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PKV publik 2.2014

Mehr Sicherheit für Prostatakrebspatienten

Prostatakrebs ist die häufigste bösartige Tumorerkrankung des Mannes: Mehr als 70.000 Männer in Deutschland erhalten jährlich diese Diagnose. Viele Betroffene müssen sich für eine von vier gängigen Therapiemethoden entscheiden. Welche Behandlung am besten geeignet ist, konnte bislang jedoch noch nicht geklärt werden. Die PREFERE-Studie soll dies nun ändern und dabei helfen, für Ärzte und Patienten zukünftig Entscheidungssicherheit zu schaffen. Von Gerd Nettekoven



In der PREFERE-Studie werden erstmals alle vier gängigen Behandlungsmethoden bei frühen Formen von Prostatakrebs vergleichend untersucht. Ziel der Studie ist es, in Zukunft mehr Entscheidungssicherheit für die betroffenen Patienten und ihre behandelnden Ärzte zu schaffen. Interessiert sich ein Patient für die Teilnahme an der Studie, wird er von seinem behandelnden Urologen an eines der teilnehmenden Studienzentren überwiesen.

Dort klärt ihn der zuständige Arzt ausführlich über die Studie und die vier möglichen Therapieoptionen auf. Wenn sich der Patient für die Teilnahme entscheidet, wird er nach einer dieser Methoden behandelt und anschließend über einen Zeitraum von mindestens 13 Jahren in Zusammenarbeit mit seinem niedergelassenen Urologen und durch ein Studienzentrum betreut. Voraussetzung für die Teilnahme an der Studie ist, dass der Prostatakrebs noch nicht weit fortgeschritten ist, gerade diagnostiziert und bisher noch nicht behandelt wurde.

Die Qualität der Behandlung ist gesichert: Kliniken, die sich als Studienzentren an der PREFERE-Studie beteiligen, müssen bestimmte Qualitätsanforderungen wie eine Mindestzahl von Prostatakrebs-Behandlungen pro Jahr erfüllen. Zudem müssen sie in der Lage sein, sowohl die chirurgische Behandlung des Prostatakarzinoms als auch die beiden verschiedenen Möglichkeiten der Strahlentherapie durchführen zu können. Die Zentren müssen sich außerdem einem Verfahren zur Qualitätssicherung unterziehen.

Die Patienten können sich also darauf verlassen, dass sie im Rahmen der PREFERE-Studie eine optimale Behandlung erhalten. Ein weiterer Vorteil für die Patienten: Besonders erfahrene und spezialisierte Pathologen untersuchen das Prostata-Gewebe der Studienteilnehmer, das bei der Biopsie entnommen wurde, zusätzlich noch einmal. Diese Zweitbegutachtung, die nicht zur Regelversorgung gehört, liefert nicht nur eine höhere Sicherheit der Diagnose. Sie dient auch gleichzeitig der Kontrolle, ob der Patient tatsächlich für die Studie geeignet ist.

Schon jetzt haben sich zahlreiche Urologen für die Teilnahme an der Studie entschieden. Sie empfehlen geeigneten Patienten eines der Studienzentren  zur Behandlung und führen anschließend die Nachsorge durch.

Die PREFERE-Studie wird durch ein breites Bündnis von Organisationen und Institutionen des deutschen Gesundheitswesens getragen. Finanziert wird die Studie von der Deutschen Krebshilfe und den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen. An der PREFERE-Studie sind außerdem die Deutsche Krebsgesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Urologie, die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie, der Berufsverband Deutscher Urologen und der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe beteiligt.

Weitere Informationen für Patienten und Ärzte finden Sie im Internet unter: www.prefere.de