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PKV publik 3.2015

Dr. Volker Leienbach, Vorsitzender des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung

 

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

die Nachfrage nach einem privaten Krankenversicherungsschutz ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Die nun vorliegenden Branchenzahlen für 2014 zeigen, dass die Gesamtzahl an Voll- und Zusatzversicherungen erneut gewachsen ist: Sie stieg auf insgesamt 32,76 Millionen Policen. Die Zusatzversicherungen verzeichneten dabei einen Zuwachs um 1,7 Prozent auf 23,93 Millionen. Der Trend zu privater Vorsorge, um den Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken, hält damit unverändert an.

Darüber täuscht auch nicht das leicht rückläufige Neugeschäft in der Krankenvollversicherung hinweg, das auf einen Sondereffekt zurückzuführen ist: Weil die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt 2014 einen historischen Rekordstand erreichte, fiel zwangsläufig auch der Wechsel von Versicherten in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) besonders hoch aus.

So stieg die Zahl der sozialversicherten Arbeitnehmer gegenüber dem Vorjahr um 424.000 Personen, wogegen die Zahl der Selbstständigen um 52.000 gesunken ist. Aus diesen Zahlen des Statistischen Bundesamts ergibt sich, dass viele vormals privatversicherte Selbstständige beim Wechsel in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung in die GKV wechseln mussten, egal ob sie das wollten oder nicht. Immerhin beträgt die Einkommensgrenze, unterhalb derer man als Angestellter gezwungenermaßen in der GKV versichert sein muss, derzeit 54.900 Euro im Jahr. Diese gesetzliche Einkommensgrenze wurde immer wieder stark angehoben: Wer heute als Arbeitnehmer zur PKV wechseln will, muss in 2015 4.050 Euro mehr verdienen als noch vor drei Jahren. Das schränkt leider den Kreis der Versicherten mit Wahlfreiheit immer mehr ein.

Insbesondere durch diesen Effekt ist der Bestand in der Krankheitsvollversicherung 2014 leicht auf 8,83 Millionen Personen gesunken. Das sind 0,6 Prozent weniger als Ende 2013.

Die kapitalgedeckten Alterungsrückstellungen der Privaten Krankenversicherung haben im vergangenen Jahr die Rekordmarke von 200 Milliarden Euro überschritten. Die Demografie-Vorsorge der Privatversicherten ist damit auch in der aktuellen Niedrigzinsphase weiter solide angestiegen. Das ist eine gute Nachricht – nicht nur für die Privatversicherten selbst, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Warum das so ist und wieso insbesondere die nachfolgenden Generationen von den Rückstellungen der Privaten Krankenversicherung profitieren, erklären wir in dieser Ausgabe von PKV publik.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

 

Volker Leienbach