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PKV publik 9.2014

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

die betriebliche Krankenversicherung (bKV) erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Viele Unternehmen zählen dieses Angebot einer zusätzlichen Gesundheitsvorsorge zu den wichtigsten Zusatzleistungen für ihre Angestellten. Damit ist die betriebliche Krankenversicherung ein gutes Instrument zur Bindung und Motivation von qualifizierten Arbeitskräften, dessen Bedeutung angesichts des Fachkräftemangels noch stark zunehmen wird.

Denn auch den Arbeitnehmern ist diese Form der Absicherung gegen Krankheitsrisiken oft wichtiger als andere Zusatzleistungen des Arbeitgebers wie etwa Tickets für den Personennahverkehr oder Mobiltelefone (siehe PKV Publik 9/2012).

Eine Aufnahme in die betriebliche Krankenversicherung erfolgt für die Arbeitnehmer in den meisten Fällen ohne weitere Gesundheitsprüfungen und ohne lange Wartezeiten. Das hat für viele Versicherte den Vorteil, dass sie auch dann eine sehr gute gesundheitliche Versorgung erhalten, wenn sie bisher aufgrund ihrer Vorerkrankungen eine private Zusatzkrankenversicherung nicht oder nur nach Vereinbarung von Risikozuschlägen abschließen konnten.

Das wachsende Interesse an der betrieblichen Krankenversicherung zeigt nicht zuletzt, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Eigenverantwortung Lösungsmöglichkeiten für eine zusätzliche Absicherung im Krankheitsfall finden können, die Vorteile für alle Beteiligten bieten.

Die jüngsten Veränderungen der Steuer- und Beitragspflicht werden dieser Entwicklung leider nicht gerecht. Denn nach einer neuen Auffassung des Bundesfinanzministeriums gilt für den Beitrag zu einer betrieblichen Kranken- und Pflegeversicherung nun nicht mehr die so genannte 44 Euro-Freigrenze. Er muss damit voll versteuert werden. Zudem fallen Abgaben für die Sozialversicherung an. Es wäre wünschenswert, wenn die Politik die betriebliche Krankenversicherung wieder steuer- und abgabenfrei gestalten würde. Denn das würde dieses sinnvolle Instrument, von dem alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren, noch attraktiver machen.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

 

Volker Leienbach