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PKV publik 2.2016

Mann mit gelben Arbeitshandschuh trägt Solarzelle
 

Gut für den Standort Deutschland

Die Private Krankenversicherung stärkt die gesamte Wirtschaft

Die PKV trägt zur Stabilität der Lohnzusatzkosten bei, fördert die medizinische Infrastruktur und sichert Investitionen und Arbeitsplätze.


Mehr Investitionen, Förderung von Innovationen und Entlastung der Arbeitgeber: Was klingt wie ein gut durchdachtes Konjunkturprogramm, hat die deutsche Wirtschaft nicht zuletzt der Existenz der Privaten Krankenversicherung zu verdanken.

Das zeigt eine aktuelle Studie der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). Die Studie veranschaulicht, welche zusätzlichen Lohnkosten Arbeitgeber zu tragen hätten, wenn ihre privat versicherten Arbeitnehmer alle gesetzlich versichert wären. Denn in diesem Fall wäre in vielen Konstellationen ein deutlich höherer Arbeitgeberzuschuss fällig.

Das Ergebnis: Dank der privatversicherten Arbeitnehmer werden jedes Jahr Lohnzusatzkosten in Höhe von 1,33 Milliarden Euro bei den Arbeitgebern vermieden – der Gegenwert von mehr als 40.000 Arbeitsplätzen. Damit liegt die „fortlaufende Koexistenz von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung … im ureigenen Interesse der Arbeitgeber“, wie die Studie schlussfolgert (siehe auch Interview mit Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw).

Gäbe es die PKV nicht mehr, könnte sogar noch ein weitaus stärkerer Anstieg der Lohnzusatzkosten drohen: Denn der Preiswettbewerb zwischen PKV und GKV ist auch ein Schutz davor, dass der Gesetzgeber die Beitragsbemessungsgrenze in der Gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung übermäßig anhebt. Würde sie beispielsweise auf das Niveau angehoben, das in der Rentenversicherung gilt (2016: 74.400 Euro), hätte das für Arbeitgeber und Arbeitnehmer weitreichende Folgen: Die Lohnzusatzkosten würden sich für gesetzlich Versicherte schlagartig um bis zu 46,3 Prozent verteuern – und das gilt insbesondere für qualifizierte Arbeitsplätze, die für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft eine wichtige Rolle spielen.

Die Private Krankenversicherung sichert aber nicht nur Arbeitsplätze in anderen Branchen, sie entlastet den Arbeitsmarkt auch unmittelbar als Arbeit- oder Auftraggeber: 84.000 bis 91.000 Arbeitsverhältnisse sind laut einer Studie der Hans- Böckler-Stiftung vom System der PKV abhängig. Mit entsprechend guten Folgen für Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und Konsumausgaben in Deutschland.

Auch die Gesundheitswirtschaft hat der PKV viel zu verdanken: Sie spielt eine bedeutende Rolle als Finanzier im Bereich der medizinischen Infrastruktur und Innovationen.

Die PKV trägt zu einem innovationsfreundlichen Klima bei.

So stehen dem Gesundheitswesen nach Berechnungen des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) jedes Jahr rund 11,8 Milliarden Euro an Mehrumsätzen zur Verfügung, die es nicht gäbe, wenn alle Privatversicherten gesetzlich versichert wären. Denn die Private Krankenversicherung vergütet viele medizinische Leistungen besser als die Gesetzliche Krankenversicherung, und sie erstattet auch viele Leistungen, die die GKV nicht kennt (z.B. nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel oder Wahlleistungen im Krankenhaus).

Der Großteil dieser Mehrumsätze kommt mit 5,6 Milliarden Euro pro Jahr den ambulanten Arztpraxen zugute: Jedem niedergelassenen Arzt stehen im Durchschnitt rund 43.000 Euro pro Jahr mehr zur Verfügung, wodurch er zusätzliches Personal anstellen oder in moderne Medizintechnik investieren kann. Von Mehrumsätzen dank der Privaten Krankenversicherung profitieren aber beispielsweise auch Zahnmediziner, Hebammen, Physiotherapeuten und Arzneimittelhersteller.

Eine besondere Rolle spielen diese zusätzlichen Einnahmen bei der Einführung von medizinischen Innovationen im ambulanten Bereich. Denn in der Privaten Krankenversicherung ist eine Kostenerstattung bereits möglich, sobald eine Innovation neu auf den Markt kommt. Das Genehmigungsverfahren in der Gesetzlichen Krankenversicherung kann dagegen durchaus mehrere Jahre dauern. In dieser Zeit profitieren die Hersteller und Anwender davon, dass es dank der Privaten Krankenversicherung eine Art „Zwischenfinanzierung“ für die neuen Leistungen gibt, bis die Gesetzliche Krankenversicherung sie ihren Versicherten später auch anbietet. Das sorgt für ein besseres Innovationsklima und eine schnellere Refinanzierung von Entwicklungskosten.

Aber auch weit über die Gesundheitswirtschaft hinaus trägt die Private Krankenversicherung zu einem innovationsfreundlichen Klima in Deutschland bei: Indem sie viele Millionen Euro an Risikokapital bereitstellen, fördern die PKV-Unternehmen zusätzlich Forschung und Entwicklung in verschiedenen Wirtschaftsbereichen. Und nicht nur das: Als Investor unterstützt die Private Krankenversicherung auch traditionelle Unternehmen sowie die Immobilienwirtschaft, Banken und die öffentliche Hand.

Denn jedes Jahr legt die Branche Milliardenbeträge an, um die Ansprüche ihrer Versicherten im Kapitaldeckungsverfahren abzusichern. Die Alterungsrückstellungen der Privatversicherten tragen somit direkt zur Nettovermögensbildung der Volkswirtschaft bei. Mehr als 206 Milliarden Euro (Stand: Ende 2014) haben die Versicherten an Rückstellungen aufgebaut – und jedes Jahr kommen mehr als neun Milliarden Euro hinzu. Das entspricht über sechs Prozent der jährlichen gesamtwirtschaftlichen Ersparnis.

Wird die Ersparnis eines Landes kleiner, sinkt in der Regel auch das Investitionsvolumen. Ohne Private Krankenversicherung würde daher die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Volkswirtschaft leiden.

Die PKV spielt somit nicht nur für die nachhaltige Finanzierung des Gesundheitswesens eine Rolle. Ihre Existenz ist ein wesentlicher Vorteil für den gesamten Standort Deutschland.