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PKV publik 5.2014

Dr. Volker Leienbach (Direktor des Verbandes der PKV) und Ingrid Fischbach MdB (PStS im BMG)

Volker Leienbach (Direktor des PKV-Verbandes ) und Ingrid Fischbach MdB (Parl. Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium)

 

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Auch bei der Begutachtung der Pflegebedürftigkeit setzt die PKV Maßstäbe. Ihr medizinischer Dienst MEDICPROOF steht mit seinem bundesweit einheitlichen, unternehmensunabhängigen Ansatz für größtmögliche Objektivität bei der Begutachtung. „Der Versicherte auf Usedom wird von unter den gleichen Standards geschulten Gutachtern begutachtet wie der Versicherte in der Nähe von Passau“, so die Leiterin der Abteilung Sozialmedizin bei MEDICPROOF, Dr. Renate Richter. Jedes Gutachten hat außerdem anders als in der Sozialen Pflegeversicherung nicht nur empfehlenden Charakter, sondern ist verbindlich. Darüber hinaus bringt die MEDICPROOF GmbH ihre Fachkenntnis z.B. auch im Expertenbeirat zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff mit ein.

Grundsätzlich gehe die geplante Reform in die richtige Richtung, so Richter. Sie veranschaulichte aber zugleich auf dem Kompetenztag, wie groß die Herausforderungen sind, die mit der Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs verbunden sind: „Es müssen nicht nur die Leistungen neu berechnet werden. Es müssen auch neue Verträge mit den Leistungserbringern abgeschlossen werden. Die Begutachtungsrichtlinien müssen komplett neu geschrieben werden. Die Gutachter müssen neu geschult werden; und neue Qualitätskontrollinstrumente müssen entwickelt werden.“

Seit diesem Jahr engagiert sich die Private Krankenversicherung auch in der Präventionsarbeit, um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zumindest hinauszuschieben. Der PKV-Verband ermöglicht dazu der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung den Start des neuen Projekts „Altern in Balance“.

Wie wichtig dieses Engagement in einer alternden Gesellschaft sein kann, verdeutlichten die Beiträge von Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey, Leiterin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité, und Prof. Dr. Elisabeth Pott, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

So wies Kuhlmey darauf hin, dass statistisch gesehen rund zwei Drittel der Frauen und die Hälfte der Männer in Deutschland im Laufe ihres Lebens pflegebedürftig werden. Mit steigender Tendenz: „Kein anderer Gesundheitsbereich steht in so hoher Korrelation zum demografischen Wandel“, warnte die Professorin. Es sei aber möglich, die wachsenden Versorgungslücken durch mehr Prävention abzumildern. So lasse sich beispielsweise der Eintritt von Demenz Studien zufolge durch körperliche Aktivität herausschieben.

Auf dieser Erkenntnis fußt auch das neue Präventionsprogramm der BZgA (siehe Interview rechts): Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen geht es darum, älteren Menschen zu ermöglichen, möglichst lange gesund, aktiv und selbstbestimmt zu bleiben. Denn, so Prof. Pott, „es ist eines der wichtigsten Anliegen der Menschen, im Alter selbstständig zu bleiben“.

Mit ihrem Engagement hilft die PKV nicht nur dabei, Pflegebedürftigkeit aufzuschieben und vielleicht sogar zu vermeiden. Sie trägt außerdem mit ihren innovativen Ideen zu einer nachweislich besseren Pflege in Deutschland bei. Und nicht nur das: Die PKV kann sogar als die „Erfinderin“ der Pflegeversicherung in Deutschland bezeichnet werden. Denn schon 1984 – zehn Jahre vor Einführung der Gesetzlichen Pflegeversicherung – hatte die damalige Aufsichtsbehörde die Musterbedingungen für private Pflegeversicherungen genehmigt (siehe PKV publik 01/2014).

„Der Gesetzgeber konnte bei Einführung der Gesetzlichen Pflegeversicherung unter anderem auf unseren Pflegebedürftigkeitsbegriff aufbauen“, erläutert Leienbach. Ein weiteres Beispiel dafür, wie der Wettbewerb der Systeme letztlich allen Menschen in Deutschland nützt.

 

Die Dokumentation des Kompetenztages finden Sie unter: www.pkv.de/themen/pflege/pflege-kompetenz-der-pkv/kompetenztag-pflege/