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PKV publik 3.2015

Mit Weitsicht

Die Zahl der Pflegezusatzversicherungen steigt auf über 3 Millionen

Noch hat nur ein kleiner Teil der Bevölkerung einen Zusatzschutz gegen das Risiko Pflege. Der Trend geht aber eindeutig zu mehr Vorsorge. Verantwortlich dafür ist auch die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung.


 

Das Thema Pflege ist mitten in unserer Gesellschaft angekommen. Einer Umfrage zufolge ist über ein Drittel der Deutschen entweder schon jetzt davon im persönlichen Umfeld betroffen oder rechnet damit, sich bald um einen nahestehenden Menschen kümmern zu müssen (vgl. PKV publik 1/2015). Neben Zuwendung und Zeit erfordert dies dann in der Regel auch eine ganze Menge Geld, wobei schnell eine Finanzierungslücke von über 1.500 Euro pro Monat entstehen kann.

Wie gut nur, dass parallel zur Betroffenheit auch die finanzielle Vorsorge für den Pflegefall an Fahrt gewinnt: So stieg im vergangenen Jahr allein die Zahl der staatlich geförderten ergänzenden Pflegezusatzversicherungen (GEPV) um 55,5 Prozent auf 549.900 Verträge. „Damit sind in den beiden Jahren seit Einführung der geförderten Pflegeversicherung bereits mehr von diesen Verträgen abgeschlossen worden als in den ersten 14 Jahren der ungeförderten Pflegezusatzversicherung“, bilanziert Uwe Laue, Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung.

Schon seit über 30 Jahren bietet die PKV Pflegezusatzversicherungen an – bei zunächst allerdings eher übersichtlicher Nachfrage. So wurden in dem von Laue zum Vergleich herangezogenen Zeitraum zwischen 1984 und 1998 gerade einmal 500.000 dieser – damals allesamt noch ungeförderten – Verträge abgeschlossen. Inzwischen sind es inklusive der Förderverträge schon über drei Millionen – wobei allein 30 Prozent des Zuwachses auf die beiden letzten Jahre entfallen.

Die Förderung bewegt die Menschen zu mehr privater Vorsorge

„Das zeigt, dass die staatliche Förderung die Menschen zu mehr privater Vorsorge bewegt“, so der PKV-Verbandschef. Übrigens animiert diese neue Versicherungsmöglichkeit auch zur darüberhinausgehenden Absicherung: So wurden 2014 neben den geförderten nochmals weit über 100.000 ungeförderte Verträge abgeschlossen, meist in Ergänzung zur geförderten Police.

Eine stärkere private Vorsorge ist in der Pflege schon deshalb dringend nötig, weil die Umlagefinanzierung der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung zunehmend an ihre Grenzen stößt. Während  derzeit rund 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig sind, werden es 2050 schon 4,5 Millionen sein. Zugleich sinkt die Zahl der Bürger im Erwerbsalter, die das Umlagesystem im Wesentlichen finanzieren müssen, um etwa ein Drittel (s. Seite 4 ff.). Daran gemessen ist die private Vorsorge noch immer zu wenig verbreitet.

„Die Pflegeversicherung war immer eine Teilversicherung“, erläutert denn auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in einem  Informationsheft des PKV-Verbandes. „Deshalb ist und bleibt die private Vorsorge für das Alter auch weiterhin wichtig. Es ist durch die Pflegeversicherung gelungen, einen erheblichen Teil der Pflegebedürftigen aus der Sozialhilfe herauszuholen. Nun geht es darum, dass diese Zahl nicht wieder anwächst“, so der Minister.

Für kaum ein Risiko kann man finanziell so gut und langfristig vorsorgen wie für die Pflege, die ja meist erst im hohen Alter eintritt. Daher lassen sich die Vorteile der Kapitaldeckung hier besonders deutlich beobachten: Weil für jüngere Versicherte in der Regel für einen langen Zeitraum keine Leistungsausgaben anfallen, können die Unternehmen das Geld in der Zwischenzeit am Kapitalmarkt anlegen – und die Versicherten profitieren von der Anlagerendite.

Wer bereits in jungen Jahren mit der geförderten Vorsorge beginnt, kann meist schon mit dem Mindest-Eigenbeitrag von 10 Euro plus 5 Euro staatlichem Zuschuss im Monat die Finanzierungslücke in Pflegestufe 3 weitgehend schließen. Damit ist die GEPV auch für einkommensschwächere Menschen sehr attraktiv.

Ältere Neukunden profitieren wiederum davon, dass die Versicherungsunternehmen jeden Interessenten unabhängig von Vorerkrankungen aufnehmen. Sollte der Pflegefall eintreten, werden die Leistungen zur individuellen Verfügung ausgezahlt. Das Geld kann etwa für eine stationäre Unterbringung, für ambulante Pflegekräfte oder für ein pflegegerechtes Wohnumfeld verwendet werden. Die Höhe richtet sich nach der ermittelten Pflegestufe in der Pflegepflichtversicherung. Für die Pflegestufe III ist eine Mindestleistung von 600 Euro monatlich gesetzlich garantiert. Die Versicherungsunternehmen können aber auch eine höhere Leistung anbieten. Für die anderen Pflegestufen – einschließlich der Stufe 0 bei Demenz – wird jeweils ein festgelegter prozentualer Anteil der Leistungen in Stufe III gezahlt.

Die PKV steht aber nicht nur für eine nachhaltige Finanzierung der Pflegekosten. Mit vielen innovativen Ideen in der Beratung und der Qualitätsprüfung trägt sie zu einer nachweislich besseren Pflege bei – zu Gunsten aller Betroffenen, und zwar unabhängig davon, wie sie versichert sind.


www.pkv.de/themen/pflege