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PKV publik 5.2014

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

die Pflege ist das gesundheitspolitische Thema der Stunde. Zu Recht. Denn es geht um nichts weniger als um die Frage, wie wir in unserer Gesellschaft eine menschenwürdige Pflege ermöglichen können. Schon heute kommt es immer wieder zu Problemen bei der angemessenen Versorgung von Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu helfen. Jeder kennt die Berichte über Fälle mangelnder Qualität von Pflegeeinrichtungen, über zu wenig Pflegepersonal oder über Kinder, die finanziell aushelfen müssen, weil ihre Eltern die eigenen Pflegekosten nicht mehr alleine bezahlen können.

Was für den einzelnen schon schlimm genug ist, wird sich zukünftig zu einem der größten gesellschaftlichen Probleme entwickeln. Denn die Menschen in unserem Land werden immer älter. Als Folge wird der Anteil der pflegebedürftigen Menschen deutlich ansteigen, während es immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter gibt, die die Kosten dafür übernehmen können.

Um die schlimmsten Folgen dieser Entwicklung abzumildern, muss schon heute gegengesteuert werden. Deswegen ist es gut, dass die Bundesregierung nun die Pflegereform auf den Weg gebracht hat, die den Betroffenen mehr Leistungen zukommen lässt, die aber auch die Finanzierung im Blick hat. Auch wenn der geplante Pflegevorsorgefonds bei Weitem nicht ausreichend ist und zudem nicht zugriffssicher angelegt ist, zeugt er immerhin von der Einsicht, dass wir uns in der Pflege nicht mehr allein auf die Leistungen der Sozialen Pflegeversicherung verlassen können.

Nun ist die Politik aber auch in der Verantwortung den Bürgern zu erklären, dass die beschlossenen Maßnahmen bei Weitem nicht ausreichen werden, um die gesamten Kosten zu decken. Die Pflegepflichtversicherung wird eine Teilkaskoversicherung bleiben, die in vielen Fällen eine erhebliche Finanzierungslücke im Pflegefall lassen wird. Auf jeden Fall muss deutlich gesagt werden, dass die Pflegereform nicht alle Probleme lösen kann. Wer sicher sein will, im Falle der Pflegebedürftigkeit gut betreut zu sein, kommt um eine zusätzliche individuelle Vorsorge nicht herum.

Die Private Krankenversicherung hat das Problem der Finanzierungslücke im Pflegefall schon vor 30 Jahren erkannt und entsprechende Zusatzversicherungen auf den Markt gebracht. In der Zwischenzeit hat sie sich vom reinen Kostenträger zum Gestalter in der Pflege entwickelt. Warum die PKV heute entscheidend dazu beiträgt, die Pflege für alle Bürger in Deutschland besser zu machen, und warum es notwendig ist, dass sich mehr Menschen individuell gegen das Risiko Pflege absichern, lesen Sie schwerpunktmäßig in dieser Ausgabe von PKV publik.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr


Volker Leienbach