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PKV publik 3.2014

Info-Grafik: PKV als Vorreiter bei Innovationen
 

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Die Existenz der PKV stellt das Leistungsversprechen der GKV in einen kontinuierlichen Wettbewerb. Da der Kostendruck auf die Gesetzliche Krankenversicherung in den kommenden Jahrzehnten aufgrund des demografischen Wandels deutlich zunehmen wird, sind Leistungskürzungen nach Sicht von Experten unausweichlich (siehe PP 2/2014). Damit wird die Korrektivfunktion der PKV für die Versorgung der gesetzlich Versicherten immer wichtiger.

Einen Vorgeschmack auf diese Entwicklung bietet der zahnmedizinische Bereich. Dort ist die PKV inzwischen zur einzigen Stütze der innovativen Medizin geworden. Weil es in der Gesetzlichen Krankenversicherung beispielsweise beim Zahnersatz seit 2005 sogenannte befundorientierte Festzuschüsse gibt, die sich je nach Diagnose an der preiswertesten Behandlungsform orientieren, müssen gesetzlich Versicherte inzwischen im Schnitt 62 Prozent ihrer Kosten beim Zahnersatz selbst tragen. Dagegen erstattet die Private Krankenversicherung vertragsabhängig bis zu 100 Prozent der Kosten. Kriterium bleibt allein die medizinische Notwendigkeit. Das gilt auch für Implantate, für die es in der GKV überhaupt kein Geld gibt. Damit beruht die Nachfrage nach innovativen Behandlungsmethoden im zahnmedizinischen Bereich fast ausschließlich auf der PKV und Selbstzahlern.

Mehr Therapiefreiheit für Ärzte und Versicherte.

Auch im Arzneimittelbereich haben die Hersteller neuer, innovativer Medikamente der PKV sichere Mehreinnahmen zu verdanken, die sie wieder in Forschung und Entwicklung investieren können. Zwar gelten für neue Arzneimittel seit 2011 in GKV und PKV gleiche Preise auf Basis einer Nutzenbewertung. Anders als die GKV kennt die PKV aber keine indirekte Rationierung durch Rabattverträge oder Mengenbegrenzungen wie Arzneimittelbudgets. Infolgedessen kommt es in der Privaten Krankenversicherung deutlich häufiger zum Einsatz innovativer Medikamente. Das belegt unter anderem eine neue Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP). Sie zeigt zudem, dass Ärzte bei Privatpatienten eine echte Wahlmöglichkeit besitzen, während die Versorgung in der GKV von diversen Steuerungsinstrumenten beeinflusst wird.

Zudem hat die PKV in der Vergangenheit auch hier als „gutes Vorbild“ für die Gesetzliche Krankenversicherung dienen können. Ein Beispiel dafür sind kurzwirksame Insulinanaloga für Diabetiker. Der G-BA hatte die Verordnung dieser Medikamente in der GKV zunächst untersagt, da Diabetiker auf kostengünstigeres Humaninsulin zurückgreifen können. Allerdings bieten kurzwirksame Insulinanaloga mehr Lebensqualität, da sie schneller wirken. Im Interesse ihrer Versicherten übernehmen die privaten Krankenversicherungsunternehmen daher die Kosten. Um auch ihren Versicherten eine bestmögliche Versorgung anbieten zu können, begannen diverse gesetzliche Krankenkassen mit den Herstellern zu verhandeln, sodass diese ihre Preise auf das Niveau des Humaninsulins gesenkt haben – und die Kassen daher wieder zahlen dürfen.

Letztlich zeigen all diese Beispiele, wie sehr das Miteinander von Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung allen Versicherten in Deutschland nutzt. Während die PKV dank geringerer Markteintrittsbarrieren und einem flexiblen Vergütungssystem wichtig für eine schnelle Aufnahme von Innovationen ins System ist, führt der Fokus der GKV auf Wirtschaftlichkeit und Evidenz zu starken Anreizen für Qualitätsnachweise und Prozessinnovationen. Dadurch profitieren die Versicherten in beiden Systemen von Qualitätsgewinnen, die ohne den Systemwettbewerb niemals entstanden wären.

Die Innovationsstärke der PKV zeigt sich übrigens nicht nur in der Finanzierung der Innovationen anderer. Die Branche hat selbst Innovationen auf den Weg gebracht, die das ganze Gesundheitssystem und damit auch die Versorgung der gesetzlich Versicherten verbessern. Das sieht man sehr gut in der Pflegeversicherung, die als eigene Versicherungsart in Deutschland rund zehn Jahre vor Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung von der PKV „erfunden“ wurde. Und auch in den folgenden Jahrzehnten hat die PKV die Pflegeversicherung trotz der gesetzlich gleichen Leistungen mit vielen innovativen Ideen bereichert: Das Spektrum reicht von der Pflegeberatung und -begutachtung über die wissenschaftliche Verbesserung der Versorgungspraxis bis hin zur Präventionsarbeit (siehe PP 1/2014).