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PKV publik 9.2015

 

Alles Gute, MEDICPROOF!

Wie die Pflegebegutachtung der PKV entstand - und warum sie bis heute so gut funktioniert

Vor 20 Jahren nahm MEDICPROOF, der medizinische Prüfdienst der PKV zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit, seine Arbeit auf. Das Unternehmen ist Ausweis des Engagements der Branche für die Pflege – und gut gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft.


Geburtstage bieten Anlass zur Freude – und zur Erinnerung an die manchmal auch bewegte Vergangenheit. Anlässlich des 20. Jahrestages der Gründung der MEDICPROOF GmbH hat der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Blick zurück in die „turbulenten Anfangsjahre“ des medizinischen Prüfdienstes gerichtet.

Seit 1995 garantiert MEDICPROOF bundesweit und versicherungsübergreifend eine einheitliche Begutachtung der Pflegebedürftigkeit. Im Auftrag der Versicherungsunternehmen prüfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Erfüllung der Leistungsvoraussetzungen für die Private Pflegepflichtversicherung. Dabei gelten die gleichen Maßstäbe wie in der Sozialen Pflegepflichtversicherung. Faktisch übernimmt das Unternehmen damit die Aufgaben eines medizinischen Dienstes der Privaten Krankenversicherungsunternehmen für den Bereich Pflege.

Mehr als 1.000 freiberuflich tätige Gutachter erstellen jährlich über 145.000 Gutachten. Im letzten Jahr sind sie dafür rund zwei Millionen Kilometer gereist und haben dabei 5.680 Städte in 24 Ländern besucht. Bei solchen beeindruckenden Zahlen kann man sich nur schwer vorstellen, dass die Entstehung von MEDICPROOF alles andere als ein reibungsloser Prozess war, sondern mehr oder weniger „holterdiepolter“ zustande kam, woran Laue zum Geburtstag schmunzelnd erinnerte.

Eher Hals über Kopf beauftragte der damalige Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit, Karl Jung, den PKV-Verband nämlich 1993 mit der Aufgabe, ein Konzept zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit für die privat Pflegepflichtversicherten zu entwerfen. Der PKV-Verband musste also in sehr kurzer Zeit einen Entwurf entwickeln, der nicht nur den rechtlichen Vorgaben des Gesetzgebers entsprechen, sondern auch die Interessen der Versicherten vereinen würde. Zudem sollten auch die Versorgungseinrichtungen von Bahn und Post miteinbezogen werden. Mit Bildung der „Gemeinschaft privater Versicherungsunternehmen“ (GPV), an der alle Mitgliedsunternehmen des Verbands beteiligt sind, konnte diese Hürde vergleichsweise rasch überwunden werden. Auch die Finanzierung der privaten Pflegpflichtversicherung stand dank eines gemeinsamen Pool-Vertrags von Beginn an auf solidem Grund. Allein die Umsetzung der Pflegebegutachtung erforderte mehrere Anläufe.

Bekanntlich sind aller guten Dinge drei und so bedurfte es bei der Pflegebegutachtung dreier Versuche, um die optimale Lösung zu finden. Denn weder reichten die Kapazitäten bei den einzelnen Mitgliedsunternehmen aus, um die Begutachtung durchzuführen, noch gelang es, eine Kooperation mit dem medizinischen Dienst der Gesetzlichen Krankenkassen zu vereinbaren.

So wurde der große betriebsärztliche Bund BAD Partner des PKV-Verbandes und gründete 1994 in Bonn unter dem Namen MEDICPROOF die neue GmbH. Die Unternehmensbezeichnung geht mithin auf den BAD zurück. Am 28. September 1995 nahm das Unternehmen in Köln seine Arbeit auf, womit die Geschichte erzählt sein könnte.

Doch so einfach war es auch dann noch nicht. Der BAD verfügte damals zwar über ein Netzwerk von 540 Betriebsärzten, von diesen beteiligte sich 1995 jedoch nur ein Bruchteil an der Pflegebegutachtung. Vielen Betriebsärzten fehlte schlichtweg die Erfahrung für diese anspruchsvolle Aufgabe. Hinzu kam die gerade zu Beginn hohe Zahl an Anträgen, die nicht einfach „nebenbei“ bearbeitet werden konnte.

So entschied sich der PKV-Verband schließlich, den weiteren Aufbau des Unternehmens selbst zu betreuen. Dies führte in einem ersten Schritt dazu, dass ab Frühjahr 1996 die Unternehmensleitung nicht mehr vom BAD gestellt wurde, sondern vom PKV-Verband. Im Juni desselben Jahres erwarb der Verband die MEDICPROOF GmbH, die dadurch zur hundertprozentigen Tochter des Verbandes wurde. Unter dem damaligen Verbandsdirektor Dr. Christoph Uleer, der zunächst in Personalunion die Geschäftsführung übernahm, nahm der Aufbau der Gesellschaft Tempo auf.

Später war es dann Dr. Ulrike Diedrich, die die Geschicke des Unternehmens stark beeinflusste. Zunächst als Leiterin der Abteilung Sozialmedizin und dann als Geschäftsführerin, prägte sie MEDICPROOF über fast 20 Jahre erheblich mit.

Mehr als 1.000 freiberufliche Ärzte und Pflegekräfte bilden das bundesweite Netz von MEDICPROOF.

Bis heute wird das Gutachternetz kontinuierlich und bedarfsgerecht angepasst. So richten sich Anzahl und Verteilung der freien Mitarbeiter nach dem regionalen Aufkommen von Begutachtungsaufträgen. Zur Qualitätssicherung werden alle umfassend geschult und auf regelmäßigen Weiterbildungen über die spezifischen Belange der Pflege informiert.

Die Expertise der MEDICPROOF Gutachterinnen und Gutachter wird branchenweit geschätzt. So haben die Experten von MEDICPROOF an der Praktikabilitätsstudie zum Neuen Begutachtungs- Assessment teilgenommen, in der das neue Begutachtungsinstrument in der Praxis angewandt wurde. Darüber hinaus ist Dr. Franziska Kuhlmann, seit 2014 Geschäftsführerin des Unternehmens, Mitglied der übergreifenden Projektgruppe zur Umsetzung des neuen Begutachtungsverfahrens in der Pflege. Weitere Kolleginnen erarbeiten in diversen Fachgruppen des GKV Spitzenverbandes, gemeinsam mit den übrigen medizinischen Diensten, dem Gesundheitsministerium und Kassen-Vertretern die diversen Details des Umsetzung (u.a. die neue Begutachtungsrichtlinie).

Neben der COMPASS Private Pflegeberatung, dem Pflegeprüfdienst QPP und der gemeinnützigen Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“ ist MEDICPROOF ein weiterer Beleg für das Engagement der PKV im Bereich Pflege. Die dynamische und erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens zeigt, dass MEDICPROOF bestens gewappnet ist, auch die kommenden Herausforderungen durch die Pflegestärkungsgesetze I und II zu meistern.


www.medicproof.de