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PKV publik 4.2015

Hände werden gehalten
 

Eine wichtige Aufgabe

Die Private Krankenversicherung hat die Förderung ambulanter Hospizdienste vertraglich geregelt

Mit der Begleitung sterbender Menschen nehmen ambulante Hospiz­dienste eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft wahr. Die PKV hat sich nun vertraglich zur Förderung dieser Dienste verpflichtet.


 

Die Frage, wo man sterben möch­te, gehört zu den sensibelsten Themen im Leben. Doch viele Menschen müssen sich damit irgendwann auseinan­dersetzen. Nach Angaben des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes ist für zwei Drittel der Menschen die Antwort klar: zu Hause. Damit den Betroffenen dieser letzte Wunsch erfüllt werden kann, gibt es die Hospizbewegung, in der die ambulanten Hospizdienste eine wich­tige Rolle spielen.

Sie leisten Sterbebegleitung von Pati­enten, die keiner Behandlung in einem Krankenhaus oder stationärem Hospiz bedürfen. Diese Aufgabe wird von ent­sprechend ausgebildeten Fachkräften und ehrenamtlichen Helfern wahrge­nommen, die dazu qualifiziert und wei­tergebildet werden. Unter Berücksich­tigung sozialer, ethischer und religiöser Gesichtspunkte und unter Einbeziehung der Angehörigen und Bezugspersonen sollen die mit dem Krankheitsprozess verbundenen Leiden gelindert und der Patient darin unterstützt werden, die Konfrontation mit dem Sterben zu ver­arbeiten. Wesentlicher Bestandteil der Arbeit ist dabei die psychosoziale Unter­stützung der Betroffenen. Pflegearbeiten leisten die Hospizdienste hingegen nicht, sie arbeiten aber eng mit Pflegediensten und Ärzten zusammen. Um die Qualität zu sichern, steht jeder Dienst unter Lei­tung einer ausgebildeten Fachkraft.

Die ambulanten Hospizdienste stellen eine Versorgungsform neben vielen an­deren Arten der Palliativversorgung und Hospizleistungen dar, die seit vielen Jah­ren Bestandteil der Krankenversorgung in Deutschland sind. Die Finanzierung ist bei den verschiedenen Formen un­terschiedlich geregelt. Grundlage für die Förderung der ambulanten Hospizdiens­te ist § 39a Abs. 2 des Sozialgesetzbu­ches V (SGB V).

Demnach erhalten Dienste, die be­stimmte Voraussetzungen erfüllen, wie etwa die Zusammenarbeit mit palliativ-medizinisch erfahrenen Pflegediensten oder Ärzten, eine Förderung durch die gesetzlichen Krankenkassen. Da das SGB V nur bei der Gesetzlichen Kranken­versicherung (GKV) Anwendung findet, war eine Förderung durch die Private Krankenversicherung (PKV) bisher nicht vorgesehen.

Das ist mittlerweile anders: Mit einem Vertrag zwischen dem PKV-Verband und den Hospizverbänden auf Bundesebene wurde nun eine Grundlage geschaffen, die eine Beteiligung der PKV an der För­derung der ambulanten Hospizdienste regelt.

Die Mittel können beim PKV-Verband beantragt werden. Voraussetzung ist, dass die ambulanten Hospizdienste eine Förderung durch die gesetzlichen Kran­kenkassen erhalten und im Jahr vor der Antragstellung mindestens einen Privat­versicherten begleitet haben. Liegt beides vor, erhalten sie zu den 90 Prozent des Förderauszahlbetrags durch die gesetz­lichen Kassen weitere 10 Prozent durch den PKV-Verband. Diese Aufteilung ent­spricht in etwa dem Anteil der Privatver­sicherten an der Gesamtbevölkerung. Die Neuregelungen werden bereits im derzeit laufenden Förderverfahren umgesetzt.