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PKV publik 1.2014

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,


das neue Jahr hat für die Privatversicherten gut begonnen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die im Umfeld von Bundestagswahl und Regierungsbildung recht emotional geführte Diskussion im Gesundheitswesen wieder einem sachlicheren Ton gewichen ist. So kam etwa der Berliner „Tagesspiegel“ Mitte Januar nach eigener Recherche bei den PKV-Unternehmen zu dem Schluss: „Für die meisten der knapp neun Millionen privat Versicherten stiegen die Beiträge zum Jahreswechsel gar nicht oder nur geringfügig. Und gut jeder Zehnte zahlt sogar weniger als zuvor.“ Gleichzeitig zeigt eine Untersuchung des Analysehauses „Morgen  & Morgen“, dass die PKV-Unternehmen die geschlechtsneutralen Unisex-Tarife „treffsicher“ kalkuliert haben. Gute Nachrichten also, die belegen, dass die PKV eine solide wirtschaftende Branche ist.


Und das gilt nicht nur für die Krankenversicherung, sondern ausdrücklich auch für die Pflegeversicherung, als deren Gründer die PKV gelten kann (s. Titelgeschichte dieser Ausgabe). Seit nunmehr 30 Jahren bieten unsere Versicherungsunternehmen nachhaltig finanzierte Pflegevorsorge-Produkte an. So haben die Versicherten in der Pflegepflichtversicherung (PPV) mittlerweile über 25 Milliarden Euro an Alterungsrückstellungen aufgebaut, die der Finanzierung der Leistungsausgaben zukünftiger Pflegebedürftiger dienen.


Dieses Kapitaldeckungsverfahren ist so erfolgreich, dass es mittlerweile Begehrlichkeiten bei der Gesetzlichen Krankenversicherung weckt. Anders sind die jüngst erhobenen Forderungen nach einer Einbeziehung der Alterungsrückstellungen der PPV in einen geplanten Vorsorgefonds für die Soziale Pflegeversicherung (SPV) wohl nicht zu verstehen. Sie sind jedoch nicht nur unrealistisch, sondern zeugen von der großen Sorge um die Zukunftsfähigkeit des SPV-Umlageverfahrens.


Denn die Alterungsrückstellungen der Privatversicherten sind aus Beitragsteilen aufgebaut worden, die zusätzlich erhoben werden. Es handelt sich daher nicht um „Überschüsse“. Wenn diese Beitragsteile nicht mehr in die Alterungsrückstellungen flössen, sondern in den Demografiefonds der SPV, gäbe es keine Rechtfertigung mehr dafür, sie von den Privatversicherten zu erheben. Es würde sich dann um ein Sonderopfer der Privatversicherten zugunsten der gesetzlich Versicherten handeln, für das es weder eine sachliche Rechtfertigung noch eine rechtlich tragfähige Begründung gibt.


Daher wäre es klug, sich Gedanken darüber zu machen, wie mehr Menschen über das erfolgreiche Kapitaldeckungsverfahren abgesichert werden können. Die 2013 eingeführte staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung ist vor diesem Hintergrund ein wichtiger Anfang. Und die große Nachfrage von Versicherten aus allen Altersgruppen zeigt, dass immer mehr Menschen erkennen, wie notwendig zusätzliche Vorsorge für sie ist.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach