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PKV publik 10.2015

Dr. Volker Leienbach, Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

 

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

viele von Ihnen werden die letzten Wochen des Jahres nutzen, um eine persönliche Bilanz der vergangenen Monate zu ziehen und Pläne für das neue Jahr zu schmieden. Auch wir als Private Krankenversicherung tun dies. Und wir freuen uns darüber, mit Beginn des neuen Jahres weitere Verbesserungen für die Privatversicherten einführen zu können.

Zum 1. Januar 2016 treten die neuen „Leitlinien für einen transparenten und kundenfreundlichen Tarifwechsel“ in Kraft, die wir im PKV-Verband gemeinsam entwickelt haben. Sie werden es den Versicherten noch leichter machen, die für sie persönlich beste Tarifoption in ihrer Krankenversicherung zu finden. Die Leitlinien ergänzen und erweitern die zahlreichen Möglichkeiten, die alle Privatversicherten bereits heute für einen Tarifwechsel nutzen können – sei es, um zusätzliche Leistungen abzusichern, sei es, um ihre Beiträge zu verringern.

Die neuen Leitlinien bündeln und konkretisieren nicht nur die geltende Rechtslage, sie gehen in mehreren Aspekten deutlich über die Vorgaben des bestehenden Tarifwechselrechts hinaus und garantieren den Versicherten damit künftig größtmögliche Objektivität und Transparenz. So verpflichten sich die teilnehmenden Unternehmen, ihren Versicherten künftig entweder das gesamte Spektrum an möglichen Zieltarifen aufzuzeigen oder geeignete Tarife auf der Basis eines objektiven Auswahlsystems vorzustellen. Die Auswahlkriterien dafür müssen durch einen Wirtschaftsprüfer überprüft werden. Zudem schlagen die teilnehmenden Unternehmen ihren Versicherten bei Prämienerhöhungen künftig nicht erst ab dem 60. Lebensjahr, sondern bereits fünf Jahre früher von sich aus konkrete Tarifalternativen vor. Außerdem verpflichten sich die Versicherer, sämtliche Tarifwechsel-Anfragen innerhalb von 15 Arbeitstagen zu beantworten.

Mit diesen Wechselmöglichkeiten muss sich die Private Krankenversicherung nicht hinter der Gesetzlichen Krankenversicherung verstecken. Im Gegenteil: Während es für Privatversicherte echte Wahlfreiheit bei Preis und Leistung gibt, kann man in der Gesetzlichen Krankenversicherung lediglich von einer Kasse zur nächsten springen – landet aber stets im gesetzlich vorgesehenen Einheitsschutz mit weitestgehend identischen Leistungen zum nahezu identischen Preis.

Bei der unabhängigen Schlichtungsstelle des PKV-Ombudsmanns haben übrigens im vergangenen Jahr nur 110 Privatversicherte auf Schwierigkeiten beim Tarifwechsel hingewiesen – das entspricht 0,0012 Prozent der knapp 9 Millionen Privatversicherten. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese geringe Quote mit Hilfe der neuen Leitlinien noch weiter senken können.

Nun wünsche ich Ihnen aber zunächst einmal Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach