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PKV publik 5.2014

Get Together
 

Praktisch gedacht

Der Pflegetag des PKV-Verbandes war ein großer Erfolg

Der Kompetenztag Pflege des PKV-Verbandes brachte viele Anregungen für mehr Qualität in der Pflege. Auch die Politik lobte die Vorreiterrolle der Branche.



„Ich freue mich, dass die PKV das Thema Pflege so demonstrativ nach vorne bringt.“ Nicht nur für Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, war der Kompetenztag Pflege des PKV-Verbandes am 6. Mai in Berlin von großem Interesse. Über 150 Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, Medien und dem gesamten Gesundheitswesen wollten erfahren, welche Hinweise die Private Krankenversicherung und ihre Tochterunternehmen für eine bessere Pflege geben können.

Im Mittelpunkt standen konkrete Erfahrungen aus der Praxis: Ob Pflegeberatung oder Pflegebegutachtung, Qualitätsprüfungen von Pflegeeinrichtungen oder Pflegeforschung – in allen Bereichen der Pflege ist die Private Krankenversicherung mit eigenem Personal vertreten, das sich durch bundesweit einheitliche Strukturen und eine hohe Qualifikation auszeichnet – und damit über gute Einblicke in die Pflegesituation in ganz Deutschland verfügt.

Ziel ist es, die Pflege für alle Menschen besser zu machen.

„Unser Ziel ist es, Pflege besser zu machen – nicht nur für die Privatversicherten, sondern für alle“, fasste PKV-Verbandsdirektor Volker Leienbach den Anspruch der Privaten Krankenversicherung zusammen: Die Branche habe sich zum Ziel gesetzt, die Pflegequalität in allen Bereichen der Versorgungskette durch innovative Ideen voranzubringen. Da die PKV zugleich im Wettbewerb zur Sozialen Pflegeversicherung steht, führt das auch zu einem ständigen Qualitätswettbewerb – was letztlich allen Versicherten in Deutschland nutzt.

Ein Beispiel dafür ist die aufsuchende Pflegeberatung COMPASS. Unabhängig vom Versicherungsstatus können dort alle Anrufer zunächst eine kostenlose Beratung am Telefon in Anspruch nehmen. Privatversicherte und ihre Angehörigen können anschließend auf ein flächendeckendes Netz von mobilen Experten zurückgreifen, um konkrete Ratschläge in ihrem eigenen Zuhause zu erhalten. Dieses niedrigschwellige Angebot unterscheidet sich deutlich von den Pflegestützpunkten der Sozialen Pflegeversicherung, die die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen selbst aufsuchen müssen – und das teilweise über große Entfernungen.

Der leichtere Zugang zu den Beratungsleistungen ist nicht der einzige Punkt, in dem sich die aufsuchende Pflegeberatung der PKV als Vorbild erweist. Auch die bundesweit einheitliche Beratungsstruktur ist in vielen Situationen von Vorteil – etwa wenn die Angehörigen in einem anderen Bundesland als die Pflegebedürftigen wohnen. Darüber hinaus berichtete Claudia Calero, Abteilungsleiterin Wissens- und Qualitätsmanagement bei COMPASS, auf dem Kompetenztag von einem weiteren positiven Nebeneffekt: „Im Laufe der Zeit entwickeln viele Klienten ein Vertrauensverhältnis zu ihrem Berater, der sie besuchen kommt. Das führt dazu, dass irgendwann auch Fragen gestellt werden, die sehr intim sind und sehr viel Vertrauen erfordern.“

Dieses Prinzip hat auch den Gesetzgeber überzeugt: Im Zuge der letzten Pflegereform hat er die aufsuchende Pflegeberatung ebenfalls für die Sozialen Pflegekassen zum Standard gemacht. Damit hat sich COMPASS als Qualitätsmotor für das ganze System erwiesen.

Auch die Staatssekretärin Fischbach lobte auf dem Pflegetag die Vorbildfunktion der COMPASS GmbH: „Die Private Pflegeversicherung hat eine ganze Menge auf den Weg gebracht, von dem wir gelernt haben.“ Ausdrücklich erwähnte sie in ihrer Rede auch die Arbeit des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) – einer gemeinnützigen Stiftung, die die PKV im Jahr 2009 gegründet hat.

Ziel des ZQP ist es, die Qualität der Pflege und Versorgungspraxis zu verbessern. Es leitet gezielt Forschungsarbeiten zu Fragen ein, bei denen die Fachwelt noch Erkenntnisbedarf hat. Dabei verfolgt es einen multidisziplinären Ansatz und sorgt dafür, Wissen aus Theorie und Praxis zu verknüpfen.

Die Politik konnte auf dem Pflegebedürftigkeitsbegriff der PKV aufbauen.

„Wenn Sie die Pflege verbessern wollen, können Sie das nicht tun, indem Sie ein Kastendenken oder Scheuklappen haben“, stellte der ZQP- Vorstandsvorsitzende Ralf Suhr auf dem Kompetenztag klar. Daher habe sich die Stiftung nicht nur erfolgreich darum bemüht, das „Who is Who“ der deutschen Pflege- und Gesundheitswissenschaften in ihre Forschungsarbeit einzubinden. Sie bearbeite von Alzheimer bis zur Zuwanderung auch „so ziemlich jedes Thema“, das in der Pflege von Interesse sei. Statt im Elfenbeinturm zu forschen, ist es dem ZQP wichtig, dass sich die Erkenntnisse später auch in die Praxis übertragen lassen. „Wir brauchen mehr Wissenschaftsbasierung im pflegerischen Handeln“, forderte Suhr.

Die Umsetzung von Qualitätsvorgaben in die Praxis prüft der PKV-eigene Prüfdienst. Seit 2011 führt er jährlich etwa 2.500 Prüfungen von Pflegeeinrichtungen durch, entsprechend dem Anteil der Privatversicherten an der Bevölkerung. Anders als die regional tätigen Medizinischen Dienste der Pflegekassen, arbeitet der PKV-Prüfdienst aber bundesweit nach einheitlichen Standards. Damit macht er den direkten Qualitätsvergleich zwischen Einrichtungen in unterschiedlichen Regionen möglich.

Abteilungsleiter Frank Schlerfer wies auf dem Kompetenztag auf eine weitere positive Erfahrung aus der Praxis hin. So seien die PKV-Qualitätsprüfungen grundsätzlich auf eine Dauer von zwei Tagen angelegt. „Wenn wir eine Prüfung durchführen, möchten wir der Einrichtung Zeit zur Verfügung stellen, damit auch die Beratung nicht zu kurz kommt“, führte Schlerfer aus. Das Konzept habe sich bewährt: Zwar führe die lange Prüfungsdauer zunächst oft zu überraschten Reaktionen, stoße im Nachhinein aber auf viel Zustimmung.

In der Debatte um die Qualität des so genannten Pflege-TÜV plädierte Schlerfer auf dem Kompetenztag für eine stärkere Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse. „Die Fragen der Qualitätsprüfungen spiegeln nicht immer das wieder, wo wir heute pflegewissenschaftlich sagen würden: Das bringt eine Einrichtung konkret weiter.“

 

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