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PKV publik 6.2015

 

Auf einem guten Weg

Immer weniger Jugendliche trinken sich in einen Rausch

Eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter 7.000 Jugendlichen zeigt eine positive Entwicklung beim Alkoholkonsum.


 

Es ist eine erfreuliche Trendwende: Die Zahl der Jugendlichen, die sich einmal im Monat oder öfter in einen Rausch trinken, nimmt ab. Waren es im Jahr 2008 noch 20 Pozent der 12- bis 17­Jährigen und fast 41 Prozent der 18- bis 25-Jährigen, so sind es inzwischen nur noch etwa 13 bzw. 35 Prozent. Ein Drittel der Jüngeren hat sogar noch nie im Le­ben Alkohol getrunken, während es 2008 noch neun Prozent weniger waren (33 gegenüber 24 Prozent).

Das zeigt der aktuelle Alkoholsurvey der Bundeszentrale für gesundheitliche Auf­klärung (BZgA). Für die repräsentative Studie hat die Bundesbehörde im letzten Jahr insgesamt 7.000 junge Menschen im Alter von 12 bis 25 Jahren zu ihrem Alkoholkonsum befragt. Gemeinsam mit der Drogenbeauftragten der Bundesregie­rung, Marlene Mortler (CDU), und PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach hat sie die Ergebnisse nun der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Vergleich mit 2008 ist der Behör­de wichtig: Denn im Jahr 2009 ging sie mit der Präventionskampagne „Alko­hol? Kenn dein Limit.“ an den Start, um deutschlandweit Kinder und Jugendliche vor den Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums zu warnen.

Möglich machte dies das finanzielle Engagement der Privaten Krankenversiche­rung. Die PKV-Unternehmen haben der BZgA bislang mehr als 60 Millionen Euro für ihren Kampf gegen den Alkoholmiss­brauch zur Verfügung gestellt.

„Uns war immer klar,  dass es Zeit braucht, bis sich der Umgang mit  Alkohol ändert.“ 

Während bei der letzten Befragung im Jahr 2012 aber noch keine Trendwende erkennbar war, spricht die Statistik nun eine andere Sprache. Insbesondere das Trinkverhalten der männlichen Jugend­lichen hat sich in der Zwischenzeit ver­ändert: 2008 haben sich noch fast acht Prozent der 12- bis 17-Jährigen vier Mal oder öfter im Monat betrunken, jetzt sind es nur noch etwa vier Prozent. Damit hat sich der Anteil der Rauschtrinker in dieser Altersgruppe so gut wie halbiert. Auch bei den Über-18-Jährigen sank der Anteil deutlich von 21 auf 16 Prozent.

„Uns war immer klar, dass es Zeit braucht, bis sich der Umgang mit Alkohol in der Gesellschaft verändert“, erklärt PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach das nachhaltige Engagement der Branche. „Der Alkoholsurvey zeigt aber, dass wir auf einem guten Weg sind. Und das ist wichtig, denn wenn Jugendliche einen verantwortlichen Umgang mit Alkohol lernen, hilft ihnen das im ganzen weiteren Leben.“

Gerade während der Jugend werden wichtige Weichen für die Zukunft gestellt: Trinkgewohnheiten bilden sich früh heraus. Ist das Trinkverhalten aber erst einmal zur Gewohnheit geworden, lässt es sich später umso schwerer ändern. Auch das Gehirn entwickelt sich in diesem Lebensalter stark weiter; deshalb kann übermäßiger Alkoholkonsum hier ganz besonders schwerwiegende Folgen haben.

Hinzu kommen negative Auswirkungen auf das soziale Umfeld: Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag des Verbandes der Privaten Krankenversicherung stellt jeder Dritte mehr Streitereien in seinem persönlichen Umfeld fest,  wenn es Alkoholeinfluss gab, als wenn nichts getrunken wurde. Unter den 18- bis 24­-Jährigen kennt sogar fast jeder Zweite dieses Problem.

Gerade intakte Freundschaften sind für Jugendliche aber wichtig. Aus diesem Grund hat die BZgA ihre Kampagne im Mai dieses Jahres neu ausgerichtet. Die neuen Motive von „Alkohol? Kenn dein Limit.“ sollen die jungen Menschen darin bestärken, Freundschaften und Partnerschaften nicht durch einen zu sorglosen Umgang mit Alkohol aufs Spiel zu setzen. Bei der Entwicklung der gesamten Kampagne wurden in der Bildsprache und in den Texten Anregungen von Jugendlichen berücksichtigt. Darüber hinaus kommen künftig noch mehr Kampagnenbotschafter zum Einsatz, um mit Jugendlichen dort über Risiken und Wirkung von Alkohol zu sprechen, wo diese sich in ihrer Freizeit  aufhalten. 

Der Bedarf dafür ist nach wie vor vorhanden. Denn so erfreu­lich der Rückgang des Alkoholkonsums bei männlichen Jugendlichen ist – bei weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen ist noch keine klare Trendwen­de auszumachen. Sie konsumieren zwar grundsätzlich weniger und seltener Alkohol als ihre männlichen Altersgenossen, aber zwischen drei und fünf Prozent von ihnen betrinken sich regelmäßig öfter im Monat.

Nach Einschätzung von BZgA-Direktorin Heidrun Thaiss gibt es daher noch viel zu tun: „Insgesamt konsumieren junge Menschen nach wie vor deutlich zu viel Alkohol. Hier gilt es die Präventionsanstrengungen weiter fortzusetzen, um beide Geschlechter mit geeigneten Maßnahmen in ihren Lebenswelten zu erreichen.“

Künftig wird die Kampagne daher auch verstärkt auf die Online-Kommunikation setzen. Über soziale Netzwerke soll es zum Dialog mit den Jugendlichen kommen, darüber hinaus ist auch ein Kampagnen-Blog mit weiteren Diskussionsmöglichkeiten geplant.

Die Jugendlichen wissen das Engagement für ihre Gesundheit durchaus zu schätzen. Das zeigt die hohe Akzeptanz der Kampagne in der Zielgruppe: Mehr als 98 Prozent der Befragten begrüßen es ausdrücklich, dass die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über die Risiken von Alkohol aufklärt.