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PKV publik 3.2016

Dr. Volker Leienbach, Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Bemühungen um eine Reform der „Gebührenordnung für Ärzte“ (GOÄ) werden in diesen Wochen von vielen Schlagzeilen in den Fachmedien begleitet. Das nimmt nicht Wunder, denn es handelt sich um ein enorm komplexes Projekt. Die derzeit geltende GOÄ wurde strukturell zuletzt im Jahre 1982 novelliert, damit besteht ein Reformstau von über drei Jahrzehnten.

Die Unterhändler der Bundesärztekammer (BÄK) und des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) haben in enger Abstimmung mit Vertretern der Beihilfe nach intensiven Verhandlungen ein ausgewogenes Gesamtpaket zur Reform der GOÄ vereinbart. Angesichts der Komplexität der Materie mit beispielsweise mehr als 4000 einzelnen Leistungsbeschreibungen gibt es in einigen Fragen zwar noch Klärungs- und Abstimmungsbedarf. Doch schon jetzt steht fest: Das Konzept bietet klare Vorteile für alle – für die Patienten und Kostenträger eine transparente Abrechnung der medizinischen Versorgung auf dem modernsten Stand der Medizin und Schutz vor finanzieller Überforderung sowie für die Ärzte eine angemessene Vergütung bei voller Therapiefreiheit. Damit wurde ein sehr gutes Fundament geschaffen, sodass Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat noch in diesem Jahr diese wichtige Reform auf den Weg bringen können.

Das vorliegende GOÄ-Konzept bringt entscheidende Verbesserungen:

• Die neue Gebührenordnung bietet für alle Beteiligten mehr Transparenz und Abrechnungssicherheit. Die bisherigen, teilweise schwer verständlichen Analog- Herleitungen bei medizinischen Innovationen werden durch präzise neue Definitionen ersetzt.

• Die „sprechende Medizin“ wird aufgewertet und die persönliche Zuwendung des Arztes zum Patienten im Verhältnis zur so genannten Apparatemedizin deutlich stärker honoriert.

• Das GOÄ-Konzept erfasst alle medizinischen Leistungen auf dem neuesten Stand. Zudem bietet es einen Mechanismus zur schnellstmöglichen Integration künftiger medizinischer Neuerungen in die Gebührenordnung.

Die GOÄ ist ein Türöffner für medizinische Innovationen zu Gunsten aller Patienten in Deutschland – auch der gesetzlich Versicherten. Denn sie erlaubt auch die Abrechnung und damit Einführung neuartiger Leistungen, für die es in der Gesetzlichen Krankenversicherung noch keine EBM-Ziffern gibt. Die privatärztliche Gebührenordnung ist somit von großer Bedeutung für das gemeinsame Versorgungssystem aller Versicherten in Deutschland. Dafür lohnt sich das Engagement aller Beteiligten.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach