• Vorlesen
  • A A A

PKV publik 10.2014

Kind rollt eine Schneekugel
 

Solides Wachstum

Die Kapitalanlagen zur Vorsorge für die Privatversicherten steigen um 6,8 Prozent

Trotz Finanzmarktkrise zeigten die Kapitalanlagen der PKV ein solides Wachstum. Auch die Gesamtzahl der Versicherungen hat erneut zugenommen.



Erfahrung zahlt sich aus: Trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase hat die Private Krankenversicherung (PKV) auch im Jahr 2013 die Kapital-Rücklagen für ihre Versicherten deutlich steigern können.

Um Vorsorge für den im Alter steigenden Bedarf an Gesundheitsleistungen zu treffen, bauen Privatversicherte schon in jungen Jahren kapitalgedeckte Alterungsrückstellungen auf. Das Versicherungsunternehmen legt dieses Geld auf dem Kapitalmarkt an, so dass es mit Zins und Zinseszins dazu eingesetzt werden kann, die künftige Beitragsentwicklung abzumildern.

Im Jahr 2013 stiegen diese Alterungsrückstellungen nach den nun vorliegenden endgültigen Geschäftszahlen der Branche für 2013 um 6,8 Prozent auf 194,0 Milliarden Euro an: 166,9 Milliarden Euro in der Krankenversicherung und 27,1 Milliarden Euro in der Pflegeversicherung.

Mit gut 4,0 Prozent durchschnittlicher Nettoverzinsung hat die Branche den Höchstrechnungszins von 3,5 Prozent wie in den Vorjahren sicher bedient.

„In den letzten zehn Jahren haben sich die kapitalgedeckten Alterungsrückstellungen der Privaten Krankenversicherung mehr als verdoppelt“, erklärt der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue. „Die Private Krankenversicherung ist damit optimal für die Herausforderungen unserer alternden Gesellschaft gerüstet.“

Im Jahr 2013 hat die PKV zudem ein gänzlich neues Produkt auf den Markt gebracht: die staatlich geförderte ergänzende Pflegeversicherung. Wie die Geschäftszahlen zeigen, ist der Bedarf nach dieser neuen Form der kapitalgedeckten Absicherung für den Pflegefall groß. 2013 wurden 353.600 geförderte Verträge abgeschlossen. Das ist fast doppelt so viel wie der Neuzugang in der ungeförderten Pflegezusatzversicherung mit 168.600 neuen Verträgen. Das Wachstum in der Pflegezusatzversicherung war damit noch stärker als in den Jahren zuvor. Insgesamt stieg die Gesamtzahl an Pflegezusatzversicherungen dadurch um mehr als eine halbe Million auf über 2,7 Millionen Policen.

„Diese hohe Nachfrage zeigt, dass das neue Produkt eindeutig das Ziel des Gesetzgebers erfüllt, die Bürger zu mehr nachhaltiger Vorsorge zu motivieren“, so Laue.

Solides Wachstum bei Zusatzvesicherungen

Auch insgesamt war der Nettozugang in die Private Krankenversicherung im Jahr 2013 groß: Die Zahl der Krankheitsvoll- und Zusatzversicherungen stieg insgesamt auf mehr als 32,4 Millionen Versicherungen. Die Zusatzversicherungen verzeichneten dabei einen Zuwachs um 2,0 Prozent auf 23,5 Millionen. Das belegt den steten Trend zu mehr privater Vorsorge, um den Leistungsumfang der Gesetzlichen Krankenversicherung aufzustocken.

In der Krankheitsvollversicherung trugen dagegen zwei Sondereffekte dazu bei, dass das Neugeschäft im Jahr 2013 wie schon im Vorjahr leicht rückläufig war:

So fiel der Wechsel von Versicherten in die Gesetzliche Krankenversicherung in diesem Jahr besonders hoch aus, weil die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aufgrund der guten Lage am Arbeitsmarkt im Vergleich zu 2012 noch weiter gestiegen ist.

Nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit befanden sich Ende 2013 über 350.000 Menschen mehr als im Vorjahr in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Das ist der höchste Stand seit Jahren. Zu diesen Neu-Angestellten zählen auch viele vormals Selbstständige, die eine Anstellung unter der Versicherungspflichtgrenze annahmen und sich deshalb zwangsläufig gesetzlich versichern mussten. Das bestätigen Daten des Statistischen Bundesamtes, wonach die Zahl der Selbstständigen im Jahr 2013 um 87.000 Personen zurückging.

Immer stärker wirkt sich auch die demografische Entwicklung auf das Neugeschäft der Privaten Krankenversicherung aus: Während sich das durchschnittliche Eintrittsalter der Versicherten seit Jahren nur leicht verändert hat, hat sich die entsprechende Altersgruppe in der Bevölkerung in den letzten Jahren rasant verringert. Allein zwischen 2011 und 2013 sank die Zahl der 25- bis unter 45-Jährigen in Deutschland um mehr als 300.000 Personen.

Darüber hinaus dämpfte wie im Vorjahr die Abkehr der meisten PKV-Unternehmen von sogenannten „Billigtarifen“ – also der bewusste Verzicht auf ein ganzes Marktsegment – den Neuzugang verglichen mit früheren Jahren.

Als Ergebnis dieser Sondereffekte ist der Bestand in der Krankheitsvollversicherung im Jahr 2013 leicht auf 8,89 Millionen Personen gesunken. Das sind 0,7 Prozent oder 66.200 Versicherte weniger als Ende 2012.

Die Beitragseinnahmen in der Privaten Kranken- und Pflegeversicherung erhöhten sich 2013 um 0,8 Prozent auf insgesamt 35,9 Milliarden Euro. Dieses vergleichsweise geringe Wachstum hat mehrere Ursachen: unter anderem die moderate Beitragsentwicklung bei vielen PKV-Unternehmen, der leicht rückgängige Bestand in der Vollversicherung sowie ein bilanzieller Sondereffekt durch die Einführung des sogenannten Notlagentarifs.

Die Versicherungsleistungen stiegen in der Kranken- und Pflegeversicherung im Jahr 2013 um 4,2 Prozent auf insgesamt 24,3 Milliarden Euro. Nach einer eher moderaten Entwicklung im Jahr 2012 (plus 2,3 Prozent) ist damit wieder ein stärkerer Anstieg der Leistungen zu bemerken.


Den akutellen Zahlenbericht der Privaten Krankenversicherung finden Sie auf www.pkv.de/service/zahlen-und-fakten