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PKV publik 7.2015

Dr. Volker Leienbach, Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

 

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe von PKV publik berichten wir über eine erschreckende Zahl: 18 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass geringe Mengen Alkohol während der Schwangerschaft unbedenklich sind (siehe Seite 14). Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag des PKV-Verbandes.

Diese viel zu sorglose Einstellung vieler Menschen steht im Widerspruch zu allen wissenschaftlichen Erkenntnissen: Schätzungen zufolge kommen in Deutschland jährlich etwa 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen auf die Welt. Viele davon leiden unter dem Fetalen Alkoholsyndrom, einer schwerwiegenden geistigen und körperlichen Behinderung. Eindeutig warnt daher auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, vor jeglichem Alkoholkonsum: „Es gibt keine unschädliche Menge in der Schwangerschaft.“

Nun gibt es aber auch Anlass zur Hoffnung, dass diese Botschaft dank intensiver Aufklärungsarbeit allmählich ankommt. Denn die Umfrage-Ergebnisse zeigen zugleich, dass die Akzeptanz von Alkohol während der Schwangerschaft bei Jüngeren deutlich geringer ist als bei älteren Menschen. So halten in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen nur 4 Prozent der Befragten kleine Mengen Alkohol bei werdenden Müttern für vertretbar. Von den über 55-jährigen Befragten sagen dies 23 Prozent. Das zeigt, dass Aufklärungskampagnen wirken. Die von der Privaten Krankenversicherung finanzierte Kampagne „Alkohol? Kenn Dein Limit.“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) richtet sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene und damit an zukünftige Eltern.

Dass Aufklärungsarbeit wirkt, hat jüngst auch eine Untersuchung der BZgA belegt (siehe PKV publik 6/2015). Sie zeigt, dass der Alkoholkonsum in allen Altersklassen der angesprochenen Zielgruppen seit dem Kampagnenstart von „Kenn Dein Limit.“ im Jahr 2009 deutlich zurückgegangen ist. Gleichwohl konsumieren zu viele junge Menschen noch immer zu viel Alkohol. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass Aufklärungskampagnen Zeit brauchen, bis sie wirken. Die Private Krankenversicherung steht daher auch weiterhin zu ihrem Engagement in der Alkoholprävention und wird die Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auch in Zukunft weiter finanzieren.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach