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PKV publik 4.2015

Dr. Volker Leienbach, Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

 

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in dieser Ausgabe von PKV publik wid­men wir uns in der Titelgeschichte einem Thema, das unsere Gesellschaft in Zu­kunft immer stärker beschäftigen wird. Es geht um die zunehmende Zahl pflege­bedürftiger Menschen in unserem Land und um die Kosten einer angemessenen Betreuung und Unterbringung. Hier muss jedem klar sein, dass die Leistun­gen der Pflegepflichtversicherung nicht ausreichen, um die tatsächlichen Kosten zu decken.

Doch jenseits aller Finanzierungsfragen stellt sich Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen immer auch die Frage nach der Qualität von Pflegediensten oder Pflegeheimen. Eine Orientierungsmög­lichkeit soll ihnen bisher das System der Pflegenoten geben. Doch die Realität hat gezeigt, dass diese Noten in ihrer heu­tigen Form nur sehr eingeschränkt ge­eignet sind, eine Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Einrichtung zu ermöglichen.

Aus diesem Grund unterstützt der PKV-Verband die Initiative der Bundesre­gierung für eine Neukonzeption des „Pflege-TÜV“. Sinnvoll wäre es, wenn ein neues Prüfsystem aus der Perspekti­ve der Nutzer der Pflegeeinrichtung mit pflegewissenschaftlicher Unterstützung entwickelt wird. Diesem Gedanken trägt auch ein Vorschlag des Pflegebevoll­mächtigten der Bundesregierung, Herrn Staatssekretär Laumann, Rechnung, ein Pflegequalitätsinstitut mit dieser Aufga­be zu betrauen.

Vor diesem Hintergrund ist zu bedenken, dass mit dem von der PKV gestifteten Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) bereits eine Institution besteht, die diese Funktion im Prinzip schon heute über­nimmt. Das ZQP ist in seiner Arbeit unab­hängig, multiprofessionell und dem The­orie-Praxis-Transfer verpflichtet. In den fünf Jahren seiner Tätigkeit ist es ihm gelungen, die Position eines nationalen Kompetenzzentrums für Pflegequalität zu erringen. Damit erfüllt es die benö­tigten Anforderungen und ist eine geeig­nete Einrichtung, um den wissenschaft­lichen Erkenntnisprozess zu steuern und zu koordinieren.

Auch sonst steht die PKV jederzeit zur Verfügung, um mit ihrer Pflegekompe­tenz bei der Erarbeitung eines neuen Prüfsystems behilflich zu sein. Immerhin bringt es der PKV-Prüfdienst mittlerweile auf eine Erfahrung von über 10.000 Prü­fungen von Pflegeeinrichtungen. Und mit der PKV-Tochter COMPASS wurde eine außerordentlich leistungsfähige Struktur in der Pflegeberatung aufgebaut. Hinzu kommen ein neues Pflegeberatungspor­tal im Internet und die private Pflegebe­gutachtung MEDICPROOF. Die PKV ist also in Sachen Pflege gut aufgestellt und bereit, ihre Erfahrung in die Verbesse­rung der Situation aller Pflegebedürfti­gen und ihrer Angehörigen einzubringen.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

 

Volker Leienbach