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PKV publik 6.2013

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Reinhold Schulte

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und Reinhold Schulte

 

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Gleichzeitig betonte Bahr aber, dass die Menschen in einer Versicherungsgemeinschaft füreinander einstünden. Da unterscheide sich die PKV nicht von der GKV. Zu dieser Solidarität gehöre auch, seine Beiträge zu zahlen: „Es kann nicht sein, dass sich jemand dieser Pflicht entzieht.“  

Ebenso verantwortungslos sei es, wenn sich alle nur auf den Sozialstaat verlassen würden. Denn dann würde die gesamte Belastung der nachfolgenden Generation überlassen. Nicht jeder sei in der Lage, etwas zurückzulegen. Aber „wer Eigenvorsorge verneint, wird eine andere Gesellschaft erleben“. Daher sei die Einführung der geförderten Pflegezusatzversicherung die richtige Entscheidung gewesen: „Denn hier kann man mit kleinen Beiträgen viel erreichen.“ Bahr wies darauf hin, dass die Pflegepflichtversicherung lediglich eine Teilkaskoabsicherung sei. „Und ich kenne keine Partei, die an diesem Teilkasko-Charakter rüttelt.“ Der Minister äußerte sein Unverständnis darüber, dass die Oppositionsparteien, die mit der Einführung der Riester-Rente die Notwendigkeit von zusätzlicher Kapitaldeckung erkannt hätten, diese bei der Pflege rundheraus ablehnten: „Was bei der Rente richtig ist, kann bei der Kranken- und Pflegeversicherung nicht falsch sein.“

Beim Thema der geförderten Pflegezusatzversicherung wies Reinhold Schulte in seiner letzten Rede als PKV-Vorsitzender (s. Artikel „Abschied nach 11 Jahren“) darauf hin, dass die Versicherungsunternehmen Wort gehalten hätten. Denn schon wenige Monate nach dem Start des Gesetzes werde die geförderte Pflegezusatzversicherung bereits von 24 Unternehmen der Privaten Krankenversicherung angeboten, die zusammen einen Marktanteil von weit über 80 Prozent der Branche ausmachen.

Schon 150.000 Personen haben eine geförderte Pflegezusatzversicherung

Zudem sei die geförderte Pflegezusatzversicherung ein Erfolgsmodell: „Heute kann ich Ihnen mitteilen, dass wir Ende Mai bereits mehr als 125.000 Personen in der geförderten Zusatzversicherung hatten. Und jeden Tag kommen etwa 1.000 neue Anträge hinzu. Wahrscheinlich haben wir es heute schon mit rund 150.000 unterschriebenen Anträgen zu tun.“

Und das sei erst der Anfang: „Wir haben alle Hände voll zu tun, um die Anfragen interessierter Bürger zu bearbeiten, die sich beim Aufbau einer privaten Pflegevorsorge beraten lassen wollen. Und weitere Unternehmen planen den Einstieg in die geförderte Pflegezusatzversicherung.“

Er betonte, welche Kraftanstrengung das für die Unternehmen, für die Mitarbeiter und auch für die Technik von der EDV bis zur Druckerei bedeutet habe. Denn zum Jahresbeginn musste die komplette PKV-Tarifwelt auf grundlegend neue Unisex-Bedingungen umgekrempelt werden. Und gleichzeitig startete eine völlig neue Produktgeneration zur Pflege-Vorsorge, deren Kalkulationsgrundlagen erst am 4. Januar dieses Jahres als Rechtsverordnung vorgelegen haben. Nach all dem könne man sagen: „Da haben wir für eine gute Sache eine sportliche Höchstleistung abgeliefert.“ Die Debatte um die Pflegereform und das Angebot der staatlichen Förderung habe vielen Bürgern die Augen dafür geöffnet, dass ihnen ohne zusätzliche private Vorsorge im Pflegefall die finanzielle Überforderung drohe.

Die Daten der PKV zeigen darüber hinaus einen weiteren, sehr erfreulichen Trend: Die geförderte Pflegezusatzversicherung wird besonders stark von jungen Leuten im Alter zwischen 25 und 35 Jahren abgeschlossen. Diese Altersgruppe macht fast 40 Prozent aller Anträge aus. Insgesamt sind demnach etwa 56 Prozent der Versicherten jünger als 50 Jahre, etwa 13 Prozent sind älter als 60 Jahre.

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