• Vorlesen
  • A A A

PKV publik 3.2016

Blumen werden mit einer Gießkanne gegossen
 

Gesundes Wachstum

Die Demografie-Vorsorge der Privatversicherten verzeichnet einen soliden Zuwachs

Die Kapitalanlagen zur Vorsorge für die Privatversicherten erwirtschaften auch in der Niedrigzinsphase verlässliche Ergebnisse.


Der Niedrigzinsphase zum Trotz haben es die Unternehmen der Privaten Krankenversicherung geschafft, die Kapital-Rücklagen für ihre Versicherten erneut deutlich zu steigern. Die Alterungsrückstellungen der Privatversicherten wuchsen im vergangenen Jahr auf insgesamt 219 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 6,2 Prozent.

„Insgesamt konnten wir den Alterungsrückstellungen der Versicherten rund 12,8 Milliarden Euro neu zuführen“, erklärt der Vorsitzende des Verbandes der Privaten Krankenversicherung (PKV), Uwe Laue. Damit ging der Ausbau der Demografie-Vorsorge 2015 sogar noch über die hohen Zuwachsraten der Vorjahre hinaus.

Anders als die Gesetzliche Krankenversicherung kalkuliert die PKV die Beiträge der Versicherten so, dass sie bereits in jungen Jahren selbst Vorsorge für ihre altersbedingt steigenden Gesundheitsausgaben treffen. Diese sogenannten Alterungsrückstellungen legt die PKV in der Zwischenzeit gewinnbringend an, bis sie dann in fortgeschrittenem Lebensalter der Versicherten inklusive der bis dahin erzielten Kapitalgewinne dazu eingesetzt werden, die höheren Gesundheitsausgaben zu finanzieren.

Trotz des ungünstigen Zinsumfeldes konnte die Branche dabei insgesamt eine Nettoverzinsung von 3,7 Prozent realisieren. „Das beweist die große Kompetenz und Sorgfalt der PKV-Unternehmen bei der Anlage der Versichertengelder“, so Laue. „Die PKV trifft nachhaltig und verlässlich dafür Vorsorge, dass die Versicherten älter werden und im Alter der Bedarf an Gesundheitsleistungen steigt.“

Im Einzelnen betragen die Alterungsrückstellungen nun 189 Milliarden Euro in der Krankenversicherung sowie 30 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung. In den letzten zehn Jahren haben sie sich damit mehr als verdoppelt.

Solides Wachstum bei Zusatzversicherungen

Die Gesamtzahl an Versicherungen in der Privaten Krankenversicherung entwickelte sich 2015 ebenfalls weiter positiv: Sie stieg auf insgesamt 33,56 Millionen Voll- und Zusatzversicherungen. Die Zusatzversicherungen verzeichneten dabei einen Zuwachs um 1,7 Prozent auf 24,77 Millionen. Der Trend zu privater Vorsorge, um den Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken, setzt sich damit fort.

Besonders stark war das Wachstum erneut in der Pflegezusatzversicherung. Die Zahl der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherungen stieg um 22,4 Prozent auf 683.500 Verträge. Die Zahl der ungeförderten Pflegezusatzpolicen nahm um 4,2 Prozent auf 2,59 Millionen zu. Das ergibt insgesamt ein Plus von 228.200 Versicherungen auf eine Gesamtzahl von 3,3 Millionen. „Den Menschen wird zunehmend bewusster, dass die gesetzliche Pflegeversicherung im Pflegefall nur einen Teil der Kosten übernimmt“, so Laue. Je nach Pflegestufe bleibt für die Betroffenen oder ihre Angehörigen ohne private Vorsorge eine Finanzierungslücke von oft über tausend Euro im Monat.

In der Krankheitsvollversicherung trug ein anhaltender Sondereffekt dazu bei, dass das Neugeschäft im Jahr 2015 wie schon im Vorjahr leicht rückläufig war:

So fiel der Wechsel von Versicherten in die Gesetzliche Krankenversicherung abermals verhältnismäßig hoch aus, weil die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt im Jahr 2015 einen historischen Höchststand erreichte.

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes wuchs die Zahl der Arbeitnehmer im letzten Jahr um 426.000 Personen, wogegen die Zahl der Selbstständigen gleichzeitig um 97.000 gesunken ist. Infolgedessen mussten zigtausende vorher privatversicherte Selbstständige in die Gesetzliche Krankenversicherung wechseln, wenn sie eine sozialversicherungspflichtige Anstellung angenommen hatten – ob sie es nun wollten oder nicht.

Als Ergebnis dieses Sondereffekts verringerte sich der Bestand in der Krankheitsvollversicherung leicht auf 8,79 Millionen Personen. Das sind 0,5 Prozent oder 47.100 weniger Versicherte als Ende 2014. Der Rückgang war damit geringer als im Vorjahr (2014: minus 0,6 Prozent).

Moderates Wachstum bei den Beitragseinnahmen

Die Beitragseinnahmen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung erhöhten sich 2015 um 1,4 Prozent auf insgesamt 36,82 Milliarden Euro. 34,62 Milliarden Euro entfallen davon auf die Krankenversicherung – ein Plus von 0,9 Prozent. Für dieses vergleichsweise geringe Wachstum spielt neben dem leicht rückgängigen Bestand in der Vollversicherung vor allem die moderate Beitragsentwicklung bei vielen Unternehmen der Privaten Krankenversicherung eine Rolle.

In der Pflegeversicherung stiegen die Einnahmen um 9,4 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro, was im Wesentlichen an den Änderungen durch das erste Pflegestärkungsgesetz liegt: Die Pflegeleistungen wurden deutlich ausgeweitet und dementsprechend auch die Beiträge angepasst.

Die Versicherungsleistungen stiegen in der Kranken- und Pflegeversicherung 2015 um 4,1 Prozent auf insgesamt 25,81 Milliarden Euro. Auf die Krankenversicherung entfallen davon 24,86 Milliarden Euro, auf die Pflegeversicherung 0,95 Milliarden Euro. Damit stiegen die Versicherungsleistungen in der Krankenversicherung um 4,0 Prozent und in der Pflegeversicherung um 8,0 Prozent. Nach einer eher moderaten Entwicklung im Vorjahr (plus 1,8 Prozent) ist damit wieder ein stärkerer Anstieg der Leistungen zu bemerken.


www.pkv.de/service/zahlen-und-fakten/