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PKV publik 9.2015

Petra Söchting

Petra Söchting ist Leiterin des Hilfetelefons

 

GASTBEITRAG

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: Mit einem Anruf das Schweigen brechen

Gewalt gegen Frauen findet mitten in unserer Gesellschaft statt – und bleibt doch weitestgehend unbemerkt. Denn die meisten Betroffenen schweigen zu ihren Erfahrungen. Von Petra Söchting


Rund 35 Prozent aller Frauen in Deutschland sind mindestens einmal in ihrem Leben von physischer und/ oder sexueller Gewalt betroffen. Dies geht aus einer Studie der Europäischen Union für Grundrechte vom vergangenen Jahr hervor. Doch nur jede fünfte Betroffene wendet sich an eine Beratungsstelle.

Hier setzt das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ an. An das 2013 gestartete Beratungsangebot können sich betroffene Frauen, aber auch Angehörige und Fachkräfte kostenfrei und rund um die Uhr wenden. Sie erhalten dort anonym, vertraulich, barrierefreiund in 15 Sprachen Unterstützung und werden bei Bedarf an Beratungsstellen vor Ort weitervermittelt.

Gewalt gegen Frauen hat viele Facetten: häusliche Gewalt in Ehe und Partnerschaft, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung, Stalking oder (Cyber-) Mobbing, aber auch Menschenhandel, Gewalt im Rahmen von Prostitution und Genitalverstümmelung. Jede Beratung ist auf die individuelle Situation und die Bedürfnisse der anrufenden Person ausgerichtet.

Die Beraterinnen des Hilfetelefons sind qualifizierte Fachkräfte, die die betroffenen Frauen in der Erst- und Krisenberatung psychosozial unterstützen und begleiten. Bei Bedarf vermitteln sie den Kontakt zu Fachberatungsstellen und Frauenhäusern vor Ort.

Neben den gewaltbetroffenen Frauen richtet sich das Beratungsangebot an Angehörige und Fachkräfte, die Frauen und Mädchen in ihrem Umfeld unterstützen möchten oder weitere Informationen suchen.

Jeder, der die Telefonnummer und die Webseite des Hilfetelefons kennt und weitergibt, kann einen Beitrag leisten und Frauen ermutigen, die ersten Schritte aus der Gewalt zu gehen.


Weitere Informationen und Aktionsmaterial erhalten Sie unter: www.hilfetelefon.de/schweigenbrechen oder auf Facebook: www.facebook.com/hilfetelefon