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Tatsächlich belegen internationale Vergleiche: Die meisten Länder bieten deutlich geringere medizinische Leistungen. Das zeigt schon ein Blick über die Grenzen europäischer Nachbarn: So stehen etwa in Großbritannien über fünf Millionen Patienten auf Wartelisten und bekommen oft erst nach Monaten einen Arzttermin. Teilweise werden Leistungen aus Kostengründen verweigert. In Frankreich muss jeder durchschnittlich 25 Prozent der Arztkosten selbst tragen. Und in Schweden entscheiden oft die Provinzverwaltungen darüber, ob jemand eine bestimmte Operation erhält oder nicht.

Gute Gründe für die PKV

Neben dem Einsatz der fünf Millionen Holgers, Uwes und Katjas ist der Wettbewerb von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung eine zentrale Voraussetzung für das hohe Niveau des deutschen Gesundheitssystems. So sind Leistungskürzungen in den gesetzlichen Krankenkassen nur schwer durchzusetzen, weil es die private Konkurrenz mit garantierten Leistungen gibt, die nicht eingeschränkt werden können. Schließlich werben beide Systeme mit ihren Angeboten um das Vertrauen der Versicherten.

Und auch die Überführung des medizinischen Fortschritts in die Regelversorgung wird durch das Nebeneinander der beiden Versicherungssysteme beschleunigt. Denn ihr Wettbewerb erzeugt einen ständigen Anreiz, mit neuen Leistungen des anderen mitzuhalten. Ein funktionierender Wettbewerb sorgt damit für eine permanente Verbesserung des gesamten Gesundheitssystems. Die Private Krankenversicherung ist dabei ein Türöffner für medizinischen Fortschritt. Sie macht den Ersteinsatz von medizinischen Innovationen leichter möglich. Das kommt letztlich allen Menschen in Deutschland zugute.

„Um eine neue Untersuchung überhaupt zu etablieren, brauche ich einen gewissen finanziellen Grundstock“, sagt Assistenzärztin Silvia. „Durch die teilweise höheren Zahlungen der Privaten Krankenversicherung kann man diesen Grundstock aufbauen und somit neue Untersuchungstechniken vorantreiben. Und später, wenn es sich etabliert hat, dann werden auch die gesetzlichen Krankenkassen mitziehen.“

Knapp neun Millionen Menschen in Deutschland sind privat krankenversichert. Hinzu kommen fast 24 Millionen private Zusatzversicherungen. Davon profitiert das gesamte Gesundheitssystem. Denn der überproportionale Finanzierungsanteil der Privaten Krankenversicherung hilft vielen Arztpraxen und Krankenhäusern, aber auch Physiotherapeuten und anderen Gesundheitsberufen, in moderne Geräte und mehr Personal zu investieren.

Wie positiv sich der sogenannte Mehrumsatz zum Beispiel auch auf die freiberuflich tätigen Hebammen in Deutschland auswirkt, schildert ein Beitrag auf den beiden folgenden Heftseiten.

Darüber hinaus bietet die Private Krankenversicherung eine generationengerechte Vorsorge für die alternde Gesellschaft: Jede Generation von Privatversicherten trifft mit dem Aufbau von Kapitalreserven selbst Vorsorge für ihre absehbar höheren Gesundheitsausgaben im Alter.

„Die Menschen werden älter, leben länger“, sagt OP-Pfleger Uwe. „Natürlich hat diese demografische Entwicklung mit Kosten zu tun, keine Frage. Aufgrund der aufwendigen medizinischen Leistungen, die schon heute möglich sind und die vielleicht in Zukunft sogar noch besser werden, was ich einfach mal annehme. Und folglich kann man davon ausgehen, dass die Kosten im Gesundheitswesen, wenn die Leistungen entsprechend bleiben, sicherlich nicht sinken werden, sondern im Gegenteil noch steigen.“ Danke, Uwe! Auch für diesen Weitblick.


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