• Vorlesen
  • A A A

PKV publik 1.2016

Dr. Volker Leienbach, Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

die Bundesärztekammer (BÄK) und der Verband der Privaten Krankenversicherung haben in Abstimmung mit der Beihilfe nach intensiven Verhandlungen ein ausgewogenes Gesamtpaket zur GOÄ-Reform vereinbart. Der Entwurf bietet klare Vorteile für alle: für die Patienten eine Versorgung auf dem modernsten Stand der Medizin mit einer transparenten Abrechnung und Schutz vor finanzieller Überforderung sowie für die Ärzte eine angemessene Vergütung bei voller Therapiefreiheit.

Deshalb begrüßen wir die Unterstützung des Deutschen Ärztetages für dieses Reformkonzept. Nun werden wir so schnell wie möglich die letzten noch offenen Details miteinander abstimmen und der Bundesregierung das gemeinsam erarbeitete Gesamtpaket übergeben. Wir sind überzeugt, damit ein sehr gutes Fundament geschaffen zu haben, sodass Bundesregierung und Bundesrat noch in dieser Wahlperiode eine neue Verordnung beschließen können. Auch die SPD sollte ihrer Verantwortung gerecht werden und im Interesse aller Patienten in Deutschland diese Reform nicht blockieren.

Die Bundesärztekammer und der PKV-Verband sind sich einig, dass Deutschland eine neue Gebührenordnung für Ärzte braucht. Die geltende GOÄ befindet sich in wesentlichen Teilen auf dem Stand von 1982. Die aus unserer Sicht entscheidenden Verbesserungen des vorliegenden Konzepts sind im Einzelnen:

  • Medizinische Innovation: Das Konzept der neuen GOÄ erfasst alle medizinischen Leistungen auf dem neuesten Stand. Zudem bietet sie mit der „Gemeinsamen Kommission“ einen Mechanismus zur schnellstmöglichen Integration künftiger medizinischer Innovationen in die Gebührenordnung.
  • Mehr Transparenz und bessere Verständlichkeit: Die neue GOÄ soll für alle Beteiligten mehr Klarheit bei der Abrechnung schaffen. Die bisherigen, teilweise schwer verständlichen Analog- Herleitungen bei medizinischen Innovationen werden durch präzise neue Definitionen ersetzt.
  • Stärkung der „sprechenden Medizin“: Die persönliche Zuwendung des Arztes zum Patienten wird im Verhältnis zur so genannten Gerätemedizin stärker honoriert.
  • Stärkung der ärztlichen Freiberuflichkeit: Eine moderne Gebührenordnung ist DIE Garantie für die ärztliche Freiberuflichkeit schlechthin. Die Wesenselemente der Privaten Krankenversicherung, von der lebenslangen und unkürzbaren Leistungszusage ihrer Verträge über die Sicherstellung der ärztlichen Therapiefreiheit bis hin zum Verzicht auf Budgetierung, fließen in dieses Konzept ein.

Die eigenständige privatärztliche Gebührenordnung ist somit wichtig für den Systemwettbewerb in einem gemeinsamen Versorgungssystem. Dies kommt allen Versicherten in Deutschland zu Gute.  

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach