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PKV publik 3.2015

Ein großes Wort

Die PKV leistet einen wichtigen Beitrag zur Generationengerechtigkeit in Deutschland

Die Alterungsrückstellungen, mit denen Privatversicherte selbst für ihre im Alter steigenden Gesundheitskosten vorsorgen, entlasten die gesamte Gesellschaft.


 

Generationengerechtigkeit. Ein großes Wort, nicht nur wegen seiner 25 Buchstaben. Schon die beiden Begriffe, aus denen es sich zusammensetzt, sind seit Jahrhunderten Diskussionsgegenstand von Politikern, Philosophen und Ökonomen. Zusammen genommen werden sie heute wohl am ehesten im Sinne einer Definition gebraucht, die sich im „Handbuch Generationengerechtigkeit“ findet: „Generationengerechtigkeit bedeutet konkret, dass die heute Jungen und nachfolgende Generationen gleichwertige Lebensgestaltungschancen besitzen sollen wie die gegenwärtig gesellschaftlich und politisch verantwortliche Generation.“

Legt man diese Begriffserklärung zugrunde, dann sollte jede neue Generation mindestens dieselben Startvoraussetzungen vorfinden wie die Vorgängergeneration. Dazu zählen sämtliche Lebensbereiche, allen voran aber wohl am ehesten eine intakte Umwelt und stabile Staatsfinanzen. Wer sich jedoch in der Welt umsieht, erkennt schnell, dass es mit diesen Voraussetzungen nicht weit her ist: Ressourcenverbrauch, Umweltverschmutzung und eine hohe Staatsverschuldung in vielen Ländern bürden den nachfolgenden Generationen Lasten auf, die ihre Startchancen deutlich erschweren. Gleichwohl darf das Ziel nicht aus den Augen verloren werden, unsere Kinder und Enkel im Rahmen des Möglichen zu entlasten.

Die Kapitaldeckung unterscheidet die PKV von der Finanzierung der GKV

Einen nachhaltigen Beitrag dazu leistet die Private Krankenversicherung (PKV). Denn mit mittlerweile mehr als 202 Milliarden Euro kapitalgedeckten Alterungsrückstellungen trägt die Branche dazu bei, die nachfolgenden Generationen von den im Alter steigenden Gesundheitskosten der heute lebenden zu entlasten.

Diese Rückstellungen bei der Beitragsfestsetzung für Privatversicherte tragen dem Umstand Rechnung, dass mit dem Alter üblicherweise die  Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen steigt. So verbrauchen 80- bis 84-Jährige laut Arznei-Verordnungsreport 2013 der Gesetzlichen Krankenversicherung 21 Mal mehr Arzneimittel als 20- bis 24-Jährige. Die Pro-Kopf-Ausgaben der Privaten Krankenversicherung für die Krankenhausbehandlung beispielsweise von 76- bis 80-jährigen Frauen waren 2013 etwa 5 Mal höher als für die 41- bis 45-jährigen. Für Männer der  gleichen Altersgruppen lagen die Ausgaben sogar 8,5 Mal höher.

Für diese im Alter steigenden Gesundheitsausgaben sorgen die Privatversicherten mit ihren Alterungsrückstellungen selbst vor. Dafür kalkulieren die privaten Krankenversicherungen nach dem sogenannten Anwartschaftsdeckungsverfahren: Der Beitrag wird über die gesamte Versicherungsdauer so kalkuliert, dass er die statistisch absehbare Summe der Gesundheitskosten für die gesamte Lebenszeit des Versichertenkollektivs abdeckt. In jüngeren Jahren sind die Beiträge dabei höher als die durchschnittlich zu erwartenden Gesundheitsausgaben der jeweiligen Altersgruppe. Dieses Geld steht dann entlastend zur Verfügung, wenn später im Alter entsprechend höhere  Gesundheitsausgaben anfallen.

Der sich in jungen Jahren ergebende Mehrbeitrag wird in den Alterungsrückstellungen verzinslich angelegt. Wenn in späteren Lebensjahren die rechnerischen Kosten für Gesundheitsleistungen über dem Beitrag liegen, wird die Differenz durch Entnahme aus den Alterungsrückstellungen der Versichertengemeinschaft finanziert. Durch dieses Vorgehen wird verhindert, dass der Beitrag zu einer privaten Krankenversicherung steigen muss, nur weil die Versicherten älter werden und mehr Leistungen in Anspruch nehmen.

Mit ihrem Kapitaldeckungsverfahren unterscheidet sich die Private Krankenversicherung von der Finanzierung der gesetzlichen Kranken- bzw. Pflegeversicherung, in der rund 90 Prozent der Menschen in Deutschland versichert sind. In der GKV gilt das sogenannte Umlageverfahren: Alle Beitragseinnahmen werden sofort wieder für die laufenden Kosten ausgegeben. Rückstellungen sind praktisch nicht vorgesehen. Dabei zahlen die Jüngeren vor allem für die besonders hohen Gesundheitsausgaben älterer Menschen.

Die Rechnung des Umlageverfahrens geht allerdings nur so lange auf, wie in einer Gesellschaft das Verhältnis von Menschen im erwerbsfähigen Alter und Menschen im Rentenalter einigermaßen ausgewogen ist. Doch in Deutschland geht die Geburtenrate seit Jahrzehnten zurück und damit auch die Zahl der aktiv Erwerbsfähigen, während die geburtenstarken Jahrgänge zusehends das Rentenalter erreichen. Das Statistische Bundesamt hat berechnet, wie unsere Gesellschaft im Jahr 2050 aussehen wird: Demnach wird sich die Zahl der über 80-Jährigen in den kommenden 35 Jahren verdreifachen.  Gleichzeitig schrumpft die Zahl der Personen im erwerbsfähigen Alter um ein Drittel.

 

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