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PKV publik 8.2014

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

vor einem Monat haben wir Sie in dieser Zeitschrift darüber informiert, dass der PKV-Verband juristisch gegen irreführende Werbung insbesondere im Internet vorgeht. Die Urheber von unlauteren Billigangeboten angeblicher PKV-Tarife erhalten eine Abmahnung und werden zu Unterlassungs- und Verpflichtungserklärungen aufgefordert.

Darüber hinaus beobachten wir in jüngster Zeit verstärkt ein weiteres Phänomen, bei dem der gute Name der Privaten Krankenversicherung für unseriöse Geschäftspraktiken missbraucht wird. Die Rede ist von unzulässigen Werbe-Anrufen, den sogenannten Cold Calls. Eine solche Kaltakquise - wenn sie nicht mit ausdrücklicher Genehmigung des Kunden erfolgt - verstößt ohnehin schon gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG).

Noch problematischer ist es, wenn windige Geschäftsleute vortäuschen, im Auftrag des PKV-Verbandes zu handeln. Leider kommt genau dies aber immer häufiger vor. In uns bekannten Fällen haben sich Anrufer dabei als Mitarbeiter eines „PKV-Verbandes für privat Krankenversicherte“ oder ähnlicher, an den PKV-Verbandsnamen angelehnte Institutionen ausgegeben und sich nach persönlichen Angaben und der bestehenden Krankenversicherung erkundigt. Häufig werden diese, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen entlockten Daten aus den Gesprächen später über Adresshändler verkauft oder direkt zur Vermittlung von Versicherungsverträgen verwendet.

Damit erfüllen solche Anrufe auch den Tatbestand des strafbaren Verhaltens im Sinne des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG).

Solche Betrugsversuche gefährden die Verbraucher und schädigen den Ruf der Branche. Zum Schutz der Versicherten hat der PKV-Verband deshalb die zuständige Datenschutzbehörde eingeschaltet. Betroffenen Personen raten wir, die Telefonnummer und wenn möglich persönliche Angaben des Anrufers zu notieren und einen Strafantrag zu stellen. Auf den Internetseiten der Polizei einiger Bundesländer ist dies auch ganz einfach per Email oder über ein Online-Formular möglich.

Und nur der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch erwähnt, dass die Mitarbeiter des PKV-Verbandes selbstverständlich niemals vertriebsorientierte Telefongespräche führen. Das verbietet schon allein die Aufgabe des Verbandes als Interessenorganisation aller privaten Krankenversicherungsunternehmen.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

 

Volker Leienbach