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PKV publik 2.2014

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

das Jahr 2013 hat die Private Krankenversicherung vor große Herausforderungen gestellt. Das lag nicht nur am Bundestagswahlkampf, der mit einer Grundsatzdiskussion über die Zukunft des deutschen Gesundheitssystems einherging und damit viele Menschen verunsicherte. Auch der Auftrag des Gesetzgebers, eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung einzuführen, und die Pflicht zur Kalkulation von geschlechtsunabhängigen Tarifen waren für die Branche ein wahrer Kraftakt.

Die nun vorliegenden Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr zeigen, dass die Private Krankenversicherung all diese Herausforderungen gut meistern konnte. Denn das Neugeschäft hat auch im Jahr 2013 insgesamt deutlich zugenommen: Mit 32,43 Millionen Versicherungen gab es in der Voll- und Zusatzversicherung zusammen rund 400.000 Verträge mehr als im Vorjahr.

Allein die Zahl der Pflegezusatzversicherungen stieg um 24,1 Prozent auf rund 2,7 Millionen Verträge an. Davon entfielen mehr als 350.000 Abschlüsse auf die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung. Das ist vor allem deswegen beachtlich, weil dieses Vorsorgeprodukt erst zu Jahresbeginn eingeführt wurde. Diese Zahlen belegen, dass die Menschen dem System der PKV vertrauen und die Probleme der demografischen Entwicklung erkannt haben.

In der Krankenvollversicherung verzeichnete die PKV hingegen einen Rückgang um rund 66.000 Personen. Das verwundert nicht, denn die Diskussion über die Zukunft des Gesundheitssystems im Bundestagswahlkampf – Stichwort „Bürgerversicherung“ – hat viele potenzielle Kunden verunsichert und zu einer abwartenden Haltung geführt.

Zudem sind immer mehr Menschen durch eine Pflichtversicherung an die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gebunden, dürfen also gar nicht in eine private Vollversicherung wechseln. So gab es laut Statistischem Bundesamt 2013 gegenüber dem Vorjahr rund 65.000 weniger Selbstständige, die ja bekanntlich unabhängig von ihrem Gehalt in die PKV wechseln können. Gleichzeitig befanden sich fast 300.000 Menschen mehr in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis – die meisten davon mit einem Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze. Zudem wurde diese Grenze in den Jahren 2012 und 2013 mit jeweils rund 2,7 Prozent recht deutlich angehoben: Wer heute als Arbeitnehmer zur PKV wechseln will, muss 2.700 Euro im Jahr mehr verdienen als noch 2012.

Doch trotz dieser Entwicklung zeigen die Zahlen ein ungebrochenes Interesse der Menschen an der PKV. Das belegt nicht zuletzt die langfristige Entwicklung: Mit 8,89 Millionen Menschen gab es Ende 2013 rund 780.000 mehr Vollversicherte als 10 Jahre zuvor. Die Private Krankenversicherung ist und bleibt damit eine begehrte Alternative zum Einheitsschutz in der GKV.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr


Volker Leienbach