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PKV publik 4.2015

Die Deutschen leben immer länger

Die Lebenserwartung in Deutsch­land steigt weiter. Neugeborene Mädchen haben inzwischen eine Lebens­erwartung von fast 83 Jahren, Jungen von nahezu 78 Jahren. Das sind bei den Jun­gen sechs und bei den Mädchen fast fünf Jahre mehr als noch vor rund 25 Jahren, wie Berechnungen des Statistischen Bun­desamtes zeigen. Damit liegt Deutsch­land insgesamt ungefähr im Durchschnitt der Europäischen Union. Dabei gibt es aber deutliche Unterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern. So kommen etwa neugeborene Jungen in Baden-Württemberg rein rechnerisch auf 79 Jahre, in Sachsen-Anhalt dagegen nur auf 75 Jahre und 10 Monate.

Rembrandt Scholz vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock sieht bei der Entwicklung der Lebenserwartung noch kein Zeichen für eine Stagnation. „Der Trend wird sich auf diesem hohen Niveau fortsetzen.“

„Wir gewinnen im statistischen Mittel zwei, drei Jahre pro Jahrzehnt“, sagt Ste­phan Sievert vom Berlin-Institut für Be­völkerung und Entwicklung. „Die Gründe dafür haben sich aber im Laufe der Zeit verändert.“ In den 1970er Jahren seien es vor allem die erfolgreiche Bekämp­fung von Infektionskrankheiten und ein Rückgang der Sterblichkeit von Säuglin­gen und Kindern gewesen. In den vergan­genen Jahren dagegen sei vor allem die Überlebenswahrscheinlichkeit Älterer gestiegen. „Das hat viel mit Lebensstil zu tun, mit Prävention und mit der Bekämp­fung chronischer Krankheiten.“

„Wir werden nicht nur älter, sondern dies auch mit höherer Lebensqualität“, sagt Ralf-Joachim Schulz von der Deut­schen Gesellschaft für Geriatrie (Alters­heilkunde). „Vor zehn Jahren haben wir die Altersgrenze für geriatrische Patien­ten zwischen 70 und 75 Jahre gesetzt.“ Inzwischen seien solche Patienten im Schnitt zehn Jahre älter. „Wir sind auf dem Gebiet der Prävention auf einem guten Weg.“ Eine effektivere Früher­kennung von Krankheiten – von Kindes­beinen an – und besseren Arbeitsschutz nennt der Kölner Chefarzt als zwei wich­tige Beispiele.

dpa