer Gesellschaft.


www.patientenberatung.de