• Vorlesen
  • A A A

PKV publik 10.2013

Editorial

 

Liebe Leserinnen und Leser,

hinter uns liegt ein politisch bewegtes Jahr. Nun sind Jahre, in denen ein neuer Bundestag gewählt wird, immer etwas Besonderes: In dem Bestreben, die Menschen von ihren jeweiligen Programmen zu überzeugen, werfen die Parteien ihre politischen Maximalforderungen in den Ring. Nach dem Wahltag, wenn sich die Gemüter nach dem Wahlkampfgetöse wieder abkühlen und die Koalitionsgespräche stattfinden, wird dann nach den bestmöglichen Lösungen für die gesamte Gesellschaft gesucht. Dieses Vorgehen zeichnet unsere gut funktionierende Demokratie seit jeher aus. Und so war es auch in diesem Jahr.

Die intensive Debatte über die Gesundheits- und Pflegepolitik war in den vergangenen Monaten ein gutes Beispiel dafür. So heftig wurde von einigen Parteien die Einführung einer Bürgerversicherung und damit ein radikaler Schnitt im deutschen Gesundheitswesen gefordert, dass man den Eindruck gewinnen konnte, die medizinische Versorgung in unserem Lande liege zerrüttet am Boden. Allzu oft wurde übersehen, dass das deutsche Gesundheitssystem im Gegenteil zu den besten der Welt zählt und jeder den Zugang zu den besten Behandlungsmethoden hat.

Ähnliches war in der Pflege zu beobachten: Die staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung wurde von vielen schlecht geredet. Die Realität zeigt indes, dass das neue Vorsorgeprodukt nicht nur gut funktioniert, sondern dem Bedarf der Menschen in unserem Land voll entspricht. Mehr als 330.000 Verträge konnten bis Ende Oktober bereits abgeschlossen werden – und im kommenden Jahr wird wohl die Marke von einer Million erreicht (s. Artikel „Auf dem Wunschzettel“). Dies zeigt: Die Bürger übernehmen in zunehmendem Maße Eigenverantwortung.

Doch so hitzig die gesundheitspolitischen Diskussionen im Wahlkampf verliefen, so deutlich zeigt sich nun, dass sich letztlich die Vernunft durchsetzt. Denn der Koalitionsvertrag zwischen SPD und Union ist unter dem Strich ein klares Bekenntnis zu unserem gut funktionierenden Gesundheitssystem mit seinen beiden Säulen aus Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung (s. Artikel „Los geht's“ und „Gut und effizient“). Wenn nun auch noch die SPD-Basis der Vereinbarung zustimmt, schafft der Vertrag eine stabile Grundlage für weitere Detailverbesserungen – ohne die Versorgung mit radikalen Einschnitten aufs Spiel zu setzen.

Der PKV-Verband steht bereit, in den kommenden Jahren diese Debatte aktiv zu begleiten und mit konstruktiven Vorschlägen anzuregen. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern von PKV Publik ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr.

Mit freundlichen Grüßen, Ihr

Volker Leienbach