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PKV publik 6.2014

Schmetterling auf einer Hand
 

So leicht ist Vorsorge

Jeder kann etwas gegen die drohende Finanzierungslücke im Pflegefall tun

Mit der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung ist die individuelle Vorsorge gegen das Risiko Pflege leichter denn je. Eine Gemeinschaftsausgabe von PKV-Verband und Focus-Money beantwortet die wichtigsten Fragen.


 

Die Computer-Dateien wollte man doch eigentlich schon vor vier Wochen sichern. Leider fällt einem das erst wieder ein, wenn die Festplatte kaputt ist und die Urlaubsfotos für immer verschwunden sind. Und erst wenn wir am Straßenrand auf den Pannendienst warten, denken wir daran, dass der Inspektionstermin für den Wagen sechs Monate zurückliegt. Allzu oft neigt der Mensch dazu, wichtige Dinge aufzuschieben.

Was in diesen Beispielen ärgerlich und teuer genug ist, kann in anderen Bereichen gravierende finanzielle Auswirkungen haben. Zum Beispiel bei einer plötzlich eintretenden Pflegebedürftigkeit. Hier kann schnell eine Finanzierungslücke von über 1.500 Euro entstehen – pro Monat. Wenn man dann merkt, dass das Geld aus der Pflegepflichtversicherung nicht ausreicht, ist es zu spät: Schnell stehen dann die Rente, Erspartes oder gar das eigene Haus auf dem Spiel. Schlimmstenfalls werden sogar die Kinder zur Finanzierung der Pflegekosten herangezogen. Dabei ist es mit einer Pflegezusatzversicherung ganz einfach, rechtzeitig etwas gegen diese Finanzierungslücke zu unternehmen.

Und um die eigene Vorsorge noch leichter zu machen, hat der Verband der Privaten Krankenversicherung zusammen mit der Finanzzeitschrift Focus-Money eine Sonderausgabe herausgebracht, in der alle Fragen rund um die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung beantwortet werden. Zusätzlich enthält das Heft ein Interview mit Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, der über die Bedeutung privater Vorsorge spricht. Mit Blick auf die gesetzliche Pflegeversicherung sagt er unter anderem: „Die Pflegeversicherung war immer eine Teilversicherung. Deshalb ist und bleibt die private Vorsorge für das Alter auch weiterhin wichtig. Es ist durch die Pflegeversicherung gelungen, einen erheblichen Teil der Pflegebedürftigen aus der Sozialhilfe herauszuholen. Nun geht es darum, dass diese Zahl nicht wieder anwächst.“

Genau dafür hat der Gesetzgeber im vergangenen Jahr die geförderte Pflegezusatzversicherung eingeführt. Sie ermöglicht es jedem Erwachsenen, etwas gegen die drohende Finanzierungslücke im Alter zu tun. Denn das neue Vorsorgeprodukt bietet gleich mehrere Vorteile. So wird etwa kein Antragsteller wegen etwaiger Vorerkrankungen oder wegen seines Alters abgelehnt – wer noch keine Leistungen aus der Pflegeversicherung bezieht, bekommt auf jeden Fall einen entsprechenden Vertrag. Zudem wird diese Art der Vorsorge staatlich gefördert: Ab einem Mindestbeitrag von 10 Euro im Monat unterstützt der Staat jeden Versicherten mit weiteren fünf Euro. Der Zuschuss beträgt also bis zu einem Drittel des Gesamtbeitrages.

Die tatsächliche Beitragshöhe hängt vom vereinbarten Leistungsumfang und vom Lebensalter bei Versicherungsbeginn ab. Grundsätzlich gilt: Je jünger man bei Vertragsabschluss ist, desto günstiger wird es und desto höher fallen die Leistungen aus, die man für den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanteil von 10 Euro pro Monat erhält. Wer etwa mit 20 Jahren einen entsprechenden Vertrag abschließt, kann mit einem jährlichen Eigenbeitrag von 120 Euro und der Förderung von 60 Euro bis zu 1980 Euro an monatlichen Leistungen in der Pflegestufe III absichern – genug um die Finanzierungslücke komplett zu schließen.

Sollte der Pflegefall eintreten, werden die Leistungen übrigens zur individuellen Verfügung ausgezahlt. Das Geld kann etwa für eine stationäre Unterbringung, für ambulante Pflegekräfte oder für ein pflegegerechtes Wohnumfeld verwendet werden. Die Höhe richtet sich nach der ermittelten Pflegestufe in der Pflegepflichtversicherung. Für die Pflegestufe III ist eine Mindestleistung von 600 Euro monatlich gesetzlich garantiert. Die Versicherungsunternehmen können aber auch eine höhere Leistung anbieten. Für die anderen Pflegestufen – einschließlich der Stufe 0 bei Demenz – wird jeweils ein festgelegter prozentualer Anteil der Leistungen in Stufe III gezahlt.

Mittlerweile haben über 400.000 Menschen eine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen. Erfreulich ist vor allem, dass ein Drittel davon unter 40 Jahre alt ist. Diese Personen sorgen damit langfristig gegen das eigene Risiko der Pflegebedürftigkeit vor. Bedenkt man jedoch, dass die Statistiker fast eine Verdopplung der Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten 35 Jahren auf dann 4,5 Millionen Menschen errechnet haben, ist die private Vorsorge noch immer zu wenig verbreitet, um die jüngere Generation insgesamt spürbar zu entlasten. Deshalb sollten sich möglichst viele Menschen mit diesem Thema auseinandersetzen. Der PKV-Verband bietet dazu umfangreiches Informationsmaterial.


Informieren Sie sich unter: www.pkv.de/themen/pflege