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PKV publik 1.2015

Hand tippt auf Taschenrechner
 

Steuern sparen mit Ihrer Krankenversicherung

Der Großteil des PKV-Beitrags lässt sich absetzen

Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung senken die Steuerlast. Wir erläutern, was dabei zu beachten ist


 

Damit die Privatversicherten möglichst unkompliziert den Steuerabzug für ihre PKV-Beiträge erhalten können, teilen die Versicherungsunternehmen ihnen jedes Jahr mit, bis zu welcher Höhe die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für sie und für ihre Familienangehörigen steuermindernd anerkannt werden.

Diese Bescheinigungen sind nicht nur für die jährliche Steuererklärung von Nutzen, sondern auch für das Lohnsteuerverfahren: Denn die Arbeitgeber müssen sie bei der Berechnung der abzuführenden Lohnsteuer berücksichtigen, falls die Arbeitnehmer sie einreichen.

„Je nach Einzelfall sind erhebliche Steuer­ersparnisse möglich“, erklärt Dr. Florian Reuther, Geschäftsführer und Leiter der Rechtsabteilung im PKV-Verband. Die Faustformel lautet: Mindestens 80 Prozent der gezahlten Beiträge erkennt der Staat steuermindernd an, bei der Pflegepflichtversicherung sind es sogar 100 Prozent. Und das nicht nur für die Versicherten selbst, sondern auch für Ehegatten, Lebenspartner oder Kinder, sofern die Versicherten einen Anspruch auf einen Kinderfreibetrag oder auf Kindergeld für sie haben.

Die genaue Ermittlung der abzugsfähigen PKV-Beiträge erfolgt dabei anhand einer komplizierten Rechenformel, die in der „Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung“ (KVBEVO) festgelegt ist: „Der Gesetzgeber erkennt den Teil der Beiträge als abzugsfähig an, der einer sogenannten Basiskrankenversicherung vergleichbar dem GKV-Niveau entspricht“, erläutert Reuther. Geht der PKV-Schutz über dieses Grundniveau hinaus, so gibt es für die zusätzlichen Tarifleistungen pauschale Abschläge. So sind etwa das Einbettzimmer im Krankenhaus, die Heilpraktiker-Behandlung oder kieferorthopädische Mehrleistungen von der Steuerminderung ausgeklammert. Beiträge für ein Krankentagegeld können ebenfalls nicht steuerlich geltend gemacht werden.

Zwar lassen sich die Beiträge für solche Leistungen im Prinzip ebenfalls von der Steuer absetzen – als sonstige Vorsorgebeiträge bis zu den Höchstgrenzen von 1.900 Euro für Arbeitnehmer und Beamte beziehungsweise von 2.800 Euro für Selbstständige, wobei diese Höchstgrenzen bei Ehepaaren für jeden Ehegatten separat gelten. Diese Abzugsmöglichkeit steht allerdings nur noch dann zur Verfügung, wenn die Höchstgrenzen nicht schon durch die Basiskranken- und Pflegeversicherungsbeiträge der Versicherten ausgeschöpft sind.

Der Staat begünstigt auch nur die tatsächlich gezahlten Prämien. Ausgaben, die Versicherte im Rahmen eines Selbstbehaltes tragen, können nicht als gezahlte Beiträge geltend gemacht werden. Beitragsrückerstattungen senken die Höhe der abzugsfähigen Beiträge. Dagegen sind auch Beiträge für Beitragsentlastungstarife und Anwartschaftsversicherungen in der Höhe abzugsfähig, in der sie sich auf die Basiskrankenversicherung beziehen. Bis zu 100 Euro im Jahr erkennt der Staat bei Anwartschaftsversicherungen sogar ungeprüft als voll abzugsfähig an; erst für darüber hinaus gezahlte Beiträge muss wieder eine genaue Aufteilung erfolgen.

Selbst ausrechnen müssen die Versicherten all dies nicht: Die Unternehmen der Privaten Krankenversicherung übernehmen die Berechnung der abzugsfähigen Beiträge für ihre Kunden. Dennoch kann es sich lohnen, sich genauer mit dem Thema zu beschäftigen:

So kann die Reduzierung eines Selbstbehaltes zwar zunächst zu einem höheren Beitrag führen, teilweise aber durch eine stärkere Steuerersparnis aufgefangen werden. Weil bei jeder Reduzierung des Selbstbehaltes eine neue Risikoprüfung zulässig ist, sollte ein solcher Schritt aber vorab mit dem Versicherungsunternehmen besprochen werden.

Übrigens erkennt das Finanzamt auch Beiträge als steuermindernd an, die im Voraus gezahlt werden. Maximal für eine Zeitspanne von insgesamt zweieinhalb Jahren lassen sich PKV-Beiträge in einer Steuererklärung geltend machen. Die Steuerbelastung kann dann insgesamt geringer sein, als wenn die Beiträge stets in dem Jahr in der Steuererklärung stünden, für das sie anfallen.