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PKV publik 1.2016

GASTBEITRAG

HIV und AIDS: Die PKV ermöglicht Aufklärung und Beratung von Migranten

In den vergangenen fünf Jahren hat die Deutsche AIDS-Stiftung ihre
Unterstützung von mittlerweile dreizehn Projekten für Migrantinnen
und Migranten nachhaltig aufrechterhalten und deutlich ausbauen
können. Nicht zuletzt dank der großzügigen Unterstützung der PKV. Von Ulrich Heide


Die Deutsche AIDS-Stiftung, die 1987 unter anderem vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) gegründet wurde, hilft seit fast 30 Jahren Menschen mit HIV und AIDS in Not und unterstützt Projekte für Betroffene. Gerade bei den individuellen Hilfen fiel früh auf, dass etliche Antragstellende Migrantinnen oder Migranten waren. Verständlich, stehen doch am Anfang einer Migration zahlreiche Probleme, nicht zuletzt finanzielle. Gleichzeitig galt schon immer, dass Krankheitserreger keine Grenzen kennen. Neu ist lediglich, dass heute mehr Menschen unterwegs sind – beruflich, als Touristen, als Zuwanderer oder als Flüchtlinge.

HIV-Infektionen sind weltweit verbreitet, allerdings mit unterschiedlichen regionalen Infektionswegen und -zahlen. In den westlichen Industriestaaten sind Männer, die Sex mit Männern haben, die größte Gruppe der Menschen mit HIV. In Subsahara Afrika erfolgen die meisten Infektionen durch ungeschützten Verkehr zwischen heterosexuellen Menschen. Und in Osteuropa ist intravenöser Drogengebrauch häufigster Infektionsweg.

Im Austausch mit zugewanderten Menschen mit HIV lernten Berater in lokalen Beratungsstellen schnell, dass Einstellungen und Vorstellungen zum Thema HIV und AIDS oft stark von denen in Deutschland abweichen. Ängste und Stigmatisierung sind oft gerade in den Regionen ausgeprägter als hierzulande, in denen die Gesamtinfektionsrate weit höher ist als in Deutschland.

Rasch wurde daher deutlich, dass nicht nur individuelle Hilfe notwendig ist, sondern auch Aufklärung und Beratung im direkten Umfeld, den Gemeinden, den Communities der Zuwanderer. Und erste Erfahrungen zeigten und zeigen, dass dies am erfolgreichsten ist, wenn gut integrierte Zuwanderer an dieser Beratung und an der Prävention aktiv beteiligt sind.

So wurden Projekte mit lokalen Partnern, mit Aidshilfen, kirchlichen Beratungsstellen und Universitäten entwickelt, die sich speziell an Migrantinnen und Migranten wenden. Das Projekt „Muttersprachler klären auf“ der Stadtmission Nürnberg, das sich an Flüchtlinge in Aufnahmeeinrichtungen wendet, beschreibt bereits in seinem Namen, was getan wird. Im Projekt „Helping hand“ des Universitätsklinikums Frankfurt helfen gut integrierte und therapierte HIV-positive Migrantinnen und Migranten Neuankömmlingen, sich den Herausforderungen der Infektion zu stellen. Die Berliner AIDS-Hilfe richtet sich mit dem Projekt „Ost Europa im Fokus. Prävention und Beratung von MigrantInnen“ an Menschen aus der Region, in der die Neuinfektionsraten am stärksten steigen.

Dank der großzügigen Förderung der PKV konnte die Deutsche AIDS-Stiftung seit 2011 mittlerweile dreizehn Projekte für Migrantinnen und Migranten weiterhin unterstützen und sogar deutlich ausbauen. Der PKV-Verband hat für diese Hilfen seitdem mehr als 350.000 Euro bereitgestellt. Dieses Engagement ist umso bemerkenswerter, als es sich bei der Zielgruppe in aller Regel nicht um potenzielle Versicherungsnehmer handelt.


www.aids-stiftung.de