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PKV publik 7.2014

Arzt hält einen Vortrag vor Publikum
 

Ärzte wollen mehr über AIDS-Beratung wissen

Die Private Krankenversicherung ermöglicht eine kostenlose Aus- und Fortbildung

Laut einer Umfrage wünscht sich über die Hälfte aller Ärzte eine fachspezifische Fortbildung zu HIV und AIDS. Die PKV unterstützt bereits seit mehreren Jahren entsprechende Angebote.



Jeder achte Arzt fürchtet, sich in seinem Berufsalltag mit HIV anzustecken. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Online-Ärztenetzwerks „Hippokranet“ unter 504 Ärztinnen und Ärzten im Auftrag des Verbandes der Privaten Krankenversicherung. Doch nur ein knappes Drittel der Befragten fühlt sich kompetent in der Beratung beim Thema HIV/AIDS und weiteren sexuell übertragbaren Krankheiten. 60 Prozent wünschen sich eine fachspezifische Fortbildung zu HIV und AIDS sowie zu weiteren sexuell übertragbaren Infektionen (kurz: STI für sexually transmitted infections).

Die PKV unterstützt bereits seit mehreren Jahren spezielle Ärzte-Fortbildungen zum Thema HIV und AIDS. Sie werden über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und die Deutsche AIDS-Hilfe angeboten. Die Umfrageergebnisse bestätigen nun dieses seit 2010 laufende Projekt. Als sehr erfolgreich erweist sich zudem das Lehrmodul der Deutschen AIDS-Hilfe für Studierende an der Berliner Charité, ebenfalls finanziert durch die PKV. Ab 2015 wird ein vergleichbares Modul an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main angeboten, weitere Universitäten sollen folgen.

Scham, Tabus und Unsicherheiten erschweren das Beratungsgespräch.

Denn über Sexualität zu reden ist nicht einfach. Auch nicht für Ärzte, Psychologen oder Therapeuten: Scham, Tabus und viele Unsicherheiten erschweren das Beratungsgespräch. Die Schulung gibt Medizinern unter dem griffigen Titel „Let’s talk about sex“ Hilfestellungen, wie sie das Gespräch über intime Themen mit ihren Patienten beginnen und einfühlsam gestalten können.

Steffen Taubert, fachlicher Leiter des Projekts „HIV/STI-Prävention in der Arztpraxis“ der Deutschen AIDS-Hilfe, erklärt: „Dass es beim Thema HIV und STI so viel Unsicherheit gibt, liegt nur zu geringem Teil an mangelndem Fachwissen.“ Oftmals berichteten Seminarteilnehmer, ihnen falle es schwer, sich in die Lebenswelten von Menschen anderer sexueller Orientierung hineinzudenken. Manche Ärzte empfinden es zudem als offene Misstrauensbekundung, ihren Patienten einen HIV-Test anzubieten. Durch Fallarbeit, in denen sie unter anderem die Patientenperspektive einnehmen, erhalten Ärzte in der Schulung neues kommunikatives Rüstzeug.

Dass hier ein Bedarf besteht, zeigt die Umfrage der Privaten Krankenversicherung deutlich: Die Betreuung von HIV-Patienten gehört für einen Großteil der Ärzte zunehmend zum Alltag. Mehr als die Hälfte der befragten Ärzte (62 Prozent) gaben an, regelmäßig HIV-positive Patienten zu behandeln.

Denn die Zahl der HIV-Infizierten steigt von Jahr zu Jahr. Zwar sind die HIV-Neuinfektionen in Deutschland mit rund 3.000 Fällen jährlich im europäischen Vergleich gering. Dank verbesserter Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten geht das Robert-Koch-Institut jedoch von rund 78.000 HIV-Infizierten in Deutschland aus, fünfmal so viele wie noch in den 1990er Jahren. Und weil die ersten Symptome der Infektion uneindeutig und die Inkubationszeit lang sein können, schätzt das Robert-Koch-Institut, dass unter ihnen etwa 14.000 Personen nichts von ihrer Infektion wissen. Umso wichtiger ist es daher, dass Ärzte ebenso umsichtig wie kompetent auf mögliche wie tatsächliche Krankheitsfälle eingehen können. Denn eine frühzeitige Diagnose und Behandlung helfen nicht nur dabei, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Auch die Ansteckungsgefahr sinkt durch eine regelmäßige Einnahme der Medikamente.

Die PKV setzt sich deshalb seit über 25 Jahren für bessere Lebensbedingungen von HIV-positiven und an AIDS erkrankten Menschen ein. Der PKV-Verband hat die Deutsche AIDS-Stiftung 1987 mitgegründet und unterstützt sie seitdem als Großförderer. Seit 2005 ermöglicht die PKV zudem die Präventions-Kampagne „Mach’s mit“ der BZgA, sie stiftet deren Ärztefortbildung sowie die Online-Beratungsstelle der Deutschen AIDS-Hilfe. Die Private Krankenversicherung gehört damit zu den verlässlichsten Sponsoren der HIV-Aufklärung und der AIDS-Prävention in Deutschland.


www.aidshilfe.de/aerztefortbildung